Abschied

Roman. Mit einem Nachwort von Volker Weidermann
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Buchprofile - Rezension
Posthum veröffentlichter Roman des Historikers (1907-1999) über eine junge Liebe im Paris der 30er Jahre.
Der Ich-Erzähler Raimund, ein junger deutscher Rechtsreferendar, hat sich im Sommer 1930 in Berlin unsterblich in die Studentin Teddy verliebt. Sie studiert in Paris, und so verbringt er im Herbst zwei Urlaubswochen in Frankreich. Dort wird er schnell Mitglied einer illustren Clique rund um Teddy. Die internationale Truppe hat wenig Geld, trinkt chinesischen Tee oder billigen Wein und ist verliebt in das Leben und die Liebe. Alle Männer sind von Teddy bezaubert und Raimund ist eifersüchtig auf jeden einzelnen. Teddy isst und schläft zu wenig, Raimund ist ständig voller Sorge um sie. Es bleiben ihm noch eine Nacht und ein Tag, bevor er zurück nach Berlin muss. Er möchte gerne mit Teddy über die Zukunft sprechen, darüber, wie es mit ihnen weitergeht, aber es gibt keinen Raum für Zweisamkeit, immer ist jemand der anderen dabei. Je näher der Abschied kommt, desto schneller scheint die Zeit zu vergehen. Raimund und Teddy besuchen den Louvre und den Eiffelturm. Sie zeigt ihm die Venus von Milo, er ihr das Gemälde „Die Kreuzigung“ von El Greco. Die Liebe und der Tod schweben über den beiden. – Leicht, melancholisch und gleichzeitig mit großer Ernsthaftigkeit erzählt der Historiker Haffner („Anmerkungen zu Hitler“), der 1907 mit dem Namen Raimund Pretzel geboren wurde, in seinem erst jetzt veröffentlichten Frühwerk (verfasst 1932) von einer Liebe am Rande des nahenden Abgrundes. Große Empfehlung!
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

„Abschied“ ist die literarische Sensation des Jahres 2025, ein Fund aus dem Nachlass des großen deutschen Historikers Sebastian Haffner. Er schrieb den kurzen Roman 1932 mit 24 Jahren, wollte ihn aber nicht veröffentlichen, weil eine Liebesgeschichte nicht in die politische Atmosphäre nach 1933 passte. Umso wunderbarer ist es, dass wir jetzt „Abschied“ lesen und mit dem jungen, stürmisch und hoffnungslos verliebten Raimund und seiner Angebeteten Teddy zwei aufregende Tage in Paris verbringen dürfen. Raimund betet Teddy an, seit er sie in Berlin kennengelernt hat. Als sie zum Studieren nach Paris geht, bricht sein Herz. Und nun, da er sie dort besucht, kommen sie einfach nicht zusammen. Zu viele Freunde, zu viele Partys, nie sind sie allein und er muss mit anderen Verehrern um die Gunst der kapriziösen jungen Dame buhlen. Raimund hofft und leidet, und weiß doch im Inneren, dass seine sehnlichsten Wünsche sich nicht erfüllen werden. Unglückliche Liebesgeschichten in der Literatur gehen mehr zu Herzen als solche mit Happyend und bleiben auch länger in Erinnerung. Teddy und Raimund, Haffners alter Ego, hat es wirklich gegeben, sie blieben lebenslang Freunde. Er hat diese Beziehung in seinen Erinnerungen „Geschichte eines Deutschen“ dokumentiert, allerdings nicht als Liebesgeschichte. Für mich ein kleines Meisterwerk der deutschsprachigen Literatur zwischen den Weltkriegen. Keck, zart und zärtlich erzählt

Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Eine Entdeckung aus dem Nachlass von Sebastian Haffner. »Ein federleichter Roman über das kostbare Glück der Freiheit - und wie schnell es mit ihr vorbei sein kann.« Iris BerbenRaimund ist verliebt. Ungeheuer verliebt. Nur für ein paar Tage ist er aus dem dumpfen Deutschland der frühen Dreißigerjahre nach Paris gereist. Jetzt naht bereits sein Abschied von der herrlichen Teddy, die mit all ihrem Esprit dorthin ausgewandert ist. Umschwärmt wird sie von etlichen in Paris gestrandeten Gentlemen, gegen die Raimund sich behaupten muss. Als wolle er alles für immer festhalten, versucht er, die französische Freiheit mit Teddy zu genießen. Wenn er die Zukunft doch aufhalten könnte!Jede Zeit hat ihre großen Romane. Dieser hier wurde nie veröffentlicht. 1932 auf der Schwelle zur NS-Herrschaft verfasst, besteht Sebastian Haffners »Abschied« einmalig gewitzt und rasant auf Weltläufigkeit, Liebe und Überschwang. Für unsere Gegenwart ist er ein Ereignis.

