Blick in den Abgrund

Ein israelisches Tagebuch
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Buchprofile - Rezension
Aktuelle Beobachtungen und Analysen - verknüpft mit persönlichen Erinnerungen.
Saul Friedländer (geb. 1932 in Prag), israelischer Historiker und Autor, der als Kind den Holocaust überlebte, als junger Mann den Aufbau des Staates Israel mitgestaltete und als Professor an verschiedenen Universitäten (u.a. in Jerusalem, Los Angeles, Tel Aviv) lehrte, setzt sich in diesem Tagebuch äußerst kritisch mit den Vorgängen in Israel unter der gegenwärtigen Regierung Benjamin Netanjahus auseinander. Seine Ausführungen können selbstverständlich - die Einträge enden mit dem 26. Juli 2023 - die durch den Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 eskalierte Situation in Israel und insbesondere im Gazastreifen nicht miteinbeziehen. Sein Augenmerk richtet sich auf die besorgniserregende politische Entwicklung, in der die Koalition aus Likud, ultraorthodoxen und radikal-nationalistischen Parteien die demokratische Staatsform durch ein autoritäres ultrareligiöses Regime ersetzen will, und wird von persönlicher Sorge und spürbarer Hilflosigkeit - trotz zahlreicher Proteste in der Bevölkerung - gegenüber der bedrohlichen Entwicklung getragen. Dennoch ist der aktuelle brandgefährliche Konflikt in seinen Betrachtungen sehr präsent, denn dieser ist - so der Autor - auf die verfehlte politische Handlungsweise der vergangenen Jahrzehnte zurückzuführen. Diese seine Sichtweise macht Friedländer sehr deutlich, indem er die aktuelle politische und gesellschaftliche Lage in Israel kommentiert und sie zugleich historisch erklärt und zuordnet. Seine Argumentation zeigt auf, welche große Rolle die Religion in der israelischen Politik spielt - gerade in Bezug auf die Siedler im Westjordanland - und welche Perspektiven sich in der tief gespaltenen Gesellschaft ergeben, insbesondere im Hinblick auf die Vormachtstellung der europäischen Juden gegenüber den Einwanderern aus Asien und Nordafrika. Als drängendstes Problem sieht Friedländer jedoch die Palästinenserfrage, wobei er sich für die Zwei-Staaten-Lösung ausspricht. - Ein hochinteressantes Buch, sehr zu empfehlen!
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Artikelbeschreibung

DER KAMPF UM ISRAELS DEMOKRATIE - SAUL FRIEDLÄNDERS AUFWÜHLENDES TAGEBUCH

Israel steht am Abgrund. Das Israel, das wir kannten. Saul Friedländer, der große Historiker des Holocaust, hat ein Tagebuch geschrieben, in dem er die aktuellen Ereignisse schildert und kommentiert, in Rückblenden aus der Geschichte des Landes, das er mit aufgebaut hat, erzählt, Konflikte analysiert und über Lösungen nachdenkt. Sein Tagebuch geht unter die Haut und jeden etwas an, dem an Israel was liegt.

«Man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte.» Mit diesem herben Kommentar Max Liebermanns zur «Machtergreifung» der Nationalsozialisten beginnt das israelische Tagebuch von Saul Friedländer. Eine neue, mit rechtsradikalen Kräften koalierende Regierung unter Führung von Benjamin Netanjahu versucht mit einer Justizreform, die Demokratie auszuhebeln und ein autoritäres Regime zu etablieren. Hunderttausende gehen auf die Straße, um dagegen zu demonstrieren. Saul Friedländer, weltberühmt, mit höchsten Preisen ausgezeichnet und im 90. Jahr seines Lebens angekommen, kann nicht mehr mitdemonstrieren, aber er schreibt ein «israelisches Tagebuch», um dieser dramatischen Entwicklung entgegenzutreten. Es ist eine schmerzhafte, bewegende Lektüre und ein Appell an uns alle, den Absturz Israels in eine autoritäre Pseudo-Demokratie zu verhindern.

