Verdammtes Licht

Der Katholizismus und die Aufklärung
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Buchprofile - Rezension
Das Streben nach dem Licht der Erkenntnis vom katholischen Standpunkt aus zu allen Zeiten.
Katholizismus und Aufklärung? Wie passt das zusammen? Über Jahrhunderte hinweg galt der Katholizismus als rückständig und wissenschaftsfern. Dies sind aber vor allem historisch gewachsene Vorurteile, die sich teilweise bis heute gehalten haben. Hubert Wolf unternimmt in diesem Buch den Versuch, die katholische Aufklärung anhand von einzelnen Beispielen zu rehabilitieren. Dabei geht es dem Münsteraner Professor für Kirchengeschichte nicht allein um die Epoche der Aufklärung (18./19. Jh.), sondern um das Streben nach dem Licht der Erkenntnis vom katholischen Standpunkt aus zu allen Zeiten. Er sieht das kritische Hinterfragen und den Erkenntnisgewinn als urchristliche Eigenschaft. Und so schwingt in jedem Kapitel immer auch die Frage nach Reformfähigkeit der katholischen Kirche mit. Für Wolf ist die Kirche kein "monolithischer Block", sondern war immer schon Wandlungsprozessen ausgesetzt. Wer etwas verändern wolle, könne in der Tradition und Geschichte der Kirche die Argumente dafür finden. Wolf argumentiert seinerseits klar und gut strukturiert und auch die kurzen Kapitel mit zahlreichen Unterkapiteln tragen zu einer guten Lesbarkeit bei, wenn gleich der Inhalt oft recht wissenschaftlich ist. Für theologisch und geschichtlich interessierte Leser/-innen ein spannendes Buch. In ausgebauten Beständen empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Päpste haben das Licht der Aufklärung als Ketzerei verdammt. Aufklärer wie Voltaire wollten die Kirche vernichten. Vermittelnde Versuche, dem Katholizismus selbst eine Aufklärung zu verordnen, wurden als "Zeit-Irrtümer" verurteilt. Hubert Wolf zeichnet in meisterhaften Fallstudien den epochalen Konflikt nach und macht deutlich, warum sich eine katholische Aufklärung bis heute gegen Widerstände durchsetzen muss. <BR><BR>Wenn von den "Werten des Westens" die Rede ist, werden Christentum und Aufklärung gern in einem Atemzug genannt und gegen andere Religionen in Stellung gebracht. Dabei wird übersehen, wie hart der Vatikan bis ins 20. Jahrhundert gegen das "Licht der Vernunft" zu Felde gezogen ist. Hubert Wolf erklärt, warum die Päpste mehr Angst vor Demokratie und Aufklärung hatten als vor Romfreundlichen Diktaturen, wie katholische "Laien" für ein Ende ihrer Unmündigkeit kämpften, aufgeklärte Theologen sich von Rom emanzipierten und demokratische Politiker für ihren katholischen Glauben stritten. In den letzten Jahrzehnten hat die Kirche ihre militante Ablehnung der Aufklärung revidiert, Traumata verarbeitet, sich geöffnet. Aber noch immer sind Demokratie und Aufklärung keine Selbstverständlichkeit. Das engagierte Buch klärt den Katholizismus über seine Konfliktgeschichte mit der Aufklärung auf, um ihn endlich mit ihr zu versöhnen.

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