Die letzten Kinder von Schewenborn

oder ... sieht so unsere Zukunft aus?
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Buchprofile - Rezension
Fiktive Darstellung einer Atombombenexplosion.
Das neben "Der Wolke" wohl bekannteste Jugendbuch von Gudrun Pausewang erzählt aus der Sicht Rolands, der zu Beginn der Erzählung 12, später dann 17 Jahre alt ist von einer atomaren Explosion und deren verheerenden Folgen. Roland, seine Eltern und seine beiden Schwestern sind auf dem Weg zu den Großeltern als die Katastrophe über sie und die Bevölkerung in unabsehbarem Umkreis hereinbricht. Im Wohnort der Großeltern, die beide umgekommen sind, versucht die Familie Fuß zu fassen und muss ums nackte Leben kämpfen. Wer nicht von der Strahlenkrankheit befallen ist, wird heimgesucht von Seuchen, Kälte und Hungersnot. So illusorisch dies auch klingen mag, wenige Menschen überleben den Vorfall, doch die Autorin lässt keinen Zweifel darüber, dass die Kleinsten unter ihnen "die letzten Kinder von Schewenborn" sein werden. Auch gut 25 Jahre nach seinem Ersterscheinen immer noch ein aufrüttelndes Buch und ein wichtiger Beitrag zur Friedenserziehung.
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Artikelbeschreibung

Über Deutschland explodiert eine Atombombe. Von nun an beherrschen Krankheit, Todesangst und Kriminalität den Alltag. Eine Zukunft gibt es nicht mehr. Gudrun Pausewang entwirft ein fiktives Szenario, das erschüttert und zum Nachdenken zwingt. Die Autorin erhielt 2017 den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für ihr schriftstellerisches Gesamtwerk.

Wichtig für den Schulunterricht: Seitenzählung unverändert!
Ein Auszug aus "DIE LETZTEN KINDER VON SCHEWENBORN" von Gudrun Pausewang:Wir fuhren auf der Kasseler Autobahn bis Alsfeld, dann bogen wir in den Vogelsberg ab. Es war ein Julitag, wie man ihn sich nur wünschen kann. Mein Vater fing an zu singen, und wir sangen mit. Meine Mutter übernahm die zweite Stimme. Als wir durch Lanthen fuhren, war noch alles wie immer.Aber im Wald zwischen Lanthen und Wietig, gerade in der Kurve am Kaldener Feld, blitzte es plötzlich so grell auf, dass wir die Augen zupressen mussten. Meine Mutter stieß einen Schrei aus, und mein Vater trat so fest auf die Bremse, dass die Reifen quietschten. Der Wagen geriet ins Schleudern und blieb quer zur Fahrbahn stehen. Wir wurden in den Gurten hin- und hergerissen.Sobald der Wagen stand, sahen wir am Himmel, hinter den Wipfeln, ein blendendes Licht, weiß und schrecklich, wie das Licht eines riesigen Schweißbrenners oder eines Blitzes, der nicht vergeht. Ich schaute nur einen Augenblick hinein. Trotzdem war ich danach eine ganze Weile wie blind.

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Personeninformation

Gudrun Pausewang wurde 1928 als das älteste von sechs Kindern in Wichstadtl (Ostböhmen) geboren. Ihr Vater kam 1943 in Russland um und ihre Mutter musste nach Kriegsende mit den sechs Kindern in den Westen fliehen. Gudrun Pausewang hat - neben Romanen für Erwachsene - zahlreiche Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, in denen sich ihre Erfahrungen und die Betroffenheit über die Armut in Südamerika, das Schicksal von Flüchtlingen und über die atomare Bedrohung niederschlagen. Sie engagierte sich in ihren Büchern für den Frieden, die Umwelt und soziale Gerechtigkeit sowie für die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Dritten Reich. Für ihr Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, dem Bundesverdienstkreuz und dem Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur. 2017 erhielt sie für ihr Gesamtwerk den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises. Am 23. Januar 2020 verstarb Gudrun Pausewang.

Pressestimmen

"Unbedingt lesen! Treff Schülermagazin, 10/02 "Ein Buch zum Weglesen." Nordwest-Zeitung, 10.10.02
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