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In seinem neuen Essay seziert Byung-Chul Han mit analytischer Schärfe und poetischer Tiefe den dramatischen Verfall einer zentralen sozialen Tugend: Respekt. Was einst das Fundament des Zusammenlebens war, droht heute in einer von Narzissmus, Wettbewerb und digitaler Enthemmung geprägten Gesellschaft zu verschwinden.
Han entfaltet eine vielschichtige Diagnose unserer Gegenwart: Die neoliberale Leistungsgesellschaft produziert Verlierer, die sich selbst hassen und andere verachten. Der Kampf um Respekt wird zum Kampf um Status - und damit zur Ursache für Spaltung, Gewalt und gesellschaftliche Zersetzung. In den sozialen Medien wird Respekt durch Aufmerksamkeit ersetzt, Höflichkeit durch Shaming, Gemeinschaft durch Communitys, die keine Solidarität kennen. Han zeigt, wie Respekt, Selbstachtung und soziale Bindung miteinander verwoben sind - und wie ihr Verlust zu einem täglichen Bürgerkrieg en miniature führt, der die Gesellschaft von innen heraus zerfrisst.
Doch Byung-Chul Han bleibt nicht bei der Kritik stehen. Er entwirft eine Vision für eine neue Politik der Freundschaft, für ein respektgeleitetes Miteinander, das auf Distanz, Aufmerksamkeit und gegenseitiger Anerkennung beruht. Respekt ist für ihn kein Luxus, sondern die Voraussetzung für Demokratie, Diskurs und ein gelingendes Leben.
Unsere Gegenwart ist krisengeschüttelt und katastrophengeprägt. Viele erwarten vor allem Negatives von der Zukunft und haben zudem das Gefühl, unfrei und machtlos gewordenzu sein. Da liegt Resignation nicht fern, im Einzelnen sogar Verzweiflung. Jean-Pierre Wils zeigt Wege auf, 'Sinn', 'Hoffnung' und 'Trost' als ein Reservoir des Widerstands neu zu entdecken. Fern von bloßer Vertröstung legt er philosophisch verantwortet dar, wie die drei Kategorien wirken können gegen das Einverständnis mit dem schlechten Lauf der Dinge. Ihre Rehabilitation kann unsere Einstellung und die Debatten über die Zukunft, unsere Weltsicht und unser konkretes Handeln - individuell und als Gesellschaft - positiv verändern.
Die große Philosophin Hannah Arendt porträtiert Persönlichkeiten wie Rosa Luxemburg, Karl Jaspers, Bertolt Brecht, Walter Benjamin und Tania Blixen: »Gemeinsam ist allen das Zeitalter, in das ihre Lebenszeit fiel, die Welt der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit ihren politischen Katastrophen, moralischen Desastern und einer erstaunlichen Entwicklung von Kunst und Wissenschaft.«
Was ermöglicht gesellschaftliche Emanzipation? Was blockiert und hemmt sie? Der Materialismus ist die Suche nach Antworten auf diese Fragen. Aber diese Antworten drohen selbst immer wieder zu einer Ideologie des Zwangs zu werden: Zwang der Natur, Zwang der Geschichte, Zwang der Ökonomie. Im Lichte aktueller gesellschaftlicher und theoretischer Entwicklungen lotet der Band das Spannungsfeld von Materialismus und Emanzipation neu aus: zwischen Freiheit und Notwendigkeit, zwischen Geist und Materie, zwischen Bewahrung und Revolution. Mit Beiträgen von u. a. Hauke Brunkhorst, Robin Celikates, Alice Crary, Alex Demirovic, Sally Haslanger, Axel Honneth, Christoph Menke, Eva von Redecker, Martin Saar, Dieter Thomä und Tilo Wesche.
