Ingeborg Bachmann, meine Schwester

Erinnerungen und Bilder | Der Bruder der weltberühmten Dichterin erinnert sich
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Buchprofile - Rezension
Biografie Ingeborg Bachmanns aus der Erinnerung ihres Bruders.
Vor 50 Jahren ist die wohl berühmteste deutschsprachige Schriftstellerin des 20. Jh. in Rom ihren Brandverletzungen erlegen. Ihr um 13 Jahre jüngerer Bruder Heinz, ein Geologe, erinnert sich an die bewunderte große Schwester. Mit diesem Unglück für die Familie Bachmann beginnt der "kleine" Bruder, das Leben Ingeborgs in zehn Kapiteln chronologisch nachzuzeichnen. Nüchtern, sachlich, offen und zugleich mit inniger Anteilnahme beschreibt er die verschiedenen Lebensstationen. Dabei helfen viele Schwarzweiß-Fotografien, die zum Teil aus dem Familienalbum, zum Teil auch von ihm stammen. Ingeborgs enge Bindung an ihre Familie und die häufigen Heimatbesuche sind ihm im Rückblick sehr wichtig. Besonderes Augenmerk legt er auf für sie wichtige Begegnungen, hat er doch viele dieser interessanten Persönlichkeiten kennen gelernt. Max Frisch bleibt für ihn mit seinen Eifersuchtsanfällen und unkontrollierten Wutausbrüchen in unguter Erinnerung. Gerne verweist er auf verschiedene Passagen in ihren Erzählungen, die Momente oder Begebenheiten aus gemeinsamen Erlebnissen festhalten. Gelegentlich klingt Kritik am Verhalten der Schwester an, so z.B. bei der Wahl etwas gewagter Kostüme. Er spricht auch deren Medikamentenverbrauch wegen ihrer Schlafstörungen an. Ihre Medikamentenabhängigkeit wurde ihm wie seiner Familie aber erst mit dem Brandunfall in Rom klar. Gewisse Exzesse, die in Biografien angesprochen werden, bleiben in seiner Darstellung unerwähnt. Dieser Rückblick auf das Leben der Geschwister hält die gegenseitige Zuneigung und Sorge füreinander fest, die Ingeborg Bachmann von einer sonst unbekannten Seite zeigt. Es ist auch die Beschreibung des eigenen Lebens von Heinz Bachmann geworden. Seine faktenreiche Darstellung wirkt sachlich und ohne literarische Ambitionen.
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Artikelbeschreibung

Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann am 25. Juni 2026

»Sie war ein Wirbel, der nie aufhörte.«

Heinz Bachmann, der 13 Jahre jüngere Bruder, war seiner Schwester Ingeborg ihr Leben lang verbunden. Er kannte sie wie sonst niemand, auch als sie längst zur berühmten Dichterin geworden war. Sie liebte ihren Bruder und wollte ihm die Welt zeigen, nachdem sie früh aus Klagenfurt fortgegangen war. Nun legt Heinz Bachmann einen sehr persönlichen Band vor, in dem er aus dem gemeinsamen Leben erzählt, von Wien und Paris bis nach Zürich und Rom. Ingeborgs tragischer Unfalltod und die Trauer, die die ganze Familie erfasste, kommen ebenso zur Sprache wie ihre Dichterfreunde und ihr Schreiben.

Mit 40 Fotos aus dem Privatarchiv

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Personeninformation

Heinz Bachmann, geboren 10. Juni 1939, Kindheit und Jugend verbrachte er in Klagenfurt und Obervellach bei Hermagor. Er besuchte die Mittelschule in Klagenfurt, maturierte 1957, studierte Geologie in Graz und spezialisierte sich beruflich auf Geophysik und arbeitete weltweit in der Öl- und Gasaufschließung vorwiegend in Afrika, dem Mittleren Osten und Europa. Heirat mit Sheila in London 1971. Nach dem Tod seiner Schwester Ingeborg 1973 war er zusammen mit seiner Schwester Isolde für ihren Nachlass verantwortlich. Viele Jahre verbrachte er mit seiner Familie in Spanien. Nach dem Ende der beruflichen Laufbahn 2006 widmete er sich intensiver dem Werk seiner Schwester Ingeborg mit Buchvorstellungen und Vorträgen in Deutschland, Österreich, und vereinzelt auch in den USA, London und Paris. Seit 1995 ist er mit Unterbrechungen in der Nähe von Oxford wohnhaft.

Pressestimmen

»Heinz Bachmanns Erinnerungen sind ein großes Dokument der Zuneigung, ein Kommentar zu einem Leben, das ihm gleichermaßen phantastisch wie tragisch erscheint.« Neue Zürcher Zeitung 20231007
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