Heiße Milch

Roman
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Buchprofile - Rezension
Selbstfindungsgeschichte einer jungen Frau, die von ihrer Mutter abhängig ist.
Sofia, die Ich-Erzählerin, reist mit ihrer Mutter nach Spanien zu einem renommierten Orthopäden, um ihre lahmen Beine zu kurieren. Die Gesundheitsprobleme der Mutter haben augenscheinlich psychosomatische Ursachen. Sie verlangt ständig Hilfe und wirft Sofia Faulheit und Egoismus vor; Sofia kann ihr nichts recht machen. Im heißen Almeria lernt Sofia Juan kennen, der ihre schlimmen Quallenbisse am Strand versorgt. Dann verliebt sie sich in die unkonventionelle Ingrid, die ihr langsam klar macht, dass sie auch mal an sich selbst denken soll. Auch der Arzt der Mutter mit seiner feinfühligen Beobachtungsgabe bringt sie dazu, sich mit ihrem eigenen Befinden auseinanderzusetzen. "Sie benutzen Ihre Mutter als Schutzschild gegen die Notwendigkeit, ein eigenes Leben zu führen". Zentrales Thema ist die Selbsteinschätzung von Frauen. Sofia hat zwar ein Anthropologie-Studium absolviert und will ihre Doktorarbeit beenden, doch verschiebt sie dies, um ihrer Mutter zu helfen. Sie hält sich für eine Versagerin, sehnt sich aber durchaus nach einem anderen Leben. Geprägt durch das weibliche Rollenbild, das ihr vorgelebt und abverlangt wird, verstärken Sofias griechischen Wurzeln die Erwartungen noch, dass sie sich zurücknehmen und andere an erste Stelle setzen soll. Und obwohl ihre Mutter dasselbe Schicksal teilt, vererbt sie es aktiv, indem sie von ihrer Tochter ebenfalls Selbstaufgabe verlangt. Sofias Befreiungsschlag am Ende ist radikal. Eine poetische Geschichte für anspruchsvolle Leser. (Übers.: Barbara Schaden)
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Artikelbeschreibung

Eine bewegende Geschichte über eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung und den Weg zur Selbstfindung.

Sofia und ihre Mutter Rose reisen nach Spanien, wo Rose in einer renommierten Spezialklinik behandelt werden soll, da ihre Beine sie im Stich lassen. Doch ist das Leiden der Mutter wirklich körperlicher Natur oder versucht sie, ihre Tochter an sich zu binden? Dr. Gomez, eine Koryphäe auf seinem Gebiet, soll Antworten liefern. Während Rose sich in Behandlung begibt, versucht Sofia, die seit dem Weggang ihres griechischen Vaters mit ihrer Mutter allein ist, herauszufinden, woran ihre Mutter wirklich erkrankt ist - und wo sie selbst im Leben steht.

Beim Schwimmen im Meer, das voller Quallen ist, in Gesprächen mit Dr. Gomez und dessen Tochter wird Sofia immer klarer, dass sie sich von ihrer Mutter lösen muss. Die Begegnung mit der selbstbewussten Deutschen Ingrid gibt schließlich den Ausschlag für weitreichende Entscheidungen. Deborah Levys mehrfach ausgezeichneter Roman Heiße Milch erzählt eindringlich von einer allzu engen Mutter-Tochter-Beziehung und dem schmerzhaften, aber notwendigen Abnabelungsprozess - wie der Stich einer Qualle, der noch lange brennt.

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Personeninformation

Deborah Levy wurde 1959 in Südafrika geboren. 1968 emigrierte die Familie nach Großbritannien. Levy besuchte bis 1981 das Dartington College of Arts und begann, Theaterstücke zu schreiben. In Cardiff leitete sie die Manact Theatre Company. Sie verfasste neben einer großen Anzahl von Theaterstücken und Beiträgen für Radio und Fernsehen Erzählungen und Romane. Die Romane »Heim schwimmen« und »Heiße Milch« kamen auf die Shortlist des Man Booker Prize.

Pressestimmen

»eine ungewöhnliche Emanzipationsgeschichte« Carola Ebeling taz am Wochenende 20180721
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