Wir dachten, das Leben kommt noch

Roman | Die mutigen Frauen von Paris
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Buchprofile - Rezension
Eine frühere englische Agentin des Zweiten Weltkriegs stellt sich nach einem halben Jahrhundert widerstrebend ihrer Vergangenheit.
Die BBC-Journalistin Gwen soll in einem Buchprojekt über die Frauen berichten, die während des Zweiten Weltkriegs für den britischen Geheimdienst in Frankreich als SOE-Agentinnen (Special Operations Executive) eingesetzt worden sind. Während ihrer Recherchen, die Gwen auch tief in ihre eigene Familiengeschichte führen, stößt sie auf Pat Conway, die Informationen über die SOE-Agentinnen haben soll. Pat weigert sich zunächst, Gwen zu unterstützen, waren sie und ihre Schwester doch selbst 1942 unter Lebensgefahr in Frankreich für die SOE tätig. Schließlich überwindet sich Pat und erzählt ihre packende und sie lange traumatisierende Geschichte. – Die renommierte Verlegerin Elisabeth Sandmann legt hier nach ihrem Erstlingserfolg "Porträt auf grüner Wandfarbe" (BP/mp 23/1020) ihren zweiten Roman vor, der ebenfalls das Zeug zu einem Bestseller hat. Es gelingt ihr wieder, ein schwieriges Thema in einen trotz zweier Zeitebenen leicht lesbaren Unterhaltungsroman mit Tiefgang zu packen. Die mutigen Agentinnen wurden nach Ende des Kriegs von einer patriarchalen Gesellschaft vergessen und wieder zurück in das typische weibliche Rollenschema des 20. Jh. gepresst, ein Schicksal, das sie mit Millionen anderer Frauen gerade in West- und Mitteleuropa teilten, die nach dem Krieg, in dem viele "ihren Mann standen", wieder ins zweite Familienglied rücken mussten. – Ein empfehlenswerter Roman, dem man viele Leserinnen und Leser (!) wünscht.
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

Am neuen Roman von Elisabeth Sandmann kommt niemand vorbei, der sich für Frauenschicksale in der Zeit des Nationalsozialismus interessiert. Die Autorin ist eine ausgewiesene Spezialistin für hervorragend recherchierte Frauenbiografien und ihr Talent, diese mitreißend zu erzählen, macht auch diese fiktive Story zu einem Highlight. Ihre Protagonistinnen hatten große Pläne für ihr Leben, doch der Zweite Weltkrieg machte ihre Zukunftsträume zunichte. Es geht um starke Frauen, die mehr oder weniger freiwillig zu Agentinnen wurden, unfassbar Mutiges leisteten und danach doch wieder in eine untergeordnete Rolle zurückgedrängt wurden und nicht einmal über ihre Taten sprechen durften. Ein hochspannendes Stück Zeitgeschichte und gleichzeitig ein bewegendes Leseerlebnis.

Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch
RegalGeflüster empfiehlt:

Artikelbeschreibung

Die gefeierte Autorin und Verlegerin Elisabeth Sandmann hat einen Roman geschrieben, der den Bogen über Jahrzehnte spannt und fragt, wie weit man im Widerstand gehen muss.

Pat bekommt überraschend einen Anruf der BBC-Moderatorin Gwen, die sich für ihre Vergangenheit interessiert. Aber will sie darüber überhaupt reden? Nach so vielen Jahrzehnten, in denen sie kein Sterbenswort verraten durfte? Jahre, in denen sie dachte, das Leben kommt noch? Pats Vergangenheit führt tief hinein in ein unbekanntes Kapitel wagemutiger Frauen des Widerstands, die Sabotageakte verübten, geheime Funksprüche absetzten, lautlos töten mussten und beständig unterschätzt wurden. Gwen findet auf einer Recherchereise nach Paris nicht nur Erstaunliches über ihre verwegene Großmutter heraus, die dort in den Jahren der Okkupation lebte. Sie entdeckt auch jenen Schlüssel, der es Pat ermöglichen wird, sich der eigenen Erinnerung zu stellen.

Pats Geschichte reicht Jahrzehnte zurück und fühlt sich noch heute so brisant an, dass einem beim Lesen der Atem stockt.

Exzellent recherchiert, klug und mitreißend

Stimmen zu Elisabeth Sandmanns SPIEGEL-Bestseller »Porträt auf grüner Wandfarbe«:

»Elisabeth Sandmann ist in ihrem Roman das Kunststück gelungen, das Schwere und das Leichte zusammenzubringen.« MDR

»Eine pralle Familiengeschichte. Die Frauen in diesem Roman lassen sich nicht unterkriegen. Sie nehmen ihr Leben selbst in die Hand.« SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

»Raffiniert setzt sich die Geschichte aus Erzählungen, Tagebüchern und Briefen zusammen, aus der Überschneidung von Orten und Zeitebenen und über eine große Bandbreite sozialer Milieus.« Neue Zürcher Zeitung

»Elisabeth Sandmanns Debüt überzeugt mit starken Heldinnen und Geheimnissen, die Generationen in Atem halten.« BRIGITTE

Produktsicherheit

Hersteller: Piper Verlag GmbH
Anschrift: Georgenstraße 4
DE-80799 München
Kontakt: info@piper.de

Personeninformation

Elisabeth Sandmann ist Verlagsbuchhändlerin, promovierte Literaturwissenschaftlerin und Verlegerin. Seit Jahrzehnten beschäftigt sie sich mit den Biografien außergewöhnlicher Frauen. 2015 veröffentlichte sie das Sachbuch »Der gestohlene Klimt«, das sich mit einem spektakulären Restitutionsfall beschäftigt. Sie lebt mit ihrem Mann in der Nähe von München und ist Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Pressestimmen

»Packend« Freundin 20251210
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Frauen in den Hauptrollen
Auch wenn ich mich nicht mehr an jedes Detail aus „Porträt auf grüner Wandfarbe“ erinnern konnte, begab ich mich gerne wieder auf eine Reise mit Gwen in die Vergangenheit ihrer Familie, aber auch allgemeiner Geschichte.
Der Einstieg war jedoch sehr konstruiert, als Gwen den Auftrag für ein Buch erhält, dessen Thema (wie sich später herausstellt) ausgerechnet ihre Großmutter tangierte, die sich während des 2. Weltkriegs in Paris aufhielt. Wovon Gwen jedoch nichts wusste, aber es trotzdem aufgenommene Kassetten der Verstorbenen mit passenden Inhalten hierzu gab. Gwens Kontakt zur Großmutter beschränkte sich auf wenige Jahre.
Auch die Umstände einer Alleinerziehenden im London 1998 mit dem anderen Elternteil in Deutschland, die zufälligen Fügungen zur Unterkunft in Paris und dem rasch hergestellten Kontakt zur Agentin Pat (deren Existenz bis dahin geheim war) waren mir zu ruckelfrei.
Ansonsten war der Kern der Geschichte interessant und das Wiedersehen mit bekannten Charakteren gern genommen.