Minima theologica

Spuren des Heiligen heute
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Buchprofile - Rezension
40 kurze Texte, die dem Heiligen heute auf der Spur sind.
In den letzten Jahren ist in der Theologie eine Debatte darüber entstanden, ob den Menschen, die heute bewusst auf Religion verzichten, überhaupt etwas abgeht. Der Theologe Jan-Heiner Tück möchte mit seinem Buch "Minima theologica" darauf hinweisen, dass diejenigen, die meinen, ohne Verlust auf Religion verzichten zu können, doch immerhin auch in ihrem Leben bestimmte grundlegende menschliche Erfahrungen machen, "Intensitätsmomente, die durchlässig sind auf das Andere", das religiöse Menschen dann eben als "das Heilige" bezeichnen würden. Solche tiefgreifenden Erlebnisse können sein: "Unverhofftes Glück, für das man danken möchte, Unterbrechungen in der wohltemperierten Existenz, die aufhorchen lassen und nachdenklich stimmen, … Einbrüche von Ohnmacht und Verzweiflung, die nach einer rettenden und erlösenden Macht fragen lassen". Und da derartige Erlebnisse seit Menschengedenken nicht nur in der Religion, sondern auch im Bereich der Kunst thematisiert werden, lassen sich bei eher religionsfremden modernen Menschen vielleicht leichter an dieser Stelle, in den Werken bildender Kunst, von Literatur und Musik Anknüpfungspunkte finden, über das Aufleuchten des Heiligen in unserer Welt nachzudenken. Jan-Heiner Tück nähert sich in seinem Buch in eben dieser Art und Weise im Nachdenken über bestimmte Kunstwerke, über moderne Literatur und Musik den "Spuren des Heiligen heute" an. Zwischendurch werden aber auch immer wieder ungewöhnliche Erfahrungen betrachtet, mitgehörte Gespräche im Zug etwa, mitgeteilte Erlebnisse, die über Zufall oder Vorsehung nachdenken lassen, oder manche Strömungen der Gegenwartstheologie hinterfragt (Handelt Gott in der Geschichte?). Niemand sollte sich durch den lateinischen Buchtitel abschrecken lassen - das Buch ist gut lesbar und bestens auch als Lesebuch zu verwenden, in dem man nach Belieben einzelne (wiederum in viele kleine Abschnitte unterteilte) Kapitel und diese auch in beliebiger Reihenfolge lesen kann. (Religiöses Buch des Monats Juli)
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Artikelbeschreibung

Auch in den beschleunigten Lebenswelten von heute gibt es Spuren des Heiligen: Momente, in denen der säkulare Horizont über sich selbst hinausweist, Erfahrungen menschlicher Selbsttranszendenz, die klar machen, dass das, was ist, nicht alles ist. In Kunst, Literatur, Musik und Architektur lässt sich ein Vorschein der Fülle erfahren.

Um den Sinn für die kulturelle Präsenz des Heiligen zu schärfen, gehen die Miniaturen des vorliegenden Buches verstreuten Spuren des Heiligen nach. Es handelt sich um Skizzen einer experimentellen Theologie, die Alltagsbeobachtungen und Reflexionssplitter, aber auch Deutungsversuche von Gelesenem, Gesehenem, Gehörten versammeln. Dabei geht es darum, das Ganze im Fragment aufscheinen zu lassen.

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Personeninformation

Jan-Heiner Tück, Dr. theol, wurde 1967 geboren und ist Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Er ist Mitherausgeber und Schriftleiter der Zeitschrift "Communio" und des OnlinePortals www.communio.de; Initiator der Wiener Poetikdozentur "Literatur und Religion"; Mitglied der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz sowie der Theologischen Kommission der Österreichischen Bischofskonferenz. Vielfältige Veröffentlichungen unter anderem zum Austausch mit der Gegenwartsliteratur sowie Diskussionsbände mit Jan Assmann. Zuletzt erschienen: "Gelobt seist du, Niemand". Paul Celans Dichtung - eine theologische Provokation, 3. Auflage, Freiburg 2023 sowie Crux. Über die Anstößigkeit des Kreuzes, 2. Auflage, Freiburg 2023.

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