  • Ein intimes und aufwühlendes Tagebuch
  • Saul Friedländer hat das heutige Israel mit aufgebaut
  • Der Autor beschreibt seine Emotionen, Sorge und Verzweiflung angesichts der Entwicklungen in Israel
  • Ein Text, der unter die Haut geht

Produktsicherheit

Hersteller: Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG
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Personeninformation

Saul Friedländer, geboren 1932, überlebte als Kind den Holocaust in einem katholischen Waisenhaus. Seine Eltern wurden von den Deutschen ermordet. Mit fünfzehn Jahren ging er mit einem gefälschten Pass, der ihn zwei Jahre älter machte, von Frankreich nach Palästina, um den Staat Israel mitaufzubauen. Der Autor von "Das Dritte Reich und die Juden", der kanonischen Darstellung des Holocaust, wurde u.a. mit dem Geschwister-Scholl-Preis, dem Preis der Leipziger Buchmesse, dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels, dem MacArthur-Fellowship, dem Dan-David-Preis und dem Balzan-Preis geehrt. Seine Bücher erscheinen in Deutschland bei C.H.Beck.
Saul Friedländer, geboren 1932, überlebte als Kind den Holocaust in einem katholischen Waisenhaus. Seine Eltern wurden von den Deutschen ermordet. Mit fünfzehn Jahren ging er mit einem gefälschten Pass, der ihn zwei Jahre älter machte, von Frankreich nach Palästina, um den Staat Israel mitaufzubauen. Der Autor von "Das Dritte Reich und die Juden", der kanonischen Darstellung des Holocaust, wurde u.a. mit dem Geschwister-Scholl-Preis, dem Preis der Leipziger Buchmesse, dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels, dem MacArthur-Fellowship, dem Dan-David-Preis und dem Balzan-Preis geehrt. Seine Bücher erscheinen in Deutschland bei C.H.Beck.

Pressestimmen


„Analysen über die Politik der vergangenen Jahre in Israel und was dabei schiefgelaufen ist, gibt es einige. Heraus sticht dabei das ‚Tagebuch‘ des Holocaust-Überlebenden und Publizisten Saul Friedländer.“
SZ, Die wichtigsten Bücher des Jahres 2023, Robert Probst
Sachbuchbestenliste von ZEIT, ZDF und DLF im Dezember:
„Eine präzise Analyse der Verhältnisse, mit erschreckend prophetischen Schlussfolgerungen.“

Sachbuchbestenliste von WELT, NZZ, rbb Kultur und ORF im November

„Sein schmerzvolles Tagebuch gibt einen erschütternden Eindruck von dem politischen Drama, in dem Israel steckt und von dem man noch nicht weiß, wie es enden wird.“
taz, Tania Martini

„Friedländers Buch bietet eine aufschlussreiche Analyse der politischen und sozialen Lage im Land.“
Deutschlandfunk Andruck, Viktoria Eglau

„Am interessantesten wird das Tagebuch, wenn Friedländer die aktuellen Beobachtungen mit seinen Erinnerungen an das junge Israel verknüpft.“
Der Tagesspiegel, Jakob Hessing

„Friedländer analysiert differenziert die tektonischen Verschiebungen. Er zeigt, wieso sich das liberale Judentum in Israel nie durchgesetzt hat. Und er skizziert ein mögliches künftiges Miteinander, mit einem entmilitarisierten palästinensischen Staat.“
NZZ Geschichte

„Eine lesenswerte Chronologie eines existenziellen Moments in der Geschichte Israels, die zugleich bedrückt und auch etwas hoffnungsvoll stimmt.“
Jüdische Allgemeine, Till Schmidt

„Es sind die fassungslosen Kommentare eines Angehörigen des europäisch geprägten, liberalen, der Religion fernstehenden Lagers, der seine Hoffnungen fast schon begraben sieht, aber ihnen noch einmal Rückhalt geben will.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Helmut Mayer

„Ein hellsichtiges Tagebuch über Israels politische Situation.“
Frankfurter Rundschau, Michael Hesse

„Saul Friedländer analysiert die Fehlentwicklungen unter der rechts-religiösen Regierung Netanjahu. Sein Ausblick könnte eine Blaupause dafür sein, welche Friedenslösung nach dem Krieg möglich ist.“
Süddeutsche Zeitung, Alexandra Föderl-Schmid

„Friedländer geht in dem Buch unglaublich detailliert auf die Lage in Israel ein und seziert sie politisch. Es ist ein kritisches Buch, ohne die Identität zu verleugnen.“
Deutschlandfunk, Malin Schwerdtfeger

„Der große jüdische Historiker betrachtet die Verwerfungen in Israel sowie die umstrittene Politik der Netanjahu-Regierung.“
FOCUS

„Friedländer lebt seit langem in den USA. Er trägt aber Israel in seinem Herzen, zählt zur Gründergeneration Israels. Er spricht von "unserer eigenen Gesellschaft", ist persönlich berührt. Zugleich hat der Historiker aber den nötigen Abstand, ist unabhängig, souverän und bestens vertraut mit der Thematik.“
BR 24, Stefan Berkholz

„Eine schonungslose, ja wütende Kritik an Netanjahus rechsreligiösem bis rechtsextremen Regierungsbündnis und dessen Politik - auch im Konflikt mit den Palästinensern.“
Das Parlament, Alexander Weinlein
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