Sohn ohne Vater

Roman | Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2025
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Buchprofile - Rezension
Nach dem Tod des Vaters macht sich der Sohn von Deutschland aus auf die Reise in die Türkei, um sich von ihm zu verabschieden.
Feridun Zaimoglu macht es den Leser:innen mit seinem Roman und seinem Protagonisten nicht leicht. Sein Vater ist gestorben. Die Mutter informiert ihn telefonisch, sie lebt in der Türkei, ihr Sohn in Norddeutschland. Zunächst weiß er nicht, was er machen soll. Er hat Flugangst, will aber zur Mutter, um ihr am Grab des Vaters zur Seite zu stehen. Er kann zwei Freunde überreden, ihn mit einem Wohnmobil in die Türkei zu fahren, Geld organisiert er sich. Dann geht es auf eine abenteuerliche Reise, die ihn nicht nur von Deutschland über verschiedene Länder in die Türkei führt, sondern durch seine Erinnerungen an den Vater und seine Familiengeschichte. Es ist ein Road-Trip durch Erlebnisse und Begegnungen mit Menschen verschiedener Kulturen, durch die unterschiedlichsten Vorstellungen, Religionen und Einstellungen. Wer das Buch liest, kommt nicht darum herum, eigene Vorstellungen loszulassen und dem Protagonisten in seine Erlebnis- und Gedankenwelt zu folgen. Das bringt die Rezensentin mitunter an ihre Grenzen, dann aber wird es spannend und dicht. Verlässlich ist dabei nichts. Am Ende legt sie das Buch zur Seite – mit dem aufkeimenden Wunsch, es noch einmal zu lesen, um es wirklich zu verstehen. (Nominiert für den Deutschen Buchpreis)
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Artikelbeschreibung

Die unvergessliche Reise eines trauernden Sohns zum Grab des Vaters

»Sohn ohne Vater« erzählt auf mitreißende, eindringliche Weise von einem trauernden Sohn, vom Zusammenhalt einer Familie, der trügerischen Erinnerung und einer Reise in ein fremdes Land - zur Mutter und zum toten Vater.

Es ist früh am Morgen, als die Mutter anruft, um ihm zu sagen, dass sein Vater gestorben ist. Der Erzähler weiß nicht, was er tun soll. Er ist allein in seinem Schmerz. Wer kann ihm helfen, wer ihn trösten? Nach und nach wird ihm klar: Er muss in die Türkei. Er muss zu seiner Mutter, muss sie stützen - und am Grab des Vaters stehen, um sich von ihm verabschieden zu können.

Der Erzähler, ein Schriftsteller aus Kiel, leidet unter Flugangst. Er bittet zwei Freunde, ihn mit dem Wohnmobil mitzunehmen. Gemeinsam planen sie die Reise: über Linz, Szeged und Edirne bis nach Edremit und zurück. Über fünftausend Kilometer. Es ist der Beginn eines abenteuerlichen, fiebrigen Roadtrips quer durch Europa, der geprägt ist von den flirrenden Erinnerungen an den Vater und seine vielen Leben: an den Ehemann, an den Akkordarbeiter, an den Geschichtenerzähler oder den Siebzigjährigen, dessen gefärbte Koteletten eine ganze Feriensiedlung in Aufruhr versetzen konnten.

Mit seinem neuen Roman stellt sich Feridun Zaimoglu die Frage, wie wir jene erinnern, die uns am nächsten stehen und uns doch manchmal seltsam fremd erscheinen, die uns lieben und prägen, um die wir uns sorgen - und die wir trotz allem irgendwann einmal gehen lassen müssen.

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Personeninformation

Feridun Zaimoglu, geboren 1964, lebt seit seinem sechsten Lebensmonat in Deutschland. Er studierte Kunst und Medizin in Kiel, wo er seitdem als Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker arbeitet. Für sein Schreiben wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Walter Kempowski Preis 2025. Nach »Leyla«, »Liebesbrand«, »Siebentürmeviertel«, »Evangelio«, »Die Geschichte der Frau« und »Bewältigung« erschien zuletzt sein Roman »Sohn ohne Vater«.

Pressestimmen

»Alles wahr, wenn auch auf ganz besondere Art: Feridun Zaimoglus Roman 'Sohn ohne Vater' ist ein Fabulierkunstwerk, zusammengehalten vom Handlungsfaden einer phantasmagorischen Trauerreise in den Süden.« Wolfgang Schneider FAZ 20250414
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