Onigiri

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Buchprofile - Rezension
Die Tochter eines Deutschen und einer Japanerin reist mit ihrer Mutter in deren Heimat.
Für die Protagonistin des Romans sind Onigiri (Reisbällchen) das "Soulfood" schlechthin, sie bedeuten Trost und mütterliche Zuwendung. Diese Vorliebe bleibt, auch als Aki längst eigene Kinder hat, und die Verbindung zum mütterlichen Teil ihrer Familie in Japan sehr lose geworden ist aufgrund einer früh beginnenden Demenz von Akis Mutter. Doch Aki spürt, sie braucht als Tochter eines deutschen Vaters und einer japanischen Mutter auch ihre japanischen Wurzeln. Sie weiß nicht einmal, ob dort ihre Großmutter noch lebt. Und so startet sie ein ambitioniertes Projekt: Eine letzte Reise mit ihrer kranken Mutter in deren Heimatstadt Kobe, Besuche bei deren Bruder, bei der engsten Freundin. Kann es gelingen, der alten Dame das Gefühl von Heimat und Geborgenheit noch einmal zu schenken, das sie in ihrem Leben in Deutschland entbehrt hat? Und kann Aki dem Leben ihrer Mutter ein wenig mehr auf die Spur kommen, ihrer Depression, der ständigen Erschöpfung? – Die Autorin erzählt von der Japanreise, bei der es zu vielen schönen Begegnungen kommen wird, soviel sei verraten. Parallel dazu setzt sie rückblickend das Puzzle ihrer Familie zusammen, die Erinnerungen an die Großeltern, die Anfänge ihrer Mutter in Deutschland, das schwierige Erwachsenwerden ihres Vaters. Besonders die Schilderung der wohlhabenden, aber in den Rollenmustern der 60er Jahre völlig gefangenen deutschen Großeltern hat unterhaltsame Qualitäten. Im Vergleich dazu wirken die Beziehungen zwischen den Verwandten in Japan, das ja gemeinhin als sehr formelle Gesellschaft gesehen wird, geradezu herzerfrischend. Der Roman ist eine große Ermunterung dazu, das Bedürfnis nach Familiengeborgenheit ernst zu nehmen – wenn man es denn verspürt – und sich ausdünnende Familienbeziehungen nicht einfach hinzunehmen. Subtil und differenziert lässt sich von Yuko Kuhn auch erfahren, was es bedeutet, sein Leben als junger Mensch in eine völlig andere Kultur zu verpflanzen. Sehr zu empfehlen, vor allem für Büchereien mit migrantischen Lesern.
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

Die Dreiecke auf diesem Cover stellen Onigiri dar, in Algenblätter eingewickelte Reisbällchen, die unterschiedlich gefüllt, das japanische Pendant zum Butterbrot sind. Und damit sind wir auch schon mitten in dieser wunderschönen Mutter-Tochter-Geschichte der Münchner Schriftstellerin Yuko Kuhn. Onigiri sind für die Protagonistin Aki Soulfood und symbolisieren die enge Verbindung mit ihrer japanischen Mutter Keiko, die in ihrem Bestreben, sich vollkommen in Deutschland zu integrieren, mit Ausnahme des Essens nur wenige Traditionen und Gepflogenheiten ihres Heimatlandes importiert hat. Nun ist sie alt und beginnt, vieles zu vergessen und aus einem Impuls heraus plant Aki eine Reise mit der Mutter nach Japan, um ihr die Möglichkeit zu geben, Familie, alte Freunde und die Orte ihrer Vergangenheit ein vielleicht letztes Mal zu sehen. Die Reise nach Kobe wird nicht nur für die Mutter zu einer emotional aufwühlenden Erfahrung. Anders als die landläufige und klischeebehaftete Vorstellung vom disziplinierten und distanzierten Miteinander in Japan erfährt Aki in diesen Tagen mehr familiäre und freundschaftliche Verbundenheit als in ihrer Kindheit mit den Großeltern väterlicherseits. Von dieser Zeit erzählt Yuko Kuhn in eingestreuten Rückblicken, die der Mutter ihrer Protagonistin und damit vielleicht allen eingewanderten Frauen ein Denkmal setzt. Ich habe diesen warmherzigen, leisen und zärtlichen Roman mit Begeisterung gelesen und möchte diese Lesefreude gerne an alle weitergeben.

