Brotbrechen

Glauben mit den Emmausjüngern
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Buchprofile - Rezension
Biblisch fundierte Vorschläge für synodale Strukturen und zeitgemäße Glaubensformen.
Die Kirche brennt, das Reich Gottes drängt. Mit diesen Worten hat der Theologieprofessor Hubert Frankemölle sein vorangegangenes Buch zum beispielgebenden Leben Jesu abgeschlossen. Wie die "brennende Kirche" gelöscht, renoviert und wieder geistliche Heimat werden kann, weist sein neues Werk. Am Beispiel des Brotbrechens mit den Emmausjüngern (versus Eucharistische Feier) erfährt der Leser: Es gibt verständlichere und dabei biblisch fundierte liturgische Riten, die den Menschen der Moderne einen Zugang zum Glauben eröffnen können. Die Sakramente wie auch weite Teile der Kirchenlehre, so die These, gründen in Konzilien vom 5. bis zum 16. Jh.; sie atmen den Geist anderer Zeiten, waren einst Antworten auf inzwischen Überlebtes. Es fehle dazu nicht an theologischer Einsicht, sondern am Willen der Kirchenhierarchie. Dem verstorbenen Papst Franziskus bescheinigt der Autor erste, kluge Schritte in eine neue Zukunft. – Selten machen sich die Apologeten synodaler Strukturen und zeitgemäßer Glaubensformen die Mühe, ihre Vorschläge biblisch zu verorten. Im permanenten Bezug auf die Schrift und einer kraftvollen, überzeugenden Sprache liegen die Stärken des Buches. Es wendet sich an alle, wirklich alle, denen die Katholische Kirche am Herzen liegt. Laien wie Kleriker, Gläubige wie Enttäuschte, erst recht an die am Status Quo Verzweifelnden. Schnell konsumierbare Antworten gibt es nicht. Wer stattdessen in der Schrift und auf Jesu Leben gegründete Wege sucht, hin zu einer Kirche, die wieder Salz der Erde sein kann, findet Ansätze in Fülle.
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Artikelbeschreibung

Die Krise der Kirchen in Westeuropa ist begründet in einer Krise der Sprache und der Liturgie. Christen können nicht mehr nachvollziehen, was die Kirchen in den Ritualen feiern. Die deutlich abnehmende Zahl der Gottesdienstbesucher ist unübersehbar. Die aus dem Mittelalter stammende Form der lateinischen »Messe« und der damit verbundene Opfer-Gedanke ist nicht mehr mit der Lebenswelt der Menschen verbunden, sagt ihnen nichts mehr.
»Brotbrechen« in Weiterführung der Praxis Jesu war in den Gemeinden des Evangelisten Lukas und über Jahrhunderte in katholischen Kirchen des Ostens die übliche Form der »Eucharistie« (Danksagung). Die Vielfalt der Rituale in den ersten Jahrhunderten und »Brotbrechen« als Ursymbol menschlicher Gemeinschaft sollten als Chance in der aktuellen Krise verstanden werden. Dieses Buch enthält somit einen Rückblick in die Anfangs- und Frühzeit der christlichen Kirche und eine Vision für ihre Zukunft.

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Personeninformation

Hubert Frankemölle, Dr. theol., geb. 1939, em. Professor für Exegese des Neuen Testaments an der Universität Paderborn

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