La Realidad

Ort der Frauen | Zwei Frauen auf einem Roadtrip durch Mexiko: Neige Sinno schreibt in ihrem Roman über Reiseerfahrungen, Solidarität unter Frauen und neue Wege
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Buchprofile - Rezension
Essayistischer Roman über Frauensolidarität, politische Utopien und eine Reise zu sich selbst.
Mit „La Realidad“ legt Neige Sinno einen poetischen Roman vor, der einen Reisebericht mit Reflexionen über Identität, Sprache, Erinnerung und Literatur verbindet. Im Zentrum steht eine junge Ich-Erzählerin, die gemeinsam mit ihrer spanischen Freundin Maga durch Mexiko reist, um das zapatistische Dorf La Realidad und den legendären Subcomandante Marcos zu finden. Statt eines spektakulären politischen Abenteuers geraten die beiden Frauen auf zahlreiche Umwege, die ihre Vorstellungen von dem Land in Frage stellen. 20 Jahre später blickt die erwachsene Protagonistin auf die Reise zurück und setzt sich sowohl mit ihrer eigenen Identität als auch mit dem Leben indigener Gemeinschaften und der Rolle von Frauen in politischen Kämpfen auseinander. „La Realidad“ ist ein anspruchsvolles und literarisch hochwertiges Werk, das persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Fragen verknüpft. Wer hier eine klassische Abenteuerhandlung erwartet, wird enttäuscht sein, denn der Roman wartet mit vielen essayistischen, reflektierenden Passagen und einer fragmentarischen Erzählweise auf, was das Lesetempo erheblich bremst und eher zum Nachdenken einlädt.
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Artikelbeschreibung

Eine andere Welt ist möglich - Neige Sinno über Frauensolidarität.

«Ihr neues Buch macht es sehr nachvollziehbar, warum Neige Sinno inzwischen als eine der wichtigsten Schriftstellerinnen Frankreichs gilt.» Susan Vahabzadeh, Süddeutsche Zeitung

Sie schreibt über aktuelle Themen - hier Antikolonialismus -, engagiert, aber unaufgeregt.

Roadtrip durch Mexiko: Die Ich-Erzählerin Neige und ihre spanische Freundin Marga, beide Anfang zwanzig, reisen als Backpackerinnen in Ledersandalen, auf der Suche nach einer besseren Welt. In Chiapas wollen sie in dem Ort La Realidad den legendären Subcomandante Marcos treffen und Kontakt zu den Zapatistinnen bekommen.

Nach der Missbrauchs-Erfahrung, die sie in 'Trauriger Tiger' beschrieben hat, ist Neige Sinno nun auf der Suche nach einem neuen Selbstgefühl.

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Personeninformation

Neige Sinno wurde 1977 in der Region Hautes-Alpes in Frankreich geboren, sie verbrachte viele Jahre in Mexiko und lebt heute im französischen Baskenland. Sie studierte amerikanische Literatur, die sie an der Universität lehrte, und arbeitete als Übersetzerin. Sie hat Kurzgeschichten und den kurzen Roman 'Le Camion' sowie mehrere Essays veröffentlicht. 'Trauriger Tiger' war ein Bestseller in Frankreich. Ausgezeichnet mit dem Prix Femina, Prix littéraire Le Monde, Prix Goncourt des lycéens, Prix Jean-Marc Roberts, Prix littéraire Les Inrockuptibles, sowie dem Premio Strega Europeo 2024. Shortlisted für den Internationalen Literaturpreis 2025.

Michaela Meßner wurde in Mainz geboren. Sie studierte Literatur, übersetzt aus drei Sprachen und lebt als freie Übersetzerin in München. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und wurde mit dem Raymond-Aron-Preis ausgezeichnet. Sie übersetzte u.a. Négar Djavadi, Giuliano da Empoli und Anne Berest. Für dtv übertrug sie u. a. 'Sturmhöhe' von Emily Brontë und 'Die Kameliendame' von Alexandre Dumas fils.

Pressestimmen

In ihrer Erzählung nähert sich Sinno einer Art experimenteller Geschichtsschreibung, für sie steht fest, dass "keine Sichtweise das Privileg der Wahrheit für sich beanspruchen kann". Buchkultur 20260701
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