Die Möglichkeit eines Wunders

Roman | »Mehr als ein Roman: ein Trip!« Denis Scheck
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Buchprofile - Rezension
Mystischer Roman um einen Psychiater, der im ersten Drittel des 20. Jh. durch parapsychologische Experimente Aufsehen erregte.
Auf den ersten Blick scheint "Die Möglichkeit eines Wunders" von Jan Schomburg ein historischer Roman zu sein: In seinem ersten Teil erzählt er die Geschichte des heute noch halb prominenten Münchner Arztes Albert von Schrenck-Notzing (1862-1929), der sich während des Fin de Siècle einen Namen als Psychiater machte, vor allem aber wegen seiner parapsychologischen Experimente und Séancen in die Geschichte einging. Beschworen wird dieser Teil der Medizingeschichte vor dem Hintergrund der Schwabinger Bohème, jener Gesellschaftsform, die einen fruchtbaren Nährboden für Geisterglaube und Okkultismus aller Art bot. Bei genauerem Hinsehen wird jedoch deutlich, dass die geschichtliche Darstellung von untergeordnetem Interesse ist. Bereits im ersten Teil nimmt sich Schomburg künstlerische Freiheiten und weicht deutlich erkennbar von der biografischen Vorlage ab. Spätestens im zweiten Teil verlässt er dann endgültig das historische Erzählen und betritt den Bereich des Fantastischen: Hier wird eine Zwischenexistenz des Helden zwischen Leben und Tod imaginiert, die bis in den Zweiten Weltkrieg reicht und Schrenck-Notzings Wirkungsgeschichte während des Nationalsozialismus beleuchtet. Geeignet ist diese ungewöhnliche Komposition für alle, die sich nicht mit den Grenzen von Zeit und Raum zufriedengeben und sich auf eine weitere, dunkle und rätselhafte Dimension einlassen möchten.
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Artikelbeschreibung

»Ein wunderlich wunderbarer Roman.« Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel

»Faszinierend!« Marion Brasch, rbb Radio

»Ein fantastischer Roman.« Denis Scheck, WDR 3

Bei den Séancen des Albert von Schrenck-Notzing trifft sich im München des Fin de Siècle ein Teil der Bohème. Unermüdlich erforscht der junge Freiherr mysteriöse Phänomene, schwebende Tische, Klopfgeräusche, vor allem aber Ektoplasma: ein Gebilde, das verschwindet, sobald es mit Licht in Berührung kommt. Ein Stoff aus dem Jenseits, sagen die Geisterseher. Materielle Abspaltungen des Unbewussten, sagt der Freiherr. Schlicht und einfach Betrug, sagen die Wissenschaftler. Nach dem Tod seiner Frau Ella, der Liebe seines Lebens, reist er nach Haiti und verliert sich um ein Haar in den unbeleuchteten Winkeln der Weltgeschichte.

Dieser Roman fußt auf der realen Lebensgeschichte des Münchner Arztes, therapeutischen Hypnotiseurs und Forschers Albert von Schrenck-Notzing (1862 - 1929), der in die Geschichte als sogenannter Geisterbaron eingegangen ist, nicht zuletzt durch den 'Zauberberg' von Thomas Mann. Höchste Zeit also, dieser schillernden Figur ein nicht weniger schillerndes Denkmal zu setzen. Mit Fabulierlust und feiner Ironie holt Jan Schomburg einen gespenstischen Antihelden in unsere Gegenwart.

»Schomburg erzählt mit Lust am Erzählen und feiner Ironie.« Badische Neueste Nachrichten

»Wer mit Albert in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts durch die halbe Welt reist, wird nicht nur lächeln, sondern die Welt und vielleicht sich selber ein bisschen begreiflicher und, bei allen Gräueln, wunderschön finden. Ein fabulierlustiger Roman, mit Worten öfters wie in Formalin konserviert.« Markus Ehrenberg, Der Tagesspiegel

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Personeninformation

Jan Schomburg, geboren 1976, ist Filmemacher und Schriftsteller. Er inszenierte preisgekrönte Kinofilme und schrieb Drehbücher, etwa zu 'Vor der Morgenröte' und 'Ich bin dein Mensch', beide zusammen mit Maria Schrader. 2017 erschien sein Romandebüt 'Das Licht und die Geräusche' - »unaufgeregt, besonders, wirklich zeitgemäß« fand es Helene Hegemann in Die Welt. Jan Schomburg lebt in Berlin.

Pressestimmen

Mehr als ein Roman: ein Trip! Denis Scheck SWR Fernsehen - lesenswert 20240524
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