Das schönste aller Leben

Roman. "Ein Roman von erschütternder Zärtlichkeit." Mareike Fallwickl
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Buchprofile - Rezension
Müssen Frauen schön sein, um ein schönes Leben zu führen?
Keinen geringen Anspruch hat sich Betty Boras für ihr Romandebüt auferlegt, nämlich über „Das schönste aller Leben“ zu erzählen. Sie tut dies – überzeugend und berührend – auf drei Zeitebenen aus der weiblichen Perspektive ihrer Protagonistinnen. Da ist einmal die bildhübsche Theresia, als Vollwaise in einer Ziehfamilie unweit von Wien großgeworden, die im 18. Jh. in einer verbotenen Liebesbeziehung zu dem jungen Dorfpfarrer die Sünde der unehelichen Schwangerschaft begeht und die beim sogenannten „Temeswarer Wasserschub“ in den Banat deportiert wird. Um aus dem Arbeitslager zu entkommen, setzt sie ihre Schönheit ein und verkauft ihren Körper an den gewalttätigen Kutscher Johannes. Da ist Vio, die nach dem Sturz der kommunistischen Diktatur als Kind mit ihren Eltern aus Rumänien nach Deutschland auswandert. Der Anpassungsdruck auf die Teenagerin mit Migrationshintergrund ist enorm, sei es bei der Sprache, in der Schule, bei teuren Hobbys oder angesagter Markenkleidung. Besser, fleißiger und attraktiver als alle anderen muss Vio sein, um in der neuen Heimat anzukommen und gemocht zu werden. Und da ist Vio als erwachsene Frau und Mutter, deren zweijährige Tochter sich in einem unbeaufsichtigten Moment das Gesicht mit heißem Tee verbrüht. Die Narben auf Sophias Haut setzen bei Vio eine unaufhörliche Spirale der Selbstvorwürfe in den Gang. Wird ihre versehrte Tochter jemals ein erfolgreiches, glückliches, schönes Leben haben können? – Ruhig erzählt, entfaltet der Text nach und nach seine volle Wucht, indem er die Erwartungen des sozialen Umfelds offenlegt, die an Frauen und Mütter seit Generationen herangetragen werden. Und indem er den Druck von verinnerlichten Schönheitsidealen und der auf die „instagrammable“ Äußerlichkeiten fokussierten Wahrnehmung von Mädchen- und Frauenkörpern thematisiert. Ein starkes Thema in einer starken literarischen Umsetzung!
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Artikelbeschreibung

Das intensive und aufwühlende Debüt von Betty Boras »über Herkunft, Mutterschaft und die Schönheitsideale, denen Frauen schon immer ausgeliefert waren.« Mareike FallwicklKurz nach dem Sturz der Diktatur flieht Vio mit ihren Eltern aus dem rumänischen Banat nach Deutschland. Sich anpassen, bloß nicht auffallen - das ist der Preis des Ankommens. Fleiß und Schönheit seine Währung. Trotz aller Widerstände findet Vio ihren Platz in der Gesellschaft. Als jedoch Jahre später ihre zweijährige Tochter bei einem Unfall Narben davonträgt, droht sie, an ihren Selbstvorwürfen zu zerbrechen. Im 18. Jahrhundert muss Theresia einen hohen Preis dafür zahlen, als begehrenswert zu gelten. Sie gerät ins Visier der Keuschheitskommission, wird entrechtet und verschleppt. Beiden Frauen ist die Banater Erde eingeschrieben, die zwischen den Jahrhunderten ein Band aus Schmerz und Schönheit spinnt.

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Personeninformation

Betty Boras, geboren 1984 in Arad/Rumänien, kam als Kind nach Deutschland. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Spanisch in Tübingen, arbeitet als Gymnasiallehrerin und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in der Nähe von Stuttgart. »Das schönste aller Leben« ist ihr Debüt.

Pressestimmen

»Zwei Frauen, zwei Jahrhunderte, ein Schmerz. Ein aufwühlender Debütroman!« Melanie Zingl, Woman, 19.02.2026 »Eine raffiniert verwobene Generationengeschichte« freundin, 04.03.2026 »Boras, die selbst als Kind von Rumänien nach Deutschland kam, erzählt leise und zugleich ungeschönt von Herkunft, Mutterschaft und von der - fragwürdigen - Bedeutung von Schönheit.« Petra Schulte, emotion, 03.03.2026 »Boras befragt mit großem Geschick unterschiedliche Epochen, kulturelle Räume und ihre Heldinnen nach der jeweiligen Bedeutung von weiblicher Schönheit.« Dimo Rieß, Leipziger Volkszeitung, 20.02.2026 »Auf der Suche nach Freiheit führt der Weg dahin zurück, von wo die Vorfahren zweihundert Jahre zuvor aufgebrochen sind. Betty Boras findet in den Zurichtungen des Körpers im Dienst der Schönheit eine Veranschaulichungsform für die Adaptionsgewalt und den Anpassungsdruck, denen ihre nomadisierenden Figuren dabei ausgesetzt sind.« Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung, 10.03.2026 »Wann gehören wir dazu? Und wie prägend ist die eigene Herkunft? In ihrem Debütroman setzt sich Betty Boras mit ihrer Identität als Nachkommin der Banater Schwaben auseinander.« Eva-Maria Manz, Stuttgarter Zeitung, 16.02.2026 »Ein bewegendes Buch und ein sprachliches Kleinod!« Sylvia Paschert, Ruhr-Nachrichten, 04.03.2026 »Migrationshintergrund - das sagt sich so leicht. Die in Rumänien geborene Deutsche Betty Boras weiß allerdings genau, wovon sie schreibt.« Gilbert Waldner, Lesezeichen - Newsletter der Kleinen Zeitung, 21.02.2026 »Eine Geschichte, die gleichzeitig beeindruckend und ergreifend ist. Erfahrungen, die viele von uns gemacht haben, Gefühle, die viele von uns kennen.« 20.02.2026, Banater Post »Berührend und aufklärerisch« Reutlinger Generalanzeiger, 05.03.2026 »Die Biografien der Hauptfiguren Vio und Theresia sind über Jahrhunderte hinweg miteinander verwoben. Herkunft, Familie und der Wunsch, ein eigenes freies Leben zu führen, verbindet sie.« Eislinger Zeitung, 05.02.2026 »Für diese Mehrschneidigkeit - Schönheit als Geschenk, als Last, als Sehnsucht - findet Betty Boras mit ihren Frauenfiguren eine mitreißende Familiengeschichte, die die Jahrhunderte miteinander verbindet und zeigt, dass sich die Zeiten geändert haben mögen, die grundsätzlichen Themen aber kaum.« Stefan Härtel, Wiro aktuell, 12.02.2026

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