Mit Beiträgen von Michael Krüger, Gert Scobel, Daniel Strassberg, Christian Unverzagt, Kai Marchal, Michael Hampe, Elisa Duca und Andreas Walther
SPIEGEL-Bestseller
Stephen Hawkings VermächtnisIn seinem letzten Buch gibt Stephen Hawking Antworten auf die drängendsten Fragen unserer Zeit und nimmt uns mit auf eine persönliche Reise durch das Universum seiner Weltanschauung. Seine Gedanken zu Ursprung und Zukunft der Menschheit sind zugleich eine Mahnung, unseren Heimatplaneten besser vor den Gefahren unserer Gegenwart zu schützen. Zugänglich und klar finden Sie in diesem Buch Hawkings Antworten auf die drängendsten Fragen unserer Zeit. - Warum gibt es uns Menschen überhaupt?- Und woher kommen wir?- Gibt es im Weltall andere intelligente Lebewesen?- Existiert Gott?- In welchem Zustand befindet sich unser Heimatplanet?- Werden wir auf der Erde überleben?- Retten oder zerstören uns Naturwissenschaften und Technik?- Hilft uns die künstliche Intelligenz, die Erde zu bewahren?- Können wir den Weltraum bevölkern?- Wie werden wir die Schwächsten - Kinder, Kranke, alte Menschen - schützen?- Wie werden wir unsere Kinder erziehen?Brillanter Physiker, revolutionärer Kosmologe, unerschütterlicher Optimist. Für Stephen Hawking bergen die Weiten des Universums nicht nur naturwissenschaftliche Geheimnisse. In seinem persönlichsten Buch beantwortet der Autor die großen Fragen des menschlichen Lebens und spricht die wichtigsten Themen unserer Zeit an. Zugänglich und klar erläutert er die Folgen des menschlichen Fortschritts - vom Klimawandel bis hin zu künstlicher Intelligenz - und diskutiert seine Gefahren. Hier finden Sie Hawkings Antworten auf die Urfragen der Menschheit. Ein großer Appell an politische Machthaber und jeden Einzelnen von uns, unseren bedrohten Heimatplaneten besser zu schützen.
Kwame Anthony Appiahs Philosophie des Kosmopoliten ist das Werk eines Denkers, der selbst verkörpert, wofür er eintritt: die Vielfalt der Kulturen auch dann als einen gemeinsamen Gewinn zu begreifen, wenn wir nach ganz unterschiedlichen Werten und Wahrheiten leben.
Welche Beziehung hat die Malerei zur Katastrophe und zum Chaos? Was ist eine Linie, eine Ebene, ein optischer Raum? Gibt es Farbregime? Von 1970 bis 1987 hielt Gilles Deleuze eine wöchentliche Vorlesung an der legendären Experimentaluniversität Vincennes, die immer wieder in die Schlagzeilen und in Konflikt mit der Staatsmacht geriet. Die acht Vorlesungen von 1981, die mit diesem Band vorliegen, zeigen Deleuze in action. Sie sind ganz der Frage der Malerei und der schöpferischen Kraft gewidmet. Konkret und fröhlich wird Deleuze' Denken hier in seiner Bewegung nachvollziehbar und lebendig.
Was heißt es, einen Gedanken zu fassen, einen Gedanken zudem, der einem entfernten Denken entstammt? François Jullien erkundet die Wege ins Innere der chinesischen Geisteswelt und stellt die Frage nach der Möglichkeit, Zutritt zu ihr zu erlangen. Ihre Begriffe nachzuzeichnen, ihre Geschichte zu rekonstruieren genügt dafür nicht. Erst wenn wir unser Denken wirklich hinter uns lassen, können wir uns auf alternative Wege des Geistes begeben, richtet sich eine Schwelle auf, eine Schwelle jedoch, die uns einlädt, sie zu überschreiten und einzutreten.
Anhand der konzentrierten Lektüre des ersten Satzes der chinesischen Spruchsammlung »Yi-Jing« veranschaulicht Jullien, was es heißt, verschiedene Wege des Denkens zu beschreiten - einen Text von innen her zu lesen und sich ihm von außen, von der Bibel und griechischer Philosophie her zu nähern.
»Heino Falcke ist der Mario Götze der Radioastronomie.« Jörg Thadeusz, WDR
Vom Geheimnis des Lebens und von der Suche nach der Geschichte der Menschheit
Der Astrophysiker Heino Falcke begibt sich mit dem Wissenschaftsjournalisten Jörg Römer auf die Suche nach den Ursprüngen unseres Universums und unserer Zivilisation. Sie fragen nach: Was war am Anfang? Woher kommt das Leben? Wie konnte unsere heutige Welt entstehen? Welche Rolle spielt Gott für unser Dasein? Wie geht es mit uns weiter? Eine atemberaubende Reise vom Anfang bis zum Ende unserer Welt.
