Tanzende Frau, blauer Hahn

Roman
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Buchprofile - Rezension
Eine Sommerferien-Freundschaft in den 90er Jahren in Rumänien, die tragisch endet. Ein Roman über vertane Chancen und die Liebe.
Roxana erfährt aus dem Internet vom Unfalltod ihres Jugendfreundes Camil. Als Kind besuchte sie jedes Jahr in den Sommerferien ihre Großmutter in einem kleinen rumänischen Dorf in den Karpaten. Dabei lernte sie Camil kennen, ein Junge aus dem Dorf, der hinter der Bahnschranke in einer Sozialsiedlung lebte. Sie freundeten sich an und verbrachten sie die Sommerferien gemeinsam, obwohl sie grundverschieden waren bzw. aus verschiedenen Lebensverhältnissen kamen. Camil berichtete ihr über die verschiedenen Familien im Dorf und hatte immer skurrile Geschichten auf Lager, die sich im Dorf zugetragen haben sollen. Camils Nachbarskind Ana-Mia himmelte ihn an. Für sie war er der Beschützer. Doch wenn Roxanna auftauchte, war sie Luft für ihn. Kaum war Roxana weg, war alles wieder beim Alten. Eines Tages kam Camil es in den Sinn, das Dorf zu verlassen und sein Glück in Spanien zu suchen. – Der Roman spielt in den 90er-Jahren. Die Autorin hat den Zeitgeist sehr gut heraufbeschworen. Roxana schreibt ein Buch über ihre Sommerferien in den Karpaten und über Camil. Mit diesem Buch geht sie auf Leserreise – und auf diese Weise erfahren auch die Leser dieses Buches von der Geschichte. Zum Ende hin kommt auch Ana-Mia zu Wort. Eine Geschichte über das Dorfleben im Rumänien, Traditionen, Freundschaft, vertane Chancen, verschiedene Lebenserwartungen und die Liebe. Für alle Büchereien zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Liebesvariationen in den rumänischen Karpaten

Sommer für Sommer treffen sich Camil und Roxana im kleinen Ort Busteni in den rumänischen Bergen. Hier trennt sie eine Bahnschranke - in Wirklichkeit trennt sie jedoch ein ganzes Leben. Für diese Wochen im Sommer verwischen die Unterschiede. Gemeinsam beobachten sie die Paare im Ort und ergründen, wann Liebe Liebe ist. Da ist die kluge Anwältin aus Bukarest, die ihren kranken Mann pflegt, bis eines Tages ein Baum aus ihrem Haus wächst. Und die schöne Dame, die einer Figur aus einer Telenovela gleicht, mit ihrem völlig unscheinbaren Ehemann. Das Paar mit den gleichen Wehklagen. Paare, die ungleicher kaum sein könnten und die doch glücklich miteinander zu sein scheinen. Und mittendrin Roxana und Camil und ihre Geschichte, die eine Liebesgeschichte werden könnte.

Mit eben jener Geschichte fährt eine Autorin durch Deutschland und erzählt jeden Abend einem neuen Publikum von dem jungen Liebespaar. Doch wer erzählt hier wessen Geschichte?

Federleicht und tiefgründig entwirft Dana Grigorcea ein Kaleidoskop über die Liebe und die Umstände, die sie erst dazu machen. Sie erzählt von Sehnsüchten, die sich überraschend erfüllen, von Chancen, die unbemerkt vorbeihuschen, von Verunsicherungen und dem weiblichen Blick.

»In diesem [...] Roman steckt eine magische Superpower, die bewirkt, dass ihn auch dann, wenn man ihn längst zugeklappt hat, noch tausend erzählerische Möglichkeiten unsichtbar umschweben.« die tageszeitung, Katharina Granzin über »Das Gewicht eines Vogels beim Fliegen«

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Personeninformation

Dana Grigorcea wurde 1979 in Bukarest geboren, sie ist Germanistin und Nederlandistin und lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie in Zürich. Die Werke der rumänisch-schweizerischen Schriftstellerin wurden in mehrere Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Ihr Roman »Die nicht sterben« wurde 2021 für den Deutschen Buchpreis nominiert und 2022 mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet. Dana Grigorcea ist Trägerin des rumänischen Kulturverdienstordens im Rang einer Ritterin, 2026 ist sie Kuratorin des Münchner Literaturfests, das unter dem Motto »Freiheit« steht.

Pressestimmen

»'Tanzende Frau, blauer Hahn' ist ein kleines Meisterstück der erzählerischen Doppelbödigkeit.« SWR Kultur / Carsten Otte
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