Long Island

Roman
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Buchprofile - Rezension
Eilis reist zu ihrer Mutter nach Irland und begegnet dort dem Mann, den sie vor vielen Jahren ohne Abschied verlassen hatte.
Die Irin Eilis ist als junges Mädchen in die USA ausgewandert und hat dort den Klempner Tony kennengelernt und geheiratet. Inzwischen haben die beiden zwei fast erwachsene Kinder und leben mit Tonys italienischer Großfamilie in Long Island. Eines Tages steht ein Mann vor der Tür und teilt Eilis mit, dass seine Frau schwanger und Tony der Vater sei. Das Kind würde er, sobald es geboren ist, bei ihm abliefern. Eines ist Eilis klar: Sie wird nicht das Kind einer anderen Frau aufziehen. Da Tony aber seiner Verantwortung nachkommen will, beschließt sie, zu ihrer Mutter nach Irland zu reisen und das weitere Geschehen abzuwarten. In Irland begegnet ihr Jim, den sie bei einem früheren Aufenthalt ohne Erklärung verlassen hat, um zu ihrem Ehemann in die USA zurückzukehren. Immer noch existiert eine Anziehung zwischen den beiden, jedoch ist Jim mit der Witwe Nancy heimlich verlobt und damit auch glücklich und zufrieden. Eine Bekanntmachung der Verlobung steht kurz bevor und Nancy ist mit Hochzeitsplänen beschäftigt. Kann Jim seine Liebe zu Eilis zulassen? Wird sie sich diesmal für ihn entscheiden? Schließlich hat sie inzwischen die Verantwortung für ihre zwei heranwachsenden Kinder. Ruhig und unaufdringlich öffnen sich die Lebenshintergründe und Charaktere der Protagonisten und laden zur Auseinandersetzung mit deren Herausforderungen und Handlungen ein. – Ein äußerst empfehlenswerter Roman, der strenggenommen eine Fortsetzung von „Brooklyn“ (BP/mp 11/133) ist, aber auch gut ohne den Vorgänger gelesen werden kann.
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Sich noch einmal neu erfinden, das ganze Leben umwerfen und seinem Herzen folgen – das kann ein Plot sein für einen sehr kitschigen Roman oder auch für einen sehr lebensklugen wie den, den der bekannteste irische Autor Colm Toibin geschrieben hat.

Gibt es eine zweite Chance eine verloren gegebene Liebe leben zu lassen? Kann man in der zweiten Lebenshälfte neu anfangen, auch wenn das bedeutet, die enge Bindung etwa an seine Kinder entscheidend zu beschädigen und alle Routinen aufzugeben? Colm Toibin spielt in seinem neuen Roman „Long Island“ diese Fragen vor dem Hintergrund der konservativen, traditionsorientierten Gesellschaft im Irland der 70er Jahre durch. In einer Zeit also, als Trennungen und eigenständige Lebensentwürfe von Frauen noch nicht an der Tagesordnung waren.

„Long Island“ ist ein intensives und lebenskluges Buch, das nachdenklich macht darüber, was man wirklich in seinem Leben selbst gestaltet und wie viele Entwicklungen und Entscheidungen durch die Menschen um einen herum beeinflusst werden. Colm Toibin erzählt mit Weitblick und Menschenkenntnis. Angesichts einer neu aufgeflammten alten Leidenschaft, lässt er seine Figuren auf die Suche gehen nach dem, was ihnen im Leben am wichtigsten ist. Ein Roman eher für Menschen, die selbst schon auf ein paar Lebensjahrzehnte zurückschauen können und ein Roman, der bewegt - egal was man schon alles erlebt hat.

