Die Richtige

Roman | »Extrem empfehlenswert. Ein großes sprachliches Vergnügen.« (Jörg Magenau, rbb)
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Buchprofile - Rezension
Idylle im Verfall: Martin Mosebachs großartiger Roman über scheiternde Größenphantasien und den Triumph der kleinen Dinge.
„Die Richtige“: Wie man(n) sie findet, warum sie verloren gehen kann, das ist Stoff für mittelmäßige Liebesromane. Was aber lässt eine Frau als die Richtige erscheinen? Davon erzählt Martin Mosebachs Roman. Hauptfigur dieser Geschichte von einer passionierten Liebe zur Kunst ist Louis Creutz, ein Maler, der es sich leisten kann, unabhängig und rücksichtslos zu sein. Vor allem gegenüber den Frauen, die ihm Modell für Akte sitzen. Eine, Flora, ist obdachlos, herumstreunend, ungewaschen, eine mitflutende Frau im Stadtgeschehen, die einen festen Ort nur im Atelier von Creutz hat. Die andere, Beate, ist eine nordische Schönheit, schlank, hellhäutig, mit unordentlichem Haar, stimmbegabt. Sie gewinnt das dubiose Duell um den besseren Akt. Und dazu einen unscheinbaren, aber steinreichen und welterfahrenen Lebenspartner, Dietrich, den Erben eines Industrieimperiums, dank des diabolisch im Hintergrund agierenden Malers und eines mäzenatischen Ehepaars. In diesem kunstfreundlichen Kosmos arrangiert Mosebach abermals, nach seinem Künstlerroman „Taube und Wildente“ (nicht bespr.), eine Idylle im Verfall. Er lässt uns dabei zuschauen, wie etwas Schönes so lange in Stücke zerlegt wird, bis nichts mehr vom ursprünglichen Lebenstraum übrigbleibt. Doch die kleinen Übergriffe und Kunstlügen, die mäzenatischen Eingriffe und bequemen Bildlegenden werden ohne Spott erzählt. Mit der Gabe eines staunenden Realisten erzählt Martin Mosebach vom Verfall des Schönen in Alltagsminiaturen aus einer Gesellschaft, die sich als die bessere fühlt und doch die Liebe – zur Kunst wie zu einer Frau – als Besitzergreifung praktiziert. Immer wieder schrammen die Versuche, die Richtige zu finden, am Richtigen vorbei, in der Kunst wie im Leben. Mit Sympathie für ihre Schwächen leuchtet der Erzähler seinen Figuren heim, etwa bei der grandiosen Schilderung eines Kulturtrips nach Venedig und eines Jagdausflugs im Hessischen. Mosebachs Roman blickt ins Atelier von Liebe und Macht, Hingabe und Willkür. – Ein großartiger Roman über das Scheitern von Größenfantasien und den Triumph der kleinen Dinge. Die Tauben, die dem Maler anfangs ins Atelier flattern, haben ihr Glück im „dunklen Raum“ eines Schlags auf dem Dach.
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Artikelbeschreibung

Zwei Frauen, ein Maler und eine Warnung: »Werden Sie nicht sein Modell!«

'Die Richtige' ist etwas Besonderes im Werk von Martin Mosebach, steht für sich - als Spiegel, als Brennglas, als Kostbarkeit. Ein virtuos und mit großer Menschenkenntnis erzählter Roman über die Abgründe in menschlichen Beziehungen, über Kunst und Leben, Liebe und Macht.

Ein verblühtes Azaleenbäumchen, fast schon im Müll, und dann, ganz unerwartet, eine rosa Wolke, neues Grün - »so müsste man arbeiten, wie diese Pflanze!« Sagt Louis Creutz, ein Maler, der über Grenzen hinweggeht, weil er keine sieht. Von den Menschen, die mit ihm in Berührung kommen, profitiert er, solange sie ihm nützlich sind, und dann lässt er sie fallen. Meist sind es Frauen, seine Modelle. Eine von ihnen ist inzwischen obdachlos, eine Streunerin mit goldgefärbten Locken, schwarzem Seidenumhang und einem unheimlichen Maskengesicht. Eine andere, noch junge, lebensfrohe, die barfuß in Sandalen der Kälte trotzt, schlägt jede Warnung in den Wind.

Mit diesem Roman erklimmt Martin Mosebach neue Höhen - ein großes Buch, bildstark, voller Überraschungen und hinreißend erzählt.

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Personeninformation

Martin Mosebach, geboren 1951 in Frankfurt am Main, war zunächst Jurist, dann wandte er sich dem Schreiben zu. Seit 1983 veröffentlicht er Romane, dazu Erzählungen, Gedichte, Libretti und Essays über Kunst und Literatur, über Reisen, auch über religiöse, historische und politische Themen. Über die Jahre erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Preise, etwa den Kleist-Preis, den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, den Georg-Büchner-Preis und die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt. Er ist Mitglied der Akademie für Sprache und Dichtung, der Deutschen Akademie der Künste in Berlin-Brandenburg sowie der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Zuletzt veröffentlichte er den Roman 'Die Richtige'. Er lebt in Frankfurt am Main.

Pressestimmen

Martin Mosebachs lässiger Künstlerroman ist unterhaltsam, aber auch sehr böse. Judith von Sternburg Frankfurter Rundschau 20250312
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