Mein gelber Pullover

Roman | Geschichte einer weiblichen Emanzipation zwischen Wirtschaftswunder und deutscher Wiedervereinigung
22,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Freundin, Tochter, Mutter, Künstlerin: Wo die weibliche Freiheit beginnt.
Es muss unbedingt der gelbe Nylon-Pullover sein, den sich die Ich-Erzählerin in den 1960er Jahren zur Einschulung an der katholischen Mädchenvolksschule im mittelfränkischen Herzogenaurach wünscht. Nicht nur als modisches Statement einer Sechsjährigen, sondern als ein bewusster Akt und Symbol der Abgrenzung von Siggi, die zwar die beste Freundin der Protagonistin ist, sie aber auch regelmäßig erniedrigt und auslacht. Bei Kinderstreichen oder Regelverstößen wie Diebstählen oder den ersten Zügen an der Zigarette ist Siggi die anerkannte Anführerin der Clique, während die Erzählerin herumkommandiert wird. Getragen wird der gelbe Pullover dann nur einmal, heimlich im Garten – und dabei von der böswilligen Siggi am Rücken zerschnitten. Als junge Frau reist die Ich-Erzählerin Ende der 1980er Jahre auf die italienische Insel Stromboli mit dem festen Vorsatz, sich das Rauchen abzugewöhnen. Kurzerhand wird sie zusammen mit einer englischen Familie im Haus der eigenwilligen Künstlerin Michelle einquartiert. Diese entscheidet über die Unterkunftskosten, den Speiseplan für die Gäste und deren Urlaubsprogramm. Bei dem will aber auch die sechsjährige Gwendolyn mitreden, die sich bereits auf der Fähre lautstark eine Übernachtung in der Schiffskabine ausbedungen hat und die jetzt zusammen mit ihrem Vater unbedingt zu der (in der Herbst-Nebensaison eigentlich nicht erlaubten) Vulkanbesteigung aufbrechen will. – Freundin, Tochter, Mutter, Künstlerin sein – und andere Mädchen und Frauen in diesen Rollen beobachten, die von einem Wechsel zwischen Nähe und Distanz, Fürsorge und Rückzug, Freiheit, Aufbruch und Verantwortung geprägt sind. Die Journalistin und Autorin Ursula März bietet einen gut lesbaren Roman: In lakonischer Sprache episodenhaft erzählt, blickt sie auf die eigene Kindheit sowie das junge Erwachsenen-Alter zurück und reflektiert die eigene Rolle als Mutter. Dabei stellt sie die Themen der weiblichen Eigenständigkeit und Emanzipation in den Mittelpunkt.
Weiterlesen
RegalGeflüster empfiehlt:

Artikelbeschreibung

Tochter, Mutter, Frau: Emanzipation mit Zigarette

Ihre Kindheit in Mittelfranken mit klassenkämpferischer Nachbarschaft, ein Urlaub auf Stromboli mit missglückter Vulkanbesteigung und die Liebe zur Eigenständigkeit: Daraus wird eine Geschichte um das Lebensmotiv der Erzählerin: die Sorge um und für Kinder, sei es die eigene Tochter oder ein mysteriöses englisches Mädchen. Wir erleben sie als freiheitshungrige und doch ängstliche Tochter, als Mutter mit kleinen Aussetzern und als leidenschaftliche ehemalige Raucherin. Nach dem Bestseller »Tante Martl« erzählt Ursula März wieder aus der eigenen Familiengeschichte: ein bewegender Lebensroman!

Der lang erwartete neue Roman nach »Tante Martl«

»Mit schöner Leichtigkeit hat Ursula März ein oft amüsantes Tableau entworfen, das von Familien und ihren ganz alltäglichen Abgründen handelt und darin auf beiläufige Weise auch den jeweiligen Zeitgeist spiegelt.« Andrea Gerk, WDR »Westart«

Produktsicherheit

Hersteller: Piper Verlag GmbH
Anschrift: Georgenstraße 4
DE-80799 München
Kontakt: info@piper.de

Personeninformation

Ursula März, geboren 1957 in Herzogenaurach, studierte Literaturwissenschaften und Philosophie in Köln und Berlin. Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitete sie als Literaturkritikerin und Feuilletonistin unter anderem für die Kulturzeitschrift Kursbuch, für die Frankfurter Rundschau und für die Wochenzeitung DIE ZEIT. Sie erhielt 1991 den Preis der Casinos Austria für Publizistik und 2005 der Berliner Preis für Literaturkritik. Bei Hanser erschienen Fast schon kriminell: Geschichten aus dem Alltag (2011) und Für eine Nacht oder fürs ganze Leben: Fünf Dates (2015). Ihr erster Roman Tante Martl (2019) wurde ein Bestseller.

Pressestimmen

»Zugleich gelingt der Autorin ein farbiges deutsches Zeitpanorama von den 1960ern bis in die frühen Jahre des Millenniums.« Aachener Zeitung 20260302
Mehr von März, Ursula

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.