Die Judenärztin

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Bayern im Buch-Rezension
Annäherung an das Leben einer jüdischen Ärztin im Würzburg des 15. Jh.
In zwei zeitversetzten Strängen spürt die Autorin dem Werden und Wirken von Sara nach. Von ihr ist dokumentiert, dass sie im ersten Drittel des 15. Jh., wenige Jahrzehnte nach dem verheerenden Aufflammen der Pest in Würzburg als Ärztin approbiert war. In den ersten Kapiteln schildert Reyer die Kindheit, eingebettet in die Rituale und Überlieferungen der jüdischen Gemeinde. Es folgt die Begegnung und die Lehrzeit beim Arzt Salkmann, dem Sara ihre offenbar großen Kenntnisse der damaligen Medizin verdankt. Die Einblendung des an seinem Auftrag, Sara der Hexerei zu überführen, zweifelnden Mönch Alexander führt die Lesenden in die Jahre des medizinischen Erfolgs der Ärztin. Sie wird gefangen gesetzt, als der Fürstbischof wegen Geldmangels die jüdische Gemeinde um riesige Summen erpressen will. Beide verlassen zuletzt die Stadt. – Reyer hat die Gabe, Gefühle in veränderten Wahrnehmungen der Umgebung darzustellen. Allerdings neigt sie manchmal zu Bildern, die esoterisch vorkommen mögen; auf der anderen Seite überträgt sie heutige Formen des Judentums wie den maurisch genannten Baustil für Synagogen auf das Mittelalter. Gelungen ist ihr die Schilderung, welche Bedeutung das Licht, insbesondere der Schabatkerzen für das jüdische Alltagsleben hat. Wer keine wissenschaftlich abgesicherte Biografie erwartet, kann sich gut in eine Welt mit vorrationalen Denkmustern einfinden.
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Artikelbeschreibung

Würzburg zu Beginn des 15. Jahrhunderts: Nach der Begegnung mit einem Arzt erwacht in der jungen Sara ein gefährlicher Wunsch: Sie will selbst die Kunst des Heilens erlernen. Ein fast unmögliches Unterfangen für eine Frau - und erst recht für eine Jüdin.Während Sara mutig gegen Vorurteile kämpft, zieht sich in den dunklen Gassen der Stadt ein Netz aus Intrigen und verbotenen Leidenschaften zusammen. Doch als der Judenhass in Gewalt umschlägt und Sara im Verlies der Festung landet, geht es um mehr als ihre Träume. Ein Komplott droht ganz Würzburg in Schutt und Asche zu legen. Kann sie ihren Verfolgern entkommen und die Stadt retten?Sophie Reyer entführt uns in diesem Roman in die Welt des mittelalterlichen Würzburgs. Geheimnisse, Verrat und der Mut einer Frau versprechen ein atemberaubendes Leseerlebnis.

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Personeninformation

Sophie Reyer, Dr., geb. 1984 in Wien. "Master of Arts" in Komposition/Musiktheater, Diplom in "Szenisch Schreiben" und Doktor der Philosophie. Ihre Bücher "Mutter brennt" und "1431" erreichten die Shortlist des Österreichischen Buchpreises. Mit "111 Wiener Orte und ihre Legenden" und "Tod bei den Salzburger Festspielen" hat sie außerdem bereits zwei Bestseller geschrieben.
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