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Personeninformation

Sebastian Haffner, geboren 1907 in Berlin, studierte Rechtswissenschaften. Doch den Beruf des Juristen im Nationalsozialismus konnte er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren. Er arbeitete als Journalist und emigrierte 1938 nach England, wo er unter anderem seine erst postum veröffentlichte »Geschichte eines Deutschen« verfasste. 1954 kehrte er zurück und wurde mit Werken wie »Anmerkungen zu Hitler« ein zentraler Publizist der Bonner Republik. Er starb 1999. 2025 erschien sein bislang unveröffentlichter Roman »Abschied« bei Hanser.

Pressestimmen

»So hinreißend, geistwärmend und herzbedrückend. Diese offene, lebendige Weltverliebtheit, und zugleich atmet der Text die Ahnung des Verlusts. Ich sitze hier noch ganz mitgenommen und bezaubert.« Gabriele von Arnim, 03.07.2025 »Eine wunderbare Entdeckung aus dem Nachlass.« Andreas Kilb, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 01.06.25 »Dieser Text erreicht uns mit einer Verspätung von fast 100 Jahren, aber man darf von einem Glück reden, dass wir diese literarische Flaschenpost heute aus dem Meer des Ungeschriebenen gefischt haben.« Denis Scheck, WDR 2, Lesen, 15.06.25 »Das Schöne und das Schreckliche, das Leichte und das Schwere, es wird hier verdichtet, in einer Erzählung, die noch im profansten eine physische Kraft entwickeln kann.« Xaver von Cranach, Jurybegründung SPIEGEL Buchpreis 2025 Top 20 »Was für ein Buch! Schnell in der Sprache, atemlos manchmal, herrlich fahrlässig und so unbekümmert hingeschrieben, wie es nur ein junger und noch fast namenloser Autor eben tun konnte. Herzzerreißend.« Lothar Schröder, Rheinische Post, 06.06.25 »Nicht nur eine wunderbar leichte, beschwingte Lektüre, sondern auch ein Zeitdokument. Es zeigt Haffner am Beginn seiner schriftstellerischen Laufbahn und macht seine Denk- und Lebensweise deutlich: unangepasst, politisch eigenständig, aufrecht, streitbar und in seiner Liebesbereitschaft voller Zärtlichkeit.« Jörg Magenau, rbb, 03.06.25 »Die Geschichte einer Liebe, die verfliegt. Und eine Momentaufnahme der Zwischenkriegsgeneration, die mit offenen Augen ins Unglück taumelt.« Thomas Rib, Neue Zürcher Zeitung, 05.06.25 »Wieder erlebt man jenes überwache historisches Bewusstsein, das die Welt schon in Haffners 'Geschichte eines Deutschen' erstaunte und faszinierte. Ein erschütternd klarsichtiger Roman.« Marie Schmidt, Süddeutsche Zeitung, 31.05.25 »Ein unvergessliches Leseerlebnis. Wie Raimund und Teddy entlang der Seine durch Paris taumeln, wie sie auf den Eiffelturm blicken und zum ersten Mal neuartiges chinesisches Essen genießen und wie dieses Liebeslied nach nur wenigen Takten am Schluss schon wieder ausfadet, ist einfach grandios.« Andreas Knabl, Buchkultur, 13.06.25 »Man liest es, als würde man eine Flasche Champagner trinken - leicht, beseligt, mit einer dumpfen Ahnung aber schon vom folgenden Kater.« Elke Heidenreich, Kölner Stadtanzeiger, 14.06.25 »Ein wahnsinnig rasanter, leichter, lebendiger und luftiger Text.« Thomas Strässle, 3sat Kulturzeit, 30.05.25 »Ein schönes Buch von jugendlicher Frische und einem großen emotionalen Druck. Die Euphorie und die Unbeschwertheit sind ebenso greifbar wie die Empfindungen von Trostlosigkeit und Trübsinn.« Christoph Schröder, Deutschlandfunk Büchermarkt, 01.06.25 »Temporeich und atemlos einerseits, dann aber auch unheimlich lässig, verspielt und frühlingsduftend erzählt dieser Roman von der Freiheit, in der Melancholie das Glück zu suchen; nebenbei ist er ein fabelhafter Reiseführer durchs Quartier Latin der frühen 1930er.« Alexander Solloch, NDR Kultur, 04.06.25 »Dieser wunderbare Roman schildert fast hellseherisch auch den Abschied von der Welt, wie wir sie kannten: Adieu Liberté.« Alexandra Senfft, Der Freitag, 05.06.25 »Was der neue alte Haffner-Roman leistet, ist, ein Zeitgefühl zu vermitteln, das eine Unschuld heraufbeschwört, die Europa nie mehr haben würde.« Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.25 »Ein Glück! 'Abschied' legt Zeugnis ab von der Endphase der Weimarer Republik.« Knut Cordsen, Bayern 2, 03.06.25 »Einen schöneren Liebesroman werden Sie in diesem Sommer nicht mehr lesen.« Christoph Amend, ZEIT-Newsletter Was für ein Tag!, 02.06.25
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