Oma Jever

Roman
23,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Familien- und Sittengeschichte in einer friesischen Kleinstadt.
Der Icherzähler Martin Schlosser (*1962) erzählt die Lebensgeschichte seiner Großmutter Emma Lüttjes (1906-1996). Sehr zahlreiche Briefzeugnisse zwischen Mutter, Ehemann, Kinder und Enkeln sowie Dokumente aus Medien und öffentlichen Verlautbarungen manifestieren die zeitgeschichtlichen Entwicklungen. Hineingewoben in diese Familiengeschichte mit fünf Töchtern, zehn Enkeln und drei Urenkeln wird das Schicksal der jüdischen Metzgerfamilie Levy, für die die Familie Lüttjes weder in der Zeit des Nationalsozialismus noch in den Jahrzehnten danach einen Finger krumm macht. Den Alltag von Emma als Lehrersgattin dominieren ihre Sorgen um die Ernährung und Ausbildung der Familienmitglieder, dem Pflegen des lokalen Netzwerkes und später dem Zusammenhalt der in Deutschland und England verstreuten Familie. Durch ihren Fleiß und den Ertrag des großen Gartens ist für gutes Essen offensichtlich immer – auch in den Kriegs- und Nachkriegsjahren – gesorgt. Der bis zur Einführung des Telefons intensive Briefaustausch lässt die Entwicklungen gut nachvollziehen. Der Autor, ebenfalls 1962 geboren, verbindet die Zeugnisse und Dokumente mit kurzen verbindenden Texten, in denen er auch kritische Kommentare aus der historischen Distanz zu Geschehenen einarbeitet. – Henschel ist durch seine bisher zwölfteilige stark autobiografische Romanserie bekannt und vielfach ausgezeichnet. „Oma Jever“ ist kein Roman im gewohnten Sinne, von einer erzählerischen Idee außerhalb des Biografischen kann keine Rede sein. Das von seinem Icherzähler mehrfach erwähnte Familienarchiv, das ihm nach und nach zuwächst, erscheint zumindest nicht als fiktionaler Stoff, sondern als Dokumentensammlung, worauf auch das fundierte Quellenverzeichnis zur deutschen Nachkriegsgeschichte insbesondere Frieslands hinweist. Die Kommentierungen des Ich-Erzählers bilden keine durchgängige Position aus – ggf. aus familiärer Befangenheit. Eine Art unterhaltsames Zeitzeugnis, für größere Bestände.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Zwei Weltkriege, ab und zu Inflation, die erste Waschmaschine, die Mondlandung, die Geburt des Internets: Oma Jever, geboren 1906, gestorben 1996, hat einiges erlebt. Ihre überraschende und höchst unterhaltsame Lebensgeschichte ist zugleich die Geschichte eines gelinde gesagt ereignisreichen Jahrhunderts, in dem Oma Jever Kinder großzog, Enkel betreute, Gäste bewirtete, Krisen meisterte und dabei stets den Herd im Blick behielt. Ein einzigartiger, warmherziger Roman, der auf hinreißende Weise genauso vom großen Lauf der Geschichte erzählt wie von einer genialen Oma, die die knusprigsten Schollenfilets briet.

Produktsicherheit

Hersteller: HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH
Anschrift: Harvestehuder Weg 42
DE-20149 Hamburg
Kontakt: produktsicherheit@hoca.de

Personeninformation

Gerhard Henschel, geboren 1962, lebt als freier Schriftsteller in der Nähe von Hamburg. Sein Briefroman Die Liebenden (2002) begeisterte die Kritik ebenso wie die Abenteuer seines Erzählers Martin Schlosser, die mit dem Kindheitsroman 2004 ihren Anfang nahmen. Henschel ist außerdem Autor zahlreicher Sachbücher. Er wurde unter anderen mit dem Hannelore-Greve-Literaturpreis, dem Nicolas-Born-Preis und dem Georg-K.-Glaser-Preis und dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ausgezeichnet.

Pressestimmen

»Großer dokumentarischer Aufwand.« Jörg Magenau rbb radio 3
Mehr von Henschel, Gerhard

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.