Die Nickel Boys

Roman. Pulitzer-Preis 2020. Ausgezeichnet mit dem Kirkus Fiction Prize 2019, dem Pullitzer Prize 2020 und dem ALA Alex Award 2020
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Buchprofile - Rezension
Im "Nickel", der Besserungsanstalt für Jungen in Florida in den 1960er Jahren, sind Folter und Machtmissbrauch an der Tagesordnung.
Archäologiestudenten der University of Tampa entdecken auf dem Gelände des "Nickel", einer früheren Besserungsanstalt für Jungen, einen geheimen Friedhof, in dem vor Jahrzehnten Jungen in Kartoffelsäcken verscharrt wurden. Nun müssen die Ermittlungen wegen Missbrauchs wieder aufgenommen werden. Elwood ist in den 1960er Jahren einer der sogenannten "Nickel-Boys". Als Jugendlicher ist er begeistert von den Mut machenden Reden von Martin Luther King. Vor allem im Süden der USA werden dunkelhäutige Menschen diskriminiert und sind sozialer und rechtlicher Willkür ausgesetzt, was Elwood schon als Kind am eigenen Leib erfahren hat. Elwood wird von seiner strengen Großmutter erzogen. Sein Lehrer von der Highschool eröffnet dem hochbegabten Schüler die Möglichkeit, am College zu studieren. Als er an seinem ersten Tag dorthin von einem Autofahrer mitgenommen wird und dieser von der Polizei angehalten wird, stellt sich heraus, dass das Auto gestohlen ist. Elwood wird festgenommen. Statt ins College geht es für ein Jahr in die Besserungsanstalt. Selbst dort wird Rassentrennung gelebt. Was er erlebt an Grausamkeit, Korruption und menschenunwürdigen Verhältnissen, lässt ihn an der Möglichkeit des Menschen zweifeln, moralisch zu handeln. Zusammen mit einem Freund gelingt ihm die Flucht. - Ein dunkles Kapitel US-amerikanischer Geschichte, das offensichtlich noch nicht abgeschlossen ist, wird vom Pulitzer-Preisträger C. Whitehead eindrucksvoll dargestellt. Unbedingte Leseempfehlung! (Übers.: Henning Ahrens)
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Artikelbeschreibung

Colson Whiteheads neuer Roman über die erschütternde Geschichte zweier Jungen - Ausgezeichnet mit dem Pulitzer Preis 2020Florida, Anfang der sechziger Jahre. Der sechzehnjährige Elwood lebt mit seiner Großmutter im schwarzen Ghetto von Tallahassee und ist ein Bewunderer Martin Luther Kings. Als er einen Platz am College bekommt, scheint sein Traum von gesellschaftlicher Veränderung in Erfüllung zu gehen. Doch durch einen Zufall gerät er in ein gestohlenes Auto und wird ohne gerechtes Verfahren in die Besserungsanstalt Nickel Academy gesperrt. Dort werden die Jungen missbraucht, gepeinigt und ausgenutzt. Erneut bringt Whitehead den tief verwurzelten Rassismus und das nicht enden wollende Trauma der amerikanischen Geschichte zutage. Sein neuer Roman, der auf einer wahren Geschichte beruht, ist ein Schrei gegen die Ungerechtigkeit.

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Personeninformation

Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, ist einer der wichtigsten Autoren der neuen amerikanischen Literatur. Bei Hanser erschienen zuletzt die Romane »Underground Railroad« (2017), »Die Nickel Boys« (2019), »Harlem Shuffle« (2021), »Die Regeln des Spiels« (2023) und »Die Intuitionistin« (2024). Für »Underground Railroad« wurde er mit dem National Book Award 2016 und 2017 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Für »Die Nickel Boys« erhielt er 2020 erneut den Pulitzer-Preis. Der Autor lebt in Manhattan. Henning Ahrens, geboren 1964, lebt als Autor und Übersetzer in Frankfurt a. M. Er übersetzte Romane von Jonathan Safran Foer, Colson Whitehead, Saul Bellow, Hanif Kureishi u. a. 2021 erschien sein Roman »Mitgift«.