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Eine deutsch-japanische Familiengeschichte, wie man sie noch nicht gelesen hat. »Zum Heulen schön.« (Doris Dörrie)Als Aki erfährt, dass ihre Großmutter gestorben ist, bucht sie zwei Flüge. Ein letztes Mal will sie ihre Mutter zu ihrer Familie in Japan bringen, auch wenn sie weiß, wie riskant es ist, einen dementen Menschen aus der gewohnten Umgebung zu reißen. Und wirklich hat sie Keiko noch nie so verloren erlebt wie in der ersten Nacht im Hotel. Doch dann sitzen sie beim Essen im alten Elternhaus, und plötzlich spricht sie, die so still geworden ist, fröhlich und klar für sich selbst. Erst auf dieser Reise erkennt Aki in ihrer Mutter die mutige und lebenshungrige Frau, die sie einmal war, bevor sich in Deutschland diese große, für Aki so bedrohliche Müdigkeit über sie legte. Mit sanfter Klarheit lässt Yuko Kuhn die faszinierende Geschichte einer deutsch-japanischen Familie entstehen, die zwischen den Kulturen verloren geht und sich neu findet.

Produktsicherheit

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Kontakt: info@hanser.de

Personeninformation

Yuko Kuhn wurde 1983 in München geboren. Sie studierte Kulturwirtschaft in Passau und Aix-en-Provence. 2019 fand sie über ihre Tätigkeit an der HFF / Hochschule für Fernsehen und Film München zum Schreiben. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt sie in München.

Pressestimmen

»Ein Buch mit großer Sogwirkung... Ich konnte gar nicht mehr aufhören... Ein sehr zartes, sehr schönes Buch.« Elke Heidenreich, WDR, 7.12.25 »Onigiri ist ein Buch voller Kontraste, voller Abschiede und Neuentdeckungen, voll Löcher und Leere, aber auch voller Wärme und Optimismus, vor allem aber ist es ein Buch über eine Tochter, die sich ehrlich bemüht ihre Mutter zu verstehen und ihr gerecht zu werden.« Julie Metzdorf, Bayern 2, 29.9.25 »Sehr berührend!« Flow, Oktober 2025 »Ein zart melancholischer Roman.« Antje Weber, Süddeutsche Zeitung, 19.9.25 »Es ist der wahrscheinlich unaufgeregteste Roman des Jahres - und gerade deshalb einer der berührendsten.« Christoph Amend, DIE ZEIT-Newsletter, 18.08.25 »Ein ganz feiner, unaufgeregter Schreibstil, immer genau beobachtend... Sehr berührend erzählt.« Elke Schlinsog, Deutschlandfunk Kultur, 28.07.25 »Ein Debüt über Verbindendes und Trennendes, feinfühlig erzählt.« Angelika Wittmann, Brigitte, 27.08.25 »Yuko Kuhns Beschreibungen sind intensiv und fesselnd. Und überraschend wie die Füllung des zum Dreieck geformten Reissnacks Onigiri.« Simone Bauer, Missy Magazin, Juli 2025 »Yuko Kuhn erzählt unglaublich berührend von all dem, was Familien zusammenhält - und entzweit. Ein Buch, das wärmt wie eine große Tasse Tee.« Okka Rohd, Freundin, Juli 2025 »Dabei erfährt der Leser viel über die japanische Kultur und Kuhn vermittelt ein eindringliches Familienporträt, das die vielen Facetten der Personen offenbart.« Sylvia Paschert, Ruhr-Nachrichten, 13.9.25 »Eine liebevolle, tröstliche Reise zu den eigenen Wurzeln.« Isabella Huber, Happy, September 2025 »Yuko Kuhn ist mit ihrer unaufgeregten, präzisen und doch poetischen Sprache ein kleines Meisterwerk gelungen.« Alke Müller-Wendlandt, inMünchen, 09/2025 »Yuko Kuhn gelingt es mit zartem Ton und minutiöser Beobachtungsgabe, das Verhalten ihrer Mutter und das Verhältnis zu ihr, das oft knirscht und nicht rund läuft... aufs Papier zu werfen.« Linda Stift, Die Presse, 14.9.25 »Eine liebevolle, tröstliche Reise zu den eigenen Wurzeln.« Isabella Huber, happy, 10.9.25 »'Onigiri' ist ein kleines, zärtliches Meisterwerk... Yuko Kuhn gelingt dieses Kunststück, indem sie eine Miniatur nach der anderen aus dem Alltag der deutschen und japanischen Teile der Familie aneinandersetzt. Kleine und oft kleinste Begebenheiten werden da unglaublich scharf beobachtet und mit Szenen aus dem jeweils anderen Teil der Familie kontrastiert.« Armin Jelenik, Nürnberger Nachrichten, 05.08.25 »Eine literarische Liebeserklärung, die sanfte Suche nach einem verlorenen Stück Paradies.« Gallus Frei-Tomic, literaturblatt.ch, 24.07.25

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