Bioethik

Band 1716
Eine kritische Einführung
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Buchprofile - Rezension
Eine "Bioethik", die sich als Moral der Stärkeren entlarvt.
Moral sei nichts weiter als ein Evolutionsvorteil und deshalb nicht von ewigen Werten oder Idealen her zu definieren, sondern funktional von ihrer Fähigkeit, in einer bestimmten Situation das Überleben des Menschen zu sichern. Dies behauptet jedenfalls der Wissenschaftstheoretiker Wuketits, um sogleich die Keule gegen "religiösen Moralismus" und "moralischen Absolutismus", v.a. aber gegen die "absurden Moralprinzipien" der katholischen Sexualmoral zu schwingen. Dabei ignoriert Wuketits schlichtweg die Basis jeder christlichen Ethik, dass es nämlich doch ein absolut Gutes und damit auch "ewige Werte" geben muss, weil und sofern es Gott gibt, und operiert selbst mit einer völlig vagen Überlebensmaxime, die nicht einmal angeben kann, was denn der Mensch ist, der überleben soll. Die Konsequenzen sind verheerend, v.a. für den Schutz menschlichen Lebens. So soll durch Abtreibung ungewollten oder behinderten Kindern ein "schlimmes Schicksal" - leider können sie sich nicht mehr bedanken - erspart werden; gilt doch der Mensch nur als vollwertig, wenn und solange er ein funktionierendes Gehirn hat. - Was hier geboten wird, ist eine Selektionsmoral der Stärkeren, die morgen rechtfertigen kann, was heute noch ein Verbrechen ist, und die dabei auf einer philosophisch extrem dürftigen Argumentation aufbaut. Büchereien sollten derartigen Ideologien keine Plattform geben.
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Artikelbeschreibung

Bioethische Fragestellungen sind in der öffentlichen Diskussion stark präsent. Dazu zählen Fragen der Medizinethik - wie Geburtenkontrolle, Transplantationsmedizin oder Sterbehilfe -, der Tierethik und der Umweltethik. Der Band führt in die Argumentationsweise der Bioethik ein und bezieht zu den bestehenden Positionen fundiert Stellung. Für viele bioethische Probleme gibt es keine Patentlösungen - diese werden der Komplexität des Lebens nicht gerecht. Wuketits argumentiert im Geist einer kritischen Aufklärung und wendet sich gegen jeden moralischen Fundamentalismus. Seine kritische Einführung in die Bioethik ist ein Plädoyer für Offenheit und Skepsis bei schwierigen ethischen Fragen.

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Personeninformation

Franz M. Wuketits, geboren 1955 ist österreichischer Biologe, Hochschullehrer und Wissenschaftstheoretiker. Er studierte Zoologie, Paläontologie, Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Universität in Wien.
Seine Arbeitsgebiete sind hauptsächlich: Geschichte und Theorie der Biowissenschaften, Evolutionstheorie, Evolutionäre Ethik, Evolutionäre Erkenntnistheorie und Soziobiologie.
Von 1987 bis 2004 war er Lehrbeauftragter für Philosophie der Biologie an der Universität Graz. Seit 2005 ist er Lehrbeauftragter an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Daneben hat er Lehraufträge und Gastprofessuren an mehreren anderen Universitäten wahrgenommen. Seit 2002 ist er stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Konrad Lorenz Instituts für Evolutions- und Kognitionsforschung in Altenberg (Niederösterreich).
Er ist Autor verschiedener Bücher zum Thema Ethik, Biologie, Evolution und lebt in Wien..
1982 wurde er mit dem Österreichischen Staatspreis für Wissenschaftliche Publizistik ausgezeichnet.
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