Dunkelholz

Roman | Eine Mutter-Tochter-Geschichte voller Emotionen und Stärke
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Buchprofile - Rezension
Eine Frau setzt sich in der Einsamkeit einer Waldhütte mit ihrer Biografie auseinander, um diese für ihre Tochter zu "dokumentieren".
Vom ausgehenden Sommer über wilde Herbststürme bis in den Dezemberschnee verbringt die Protagonistin ihre Zeit allein zwischen dem anfallenden Tagwerk, ihren Gedanken und intensiven Erlebnissen in der Natur, unterbrochen nur von Begegnungen mit dem Nachbarn. Sie resümiert ihr bisheriges Leben, legt Rechenschaft ab, hadert, hinterfragt und enthüllt dabei auch Stück für Stück das Abdriften ihrer Tochter Clara in die Kriminalität, die nach gemeinschaftlicher Entführung (mit Todesfolge?) jetzt ihre Gefängnisstrafe absitzt. Einstmals jung, ungebunden, sich von Gelegenheit zu Gelegenheit treiben lassend, lernt Lydia Markus als Mann ihres Lebens kennen. Beide gewähren sich Freiheiten außerhalb der Ehe, für Lydias starkes Bedürfnis nach Abgeschiedenheit gibt es eine abgeschlossene Dachkammer, Arrangements, die auch nach Claras Geburt beibehalten werden. Trotz (vermeintlich?) liebevoller Nähe geht Clara ihr irgendwo "zwischen Kindergarten, Schule und Studium verloren", wird schwer magersüchtig, fühlt sich, "als habe sie keinen Platz im Leben der Eltern", findet dann fatalen Halt in der hasskriminellen "Heimatfront". Ängste, Schuld- und Versagensgefühle suchen Lydia in schrecklichen Albträumen heim, ihre unerschütterliche Liebe zu Clara – und immer noch zu Markus – wird ihr ebenso bewusst wie das nahende Alter. Erst ein beinahe tödlicher Unfall im Schnee lässt sie erkennen: Sie wird "nicht mit und nicht ohne Menschen können, verzweifelt das Dazwischen suchen" müssen, dass "nichts besser, aber auch nichts schlechter geworden" ist und "Zeit, zurückzukehren, Zeit, nach Hause zu gehen".
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Artikelbeschreibung

Ein Rückzug in den Wald als Rückkehr ins Leben

Die Hütte bietet Lydia alles, was sie zum Leben braucht - und das ist weniger, als sie dachte. Denken muss sie vor allem an ihre Tochter Clara, zu der sie den Kontakt fast verloren hat, und an ihren Partner Markus, den sie zurückgelassen hat. Nun streift sie durch den Wald, sammelt Pilze, macht Holz und versorgt sich selbst. Die Besuche ihres Nachbarn bringen Abwechslung, eine unerwartete Nachricht ändert alles. Lydia muss einen Kampf aufnehmen, den sie schon verloren geglaubt hat, und entwickelt ungeahnte Kräfte. Ein Roman über eine ungewöhnliche Familie und die versöhnende Macht der Natur.

Ein Roman, der von der ersten, der einzigen bedingungslosen Liebe handelt: die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind. Und der Frage, wo sie endet.

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Personeninformation

Natalja Althauser, geboren in Heidelberg, ist freischaffende Schauspielerin, Autorin und Regisseurin. Sie wuchs in Den Haag, Moskau und Berlin auf. Ihr Bachelor-Studium der Slavistik und Philosophie absolvierte sie in Freiburg und Zagreb und ihren Master in Contemporary Performing Arts an der Royal Holloway University of London. Im Anschluss daran spielte sie beim Theater der Immoralisten (Freiburg), bevor sie als Dozentin für Interdisziplinäre Film-, Theater- und Literaturwissenschaft ans Slavische Seminar der Albert-Ludwigs-Universität wechselte, wo sie mit Studierenden Kurzfilme (u.a. »Alles auf Anfang«) drehte und Theaterstücke inszenierte (u. a. »Cinzano«, ausgezeichnet mit dem Preis für Innovative Lehre der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 2020). Als Schauspielerin war sie am Wallgraben Theater (Freiburg) und Zimmertheater (Rottweil) tätig. Nach dem Master in Literarischem Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig machte sie 2025 noch ihr Staatsexamen in Jura. 2023 erschien ihr Stück »Gottlos« beim Deutschen Theaterverlag und im Dezember 2024 folgt das Sachbuch »Was Menschen verbindet - Sozialer Klimawandel durch moderne Wertschätzung« beim Springer Verlag.

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