Artikelbeschreibung

Die neue große Liebesgeschichte von Colm Tóibín, dem Autor des Welterfolges "Brooklyn"Ein Mann und eine Frau treffen sich nach fast zwanzig Jahren wieder - und stehen noch einmal vor der Entscheidung ihres Lebens. Eilis lebt in Long Island mit ihren Kindern und Tony, für den sie ihre Jugendliebe Jim in Irland zurückließ. Als sie erfährt, dass Tony sein uneheliches Kind in der gemeinsamen Familie aufziehen will, bricht sie in ihre Heimat auf. Dort holen sie ihre alten Gefühle ein. Mit atemberaubender Intensität und psychologischer Klarsicht erzählt Tóibín von dem Versteckspiel, das sich zwischen den ehemaligen Liebenden entspinnt. Der neue Roman des Autors von "Brooklyn" ist ein Meisterwerk der Erkundung widersprüchlichster Gefühle: mitreißend, aufwühlend, unwiderstehlich.

Produktsicherheit

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Anschrift: Kolbergerstr. 22
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Kontakt: info@hanser.de

Personeninformation

Colm Tóibín, 1955 in Enniscorthy geboren, ist einer der wichtigsten irischen Autoren der Gegenwart. Bereits sein erster Roman »Der Süden« (1994) wurde von der Kritik enthusiastisch gefeiert. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem IMPAC-Preis, dem David Cohen Prize for Literature und dem Würth-Preis für Europäische Literatur. Bei Hanser erschienen zuletzt «Long Island« (Roman, 2024) sowie »Vinegar Hill« (Gedichte, 2025). Er wurde für 2022-2024 zum Laureate for Irish Fiction ernannt. Giovanni Bandini und Ditte Bandini arbeiten seit 1985 als Schriftsteller und freie Übersetzer. Unter anderem haben sie Seamus Heaney, Matt Ruff, Cathleen Schine, Kiran Nagarkar und Neel Mukherjee ins Deutsche übertragen. Giovanni Bandini und Ditte Bandini arbeiten seit 1985 als Schriftsteller und freie Übersetzer. Unter anderem haben sie Seamus Heaney, Matt Ruff, Cathleen Schine, Kiran Nagarkar und Neel Mukherjee ins Deutsche übertragen.

Pressestimmen

"Colm Tóibín schreibt erschütternde kleine Sätze, beiläufige Sätze mit verheerender Wirkung. Das ist eine so große Kunst, dass man beim Lesen manchmal fast lachen möchte, weil es so gut ist." Tobias Rüther, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 19.05.24 "Ein subtiler, glänzend austarierter Roman, wie man ihn sich alle Tage wünscht und doch nur alle Jahre bekommt. Colm Tóibín ist, es lässt sich nicht anders sagen, ein Virtuose, wenn es darum geht, Gefühlsabgründe auszuloten und die Sympathien der Leser nicht zu schnell in eine Richtung zu lenken." Rainer Moritz, Neue Zürcher Zeitung, 05.06.24 "Colm Tóibíns Roman erzählt ergreifend von Auswandern, Amerika und Sehnsucht." Mara Delius, Welt am Sonntag. 07.07.24 "Er beschreibt so fesselnd, dass man bereits auf den ersten Seiten eigentlich von den Büchern nicht mehr loskommt." Sylvie Weber, Vorsitzende der Jury des Würth-Preises für Europäische Literatur, 04.06.24 "So sanft im Ton dieser Roman ... klingt, so unerbittlich ist er auch. Er erzählt still, aber rigoros vom verfehlten Leben und davon, wie das Ungesagte die Liebe verdirbt." Sigrid Löffler, Deutschlandfunk Büchermarkt, 02.07.24 "Tóibin wird immer wieder dafür gelobt, wie gut und einfühlsam er Menschen beschreiben kann. Das ist ihm auch in 'Long Island' wieder meisterlich gelungen." Maren Ahring, NDR Kultur, 17.05.24 "Man folgt dem Autor gern und akzeptiert, dass der Zauber dieser Geschichte aus ihren Leerstellen erwächst. Mag sein, dass der bald siebzigjährige Colm Tóibín hier die Summe seiner Erfahrungen zieht." Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.24 "Als Erweiterung des Enniscorthy-Komplexes ist 'Long Island' ein Gewinn." Marie Schmidt, Süddeutsche Zeitung, 10.06.24
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