Männer sterben bei uns nicht

Roman
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Buchprofile - Rezension
Eine Dynastie von Frauen auf dem Weg zur Emanzipation von sich selbst.
Ein herrschaftliches Anwesen am See, fünf Häuser, bewohnt von Frauen aus drei Generationen, und vor allem: keine Männer! Das ist das Setting für Annika Reichs Roman, in dem die alternde Grundbesitzerin nach außen unbedingt den Anschein des gesellschaftlich Besonderen wahren möchte. Die altersgemäß unter ihr stehenden Frauen der Familie lässt sie dafür wie Marionetten in einem Spiel für sich tanzen. Auch wenn dies den Frauen teilweise bewusst ist, gelingt es kaum einer von ihnen, der ihr zugeteilten Rolle zu entfliehen. Die gegenseitigen Abhängigkeiten, erlernten Verhaltensweisen und eingetrichterten familiären Verpflichtungen lässt die Autorin in jeder ihrer Figuren durchscheinen. Geschickt konstruiert sie die Geschichte rund um die Beerdigung der herrschenden Großmutter, mit der die bestehenden Regeln ins Wanken kommen. Anhand kleiner Details im Umfeld der Trauerfeier springt sie rückblickend in die Vergangenheit und entblättert so immer mehr die zum Teil verhängnisvollen Verstrickungen innerhalb der Familie, in der Männer zwar nur Nebensache zu sein scheinen, auf dem Anwesen jedoch trotzdem einen besonderen Platz haben. Erzählt wird durchgehend aus der Perspektive der Enkelin Luise, für die das Erbe der Verstorbenen bestimmt ist. - Annika Reich formuliert unglaublich differenziert, kunst- und humorvoll. Ihr gelingt eine erstaunliche Symbiose aus düsterer Familiengeschichte und Elementen, die an Slapstick erinnern, dabei jedoch nie ins komplett Lächerliche abgleiten. Der Roman erhält dadurch eine ganz besondere Lesart und ist sehr zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

"Ich habe diese Frauen geliebt, gefürchtet, gehasst. Sie haben Fragen in mir geweckt über Familien, Töchter, Mütter und über mich selbst." (Lena Gorelik)In einem prachtvollen Anwesen am See leben sie zusammen, die Frauen einer Familie, denen die Männer nach und nach abhandengekommen sind. Wie zahlreich die dunklen Flecken ihrer Geschichte sind, weiß nur eine von ihnen, die enigmatische Großmutter, die immer den Schein zu wahren wusste. Als Leni sich weigert, genau das zu tun, wird sie still und heimlich verstoßen. Zurück bleibt ihre Schwester, die nun allein gegen eine verhängnisvolle Tradition ankämpfen muss. Annika Reich erzählt von Schwestern, Müttern, Töchtern und Großmüttern, die der trügerischen Anziehungskraft weiblichen Verrats erliegen, auch wenn sie sich nichts mehr als gegenseitigen Beistand wünschen. Bis die Großmutter stirbt und die Geister der Vergangenheit sich nicht länger verstecken lassen.

Produktsicherheit

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
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München
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Pressestimmen

"Annika Reich zieht einen sofort in den Bann mit ihrem rätselhaft dekadenten Märchen von Macht und Ignoranz, das ohne männliche Protagonisten auskommt." Katja Schönherr, Brigitte, 13.06.23 "Die Autorin positioniert und bewegt ihre Figuren wie auf einem Schachbrett. Die Atmosphäre ist zuweilen ähnlich rätselhaft und aufregend wie in Lewis Carrolls Roman 'Alice hinter den Spiegeln' ... Dabei bleibt manches auch beim zweiten Lesen noch in der Schwebe. In diesem Buch wird einfach nicht alles gesagt, auch deshalb klingt es nach." Cornelia Geißler, Berliner Zeitung, 27.06.23 "Annika Reich zieht einen sofort in den Bann mit ihrem rätselhaft dekadenten Märchen von Macht und Ignoranz, das ohne männliche Protagonisten auskommt." Meike Schnitzler, Brigitte, 07.06.23 "Annika Reich erzählt auf wunderbar poetische Weise von gewachsenen Machtstrukturen zwischen den Generationen, geheimen Wünschen, vergebenen Chancen und späten Erkenntnissen." Linda Stift, Die Presse am Sonntag, 21.05.23 "Ich habe ganz viel gelernt in diesem Buch." Maria-Christina Piwowarski, rbb radioeins, 09.04.23 "Annika Reich erzählt hochkomisch und mit einer großen Leichtigkeit. ... Aber dass es in allen anderen Figuren ungemein brodelt, schwingt zwischen den Zeilen subtil mit." Christel Wester, WDR 5, 08.04.23 "Das innerste Thema ihres Roman, das Patriarchat und seine zersetzende, Frauengemeinschaften spaltende Kraft, hat Annika Reich klug versteckt in den Winkeln ihrer überraschenden, spannend erzählten Geschichte." Bernadette Conrad Reichs, SRF2 Kultur, 04.04.23 "Ein Roman, der ins heiße Herz der Gegenwart führt." Denis Scheck, SWR lesenswert, 30.03.23 "Die Geschichte ist voll epischen, surrealen Glanzes und spricht sehr laut: darüber, was passiert, wenn Frauen für das Patriarchat keine Männer mehr brauchen." Marie-Sofia Trautmann, die tageszeitung, 30.03.23
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