Der Zirkel der Literaturliebhaber

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Buchprofile - Rezension
Der iranische Autor verknüpft eigene Erlebnisse während Kindheit und Jugend im Iran nach der Schah-Zeit mit den klassischen Erzählungen der persischen Literatur.
Der Autor erzählt, wie die in seinem Elternhaus in Teheran ein- und ausgehenden Literaten seine Liebe zur klassischen persischen Literatur weckten. Immer donnerstags trafen sie sich in einem besonders sorgfältig eingerichteten Gästezimmer, um die Werke zu rezitieren und sich darüber auszutauschen. Parallel dazu wird auf die politische Situation Bezug genommen. In den Armenvierteln des Südens gibt es Unruhen gegen den Schah, die zum Massaker von 1978 führen, bei dem zahllose Demonstranten getötet werden. Mehr und mehr wird der Donnerstagskreis zum Zufluchtsort vor der Wirklichkeit. Mit seinem 15. Geburtstag darf auch Cheheltan daran teilnehmen. Den Pubertierenden fasziniert, dass die Literatur nur so strotzt von Themen außerhalb der üblichen Auffassung von Anstand und Moral. Er fragt sich, wieso in den Schulbüchern nur die strenge, düstere Seite der klassischen persischen Literatur gezeigt wird und nicht auch deren witzige, farbenfrohe. - Ein faszinierendes Buch, bei dem man viel über die persische Literatur erfährt, die neben den Geschichten über Gehorsam und Unterordnung auch von Verschwörungen gegen die Tyrannen erzählen und die gespickt sind mit (subtil versteckter) homophiler Erotik.
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Artikelbeschreibung

Jeden Donnerstag kamen in das Elternhaus Cheheltans acht Gäste, um mit den Eltern und später auch ihm selbst über Literatur zu sprechen. Sie sprachen vorzugsweise über die klassische persische Literatur, über Rumi, Hafis, Saadi, Ferdowsi und andere. Über Jahre hielten diese Treffen an und eröffneten einen Raum der Sprache, der Poesie, der Interpretation, was die großen Themen des Lebens und des Geistes anbelangt, verbanden die Teilnehmer, verstrickten sie aber auch miteinander, weil die Staatsmacht auch in ihren Zirkel reinregierte. <BR>Denn in diesem Zeitraum seit den sechziger Jahren herrscht erst der Schah mit seinem Repressionsapparat und dem Geheimdienst SAVAK, bis die islamische Revolution von 1979 das Regime durch die Macht der Mullahs ersetzt. In seiner dichten und detaillierten Erzählung kehrt Amir Hassan Cheheltan immer wieder zu dem Zirkel der Literaturliebhaber, den Gesprächen über die Poesie, der Rolle seiner Eltern, den Impulsen für die eigene Lektüre und der Wirkung der Literatur zurück. Denn diese ist älter, weiser, komischer, subversiver und sexuell weitaus freizügiger, als die offizielle Sittenlehre und die gesellschaftlichen Zwänge es dulden wollen.

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