Seit Urzeiten erzählen Menschen sich mythische Geschichten über die Entstehung und den Untergang der Welt. Dank dramatischer Durchbrüche in der Forschung haben wir heute eine neue, große Erzählung über unseren Ursprung und unsere Zukunft. Aus einem Urchaos entstand vor 13,8 Milliarden Jahren in einem schicksalhaften Moment das erste Licht des Kosmos, danach Materie, Sterne, Galaxien und Planeten. Von einer Klimakatastrophe zur nächsten schlingernd entwickelte sich unsere Erde. Am Ende steht der weite Blick in die Zukunft: Hat die Welt ein Ende oder gelingt uns der Weg durch die Apokalypse? Heino Falcke und Jörg Römer gehen Herkunft und Zukunft unserer Welt auf den Grund. Sie sprechen mit Persönlichkeiten aus Quantenphysik, Evolutionsbiologie, Klimaforschung, Philosophie und Theologie und entwerfen eine anschauliche und lebendige Geschichte unseres blauen Planeten und der Entwicklung des Menschen.
Kaum ein anderes Schlagwort beherrscht heute den öffentlichen Diskurs so sehr wie die Transparenz. Sie wird vor allem im Zusammenhang mit der Informationsfreiheit emphatisch beschworen. Wer aber die Transparenz allein auf moralischer Ebene thematisiert und sie etwa auf Fragen der Korruption reduziert, verkennt ihre Tragweite. Die Transparenz ist ein systemischer Zwang, der die gesamten gesellschaftlichen Prozesse erfasst und sie einer gravierenden Veränderung unterwirft. Das gesellschaftliche System setzt heute all seine Prozesse einem Transparenzzwang aus, um sie zu operationalisieren und zu beschleunigen. Der Imperativ der Transparenz macht uns außerdem zu Sklaven der Sichtbarkeit. Die Transparenzgesellschaft ist eine pornografische, ausgestellte Gesellschaft. Sie manifestiert sich gleichzeitig als eine Kontrollgesellschaft. Das Internet als Raum der Freiheit erweist sich als ein digitales Panoptikum. Hans neuer Essay geht den Illusionen und Gefahren nach, die mit dem Paradigma der Transparenz verbunden sind.
Helden sind verdächtig, sie sind zwielichtig, halb Literatur, halb wirklich, nur in Krisen, in der Not tauchen sie auf und verrichten ungewöhnliche Taten, bevor sie vom Alltag wieder verschluckt werden. So wurde die Figur des Helden immer wieder missbraucht, doch soll man deshalb auf sie verzichten? In der im besten Sinne barocken Erstlingsschrift (1637) Graciáns erhalten wir einen anderen Vorschlag. Der spanische Philosoph und Theologe entwirft darin das Bild des zur Vervollkommnung fähigen Menschen, der durch eigenen Kraft und jederzeit zu einem Helden im übergeordneten Sinne werden kann. In prägnanten und überraschenden Sentenzen formuliert er eine erhabene Lebenskunst für alle, die sich nicht mit dem begnügen möchte, was ihnen von Haus aus gegeben ist: »Du wirst hier weder eine politische noch eine ökonomische Räson, sondern eine Staatsräson deiner selbst finden, einen Kompass, um zur Vortrefflichkeit zu segeln, eine Kunst, dank weniger Klugheitsregeln hervorragend zu werden.« Versehen mit einem aktuellen Nachwort des Philosophen Hannes Böhringer ist diese außergewöhnliche Text in einer überarbeiteten Übersetzung endlich wieder lieferbar.
Was ist das Wesen der Nostalgie? Und wodurch entsteht sie? Das sind die Fragen, die Vladimir Jankélévitch in seinem großen Spätwerk beschäftigen, das hier erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt. Nostalgie, so sagt er, wird wesentlich durch die Unumkehrbarkeit der Zeit hervorgerufen. Denn die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Und es ist unsere Ohnmacht angesichts dieser Unmöglichkeit, die die Bitterkeit der Nostalgie ausmacht. Unmöglich, wieder zu der Person zu werden, die man einmal war. Philosophisch tiefschürfend und poetisch-anschaulich zeigt Jankélévitch, dass es für das Unumkehrbare nur eine einzige Lösung gibt: die freudige Zustimmung des Menschen zur Zukunft.
Der beste Sieg ist der, der ohne Kampf errungen wird.
Die Kunst des Krieges ist das maßgebliche Handbuch der Kriegsführung und Konfliktlösung. Napoleon und Mao Tse-tung haben es studiert, ebenso wie Steve Jobs und Bill Gates. Sunzi, Zeitgenosse des Konfuzius und erfolgreicher Militärstratege, beschrieb schon vor über 2500 Jahren die Grundmuster von Konflikten, für deren Lösung der Krieg immer nur als letztes Mittel gilt. Seine Gedanken und strategischen Überlegungen sind beeindruckend zeitlos - und dienen bis heute als Leitfaden für Wirtschaft, Politik und Management ebenso wie für den privaten Lebensbereich.
