Sag immer Deine Wahrheit

Was mich 100 Jahre Leben gelehrt haben
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Buchprofile - Rezension
Autobiografie des ehemaligen Chefanklägers im Einsatzgruppen-Prozess 1947/48.
"Menschen sollten einander so behandeln, wie sie selbst behandelt werden wollen, doch daran scheitern wir jeden Tag." Diese Erkenntnis ist nur eine der zahlreichen Erfahrungen, die Benjamin Ferencz (geb. 1920) in seinem langen, ereignisreichen Leben gemacht hat. Einen tiefgehenden Blick auf sich und sein Umfeld gewährt Ferencz in dieser auf der Grundlage vieler Gespräche mit der Journalistin Nadia Khomami entstandenen Autobiografie, die zugleich ein packendes Zeitdokument darstellt. Realistisch, vorurteilsfrei, scharfsinnig, zugleich humorvoll und selbstironisch blickt er auf seinen privaten wie beruflichen Werdegang zurück, schildert die für ihn - als Kind jüdischer Einwanderer aus Transsilvanien - äußerst harten Herausforderungen seiner Kindheit in New York sowie die unterschiedlichsten Erfahrungen während des Jura-Studiums, das letztlich die Basis für seinen späteren unermüdlichen Einsatz für Gerechtigkeit und Menschlichkeit legte. Bestärkt durch seine Kriegserlebnisse als US-Soldat, vor allem durch seine verantwortliche Tätigkeit bei der Bestandsaufnahme und Überprüfung der befreiten Konzentrationslager (u.a. Buchenwald, Mauthausen, Flossenbürg) verfestigten und erweiterten sich seine Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde, denen er als Chefankläger im Einsatzgruppen-Nachfolgeprozess (1947/48) wegen Massenmord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit internationale Gültigkeit verschaffen konnte. In all den sehr persönlich gehaltenen Rück- und Ausblicken wird spürbar, dass Toleranz und Optimismus die Richtschnur für sein gelungenes Leben waren und noch immer sind, dass diese aber auch für alle Menschen gelten sollten. - Empfehlenswerte und inspirierende Lektüre!
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Artikelbeschreibung

Benjamin Ferencz blickt auf 100 Jahre eines bemerkenswerten Lebens zurück. Unermüdlich hat er sich für eine gerechte und friedliche Welt eingesetzt. Dieses Ziel, das er als Chefankläger bei den Nürnberger Prozessen bis zur Gründung des Internationalen Strafgerichtshofs mit nie nachlassendem Engagement verfolgte, lässt ihn bis heute nicht ruhen. Der Sohn armer Migranten in den USA wurde als US-Soldat im Zweiten Weltkrieg und Ermittler im besiegten Nazideutschland Zeuge des Unsagbaren, das Menschen einander anzutun in der Lage sind. Dennoch verlor er nie den Glauben an die Befähigung des Menschen zum Guten. Sein Optimismus und sein Scharfsinn, seine Dankbarkeit und Demut beim Blick auf ein erfülltes Leben, seine tiefe Überzeugung, im Kampf für eine menschenwürdige Welt das Richtige zu tun, seine Energie und sein Humor: Ben Ferencz hat viel weiterzugeben in dieser zutiefst persönlich erzählten Autobiographie.

Ausstattung: 9 s/w Abbildungen im Text

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Pressestimmen

»Ferencz hat das dunkelste Kapitel deutscher und europäischer Geschichte hautnah erlebt und entscheidend dazu beigetragen, dass es wieder heller wurde am historischen Horizont.« dpa
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