Pressestimmen

"Ein politischer Roman, der die Probleme politischer Literatur nach Möglichkeit vermeidet - ein Beispiel dafür, wie eine gelungene engagierte Literatur heute aussehen könnte, die nicht nur agiert, sondern auch hohen ästhetischen Ansprüchen genügen kann." Johannes Franzen, taz, 08.07.19 "Trotz seiner ernüchternden Botschaft kommt 'Die Nickel Boys' ohne Sensationalismus aus. Das ist das Verdienst von Whiteheads Prosa, die nüchtern und detailreich beschreibt, wie sich die Burschen in diesem Regime der Unterdrückung zu behaupten versuchen, den Exzess dabei aber behände verknappt." Dominik Kamalzadeh, Der Standard, 27.06.19 "Der Roman ist wahnsinnig schmerzhaft zu lesen. Die Auswegslosigkeit nimmt einem beim Lesen oft den Atem." Volker Weidermann, Der Spiegel 15.06.19 "Dürfen sich Weiße mit schwarzen Opfergeschichten beschäftigen? Ich finde, dass Colson Whitehead sehr, sehr souverän und wirklich als großer Erzähler damit umgeht. Das ist wirklich große Literatur, die sich einfach an jeden Leser, der ein irgendwie noch schlagendes Herz hat und einen wachen Geist, richtet." Thea Dorn, Das Literarische Quartett, 14.06.19 "Colson Whitehead schreibt diesen Roman in einer präzisen, nüchternen Sprache und das macht ihn nur würdevoller. Durch die sprachliche Distanz gestaltet er bewusst weder Empörung noch Sentimentalität, aber sie entstehen automatisch." Henning Ahrens, NDR Kultur, 13.06.19 "Literarisch beglückend." Verena Lueken, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 09.06.19 "Whitehead zeigt, wie sich Rassismus anfühlt, und nimmt den Leser durch die schnörkellose Darstellung mit in die Verantwortung, sich zu dem Horror zu verhalten und zu entscheiden, wer man sein möchte." Nicolas Freund, Süddeutsche Zeitung, 08.06.19 "In Zeiten, in denen der liberale Rechtsstaat weltweit unter Beschuss gerät, kann man 'Die Nickel Boys' als Parabel darüber lesen, was es bedeutet, wenn Menschen das Recht, Rechte zu haben, abgesprochen wird." Martina Mescher, Der Freitag, 06.06.19 "Wenn häufig missbräuchlich benutzte Floskeln wie 'eindringlich', 'bestürzend' oder 'ergreifen' auf ein Buch zutreffen, dann auf Whiteheads von der ersten bis zur letzten Seite spannend, glänzend und vom Schriftsteller Henning Ahrens auch ausgezeichnet übersetzten Roman." Christoph Schröder, Deutschlandfunk Büchermarkt, 06.06.19 "Dieses Buch zeigt Whiteheads Fähigkeit, eine brisante und komplexe Thematik wirkungsvoll darzustellen. ... Seine Kunst besteht darin, niemals anklagend oder gar larmoyant zu sein. Mit seinem sachlichen, von leisem Sarkasmus geprägten Ton nötigt er dem Leser die Empörung nicht auf, sondern bringt ihn dazu, selbst empört zu sein." Ulrich Greiner, Die Zeit, 05.06.19 "Von Rassismus und Qualen: Ein packender Roman über ein grausames Kapitel der jüngeren Geschichte der USA." Carsten Otte, Zeit Online, 02.06.19 "Whitehead will nicht mit aller Macht aufrütteln, gar schockieren, plakativ anklagend sein. Sondern betont unaufgeregt und damit umso nachdrücklicher reiht er Szenen aus dem Innern einer Institution, die stellvertretend für Rassentrennung und den institutionellen Rassismus jener Zeit steht, für die Rassenhierarchie in allen Bereichen der US-Gesellschaft - trotz beginnender Veränderungen durch die civil rights movement." Gerrit Bartels, Tagesspiegel Online, 01.06.19 "Die Selbstverständlichkeit, mit der dieser Roman die Chancenlosigkeit von Schwarzen im rassistischen System dieser Zeit darstellt, verschlägt einem den Atem. Dabei klagt Whitehead nicht an. Er erzählt, er singt, er schaut hin." Carsten Hueck, Deutschlandfunk Kultur, 01.06.19 "Colson Whitehead hat in den letzten zwanzig Jahren viele unvergessliche Figuren geschaffen ... Elwood Curtis gehört in diese Reihe." Wieland Freund, Die Welt, 01.06.19 "Analytisch präzise zeigt der Roman auf, wie fatal Macht, Scham und Ohnmacht ineinander wirken." Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.19
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