Einzige vollständige Übersetzung aus dem chinesischen Urtext ins Deutsche.
Moderne Gesellschaften sind Krisengesellschaften: Universelle Werte sind erodiert, eine allgemeingültige Moral scheint für immer der Vergangenheit anzugehören. Doch der Schein trügt: Tatsächlich gibt es universelle Werte, die alle Menschen miteinander teilen.
Hanno Sauer erzählt die Geschichte unserer Moral von der Entstehung menschlicher Kooperationsfähigkeit vor 5 Millionen Jahren bis zu den jüngsten Krisen moralischer Polarisierung. Und er beschreibt, welche Prozesse biologischer, kultureller und historischer Evolution die moralische Grammatik formten, die unsere Gegenwart bestimmt.
Woran können wir uns orientieren? Wie wollen wir leben? Wie können wir miteinander auskommen? Wie ist es uns früher gelungen, und wie wird es in Zukunft möglich sein?
»Dies sind moralische Fragen, und die Geschichte, die ich erzählen will, ist eine Geschichte der Moral. ... Meine Geschichte zeichnet die fundamentalen moralischen Transformationen der Menschheit nach, von unseren frühesten, noch nicht menschlichen Vorfahren in Ostafrika bis zu den jüngsten Konflikten um Identität, Ungleichheit, Unterdrückung und die Deutungshoheit über die Gegenwart, die online in den Metropolen der modernen Welt ausgetragen werden.« Hanno Sauer
»Hanno Sauer ist einer der scharfsinnigsten Ethiker seiner Generation. Bisher existiert keine Geschichte der Moral, erzählt aus der Perspektive der Philosophie. Hanno Sauer schließt diese Lücke: kenntnisreich, witzig und unterhaltsam.«Philipp Hübl, Philosoph, Autor von »Die aufgeregte Gesellschaft«
Prof. Hanno Sauer ist einer interessantesten jungen Philosophen unserer Zeit. 2020 erhielt er den Preis der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften, den wichtigsten Preis für Nachwuchswissenschaftler der Niederlande. Anschaulich erzählt er die Geschichte unserer moralischen Wertvorstellungen im Moment ihrer vielleicht größten Krise.
Das vorliegende essential stellt die Protyposis als abstrakte bedeutungsoffene Qubits (AQIs) vor. Dies sind die physikalisch und mathematisch einfachsten Quantenstrukturen. Deren fundamentale Rolle begründet eine durchgängige Erklärung der kosmischen Entwicklung, der Herausformung materieller Teilchen, von Leben und Bewusstsein. Aus ihr folgen Strukturen der Wechselwirkungen, der gravitativen, elektromagnetischen, schwachen und starken. In einem Lebewesen werden AQIs für dieses auch zu bedeutungsvoller Information. Die AQIs formen Körper und Psyche als "Uniware" zu einer Einheit, die ein hochentwickeltes Bewusstsein zu freien Entscheidungen befähigt. Es agiert sowohl logisch als auch spontan, im Gegensatz zur KI sogar nicht-algorithmisch.
Was meinen wir, wenn wir von Realität sprechen? Was bedeutet Realismus im Denken? Wie tritt der Mensch in Kontakt mit der Wirklichkeit und bildet ein Bewusstsein von ihr aus? Diese Grundfragen der Philosophie haben Hans Blumenberg zeit seines Lebens beschäftigt und sind als wichtige Unterströmung in vielen seiner Bücher präsent. Eine eigene Monographie zum Thema hat er nie publiziert, er hat sie aber projektiert, wie aus seinem Nachlass hervorgeht. Dort findet sich unter dem Kürzel REA ein umfangreiches Konvolut druckreifer Texte aus den 1970er Jahren, und auch einen Buchtitel hatte sich Blumenberg schon notiert: »Realität und Realismus«.
In intensiver Auseinandersetzung mit dem Wirklichkeitsbegriff, und zwar sowohl in systematischer als auch in historischer Hinsicht, arbeitet Blumenberg meisterhaft dessen historische, anthropologische und kulturelle Dimensionen heraus. Er zeigt unter anderem, dass die Thematisierung dessen, was wir Wirklichkeit nennen, auf Umwegen geschieht und auch erst dann, wenn wir durch eine Störung gezwungen werden, unseren selbstverständlichen Weltzugang zu hinterfragen. Realismus und Realität ist ein Glanzstück und entscheidender Baustein von Blumenbergs Theorie der Lebenswelt.