Exil der frechen Frauen

Roman
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Buchprofile - Rezension
Romanhafte Biografie dreier fast vergessenen Frauen aus dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Robert Cohen erzählt den Lebensweg dreier bemerkenswerter junger Frauen von den zwanziger bis in die vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Zwei werden in den KZs der Nazis sterben, eine fällt den stalinistischen Säuberungen zum Opfer. Olga Benario (1908-1942), eine junge Münchnerin aus gutem Hause, befreit 1928 ihren Lebensgefährten aus dem Kriminalgericht in Moabit und flieht mit ihm in die Sowjetunion. Die Komintern entsendet sie mit ihrem Ehemann Luiz Carlos Prestes nach Brasilien. Nach einem gescheiterten Putschversuch dort wird sie nach Deutschland abgeschoben und stirbt am Ende 1942 im KZ Ravensbrück. Maria Osten (1908-1942) war zeitweise Mitarbeiterin des Malik-Verlags und betätigte sich selbst schriftstellerisch. Mit ihrem Lebensgefährten wohnte sie nach 1933 in Moskau und adoptierte einen französischen Jungkommunisten. Ab dem Jahr 1938 geriet sie in die Mühlen der stalinistischen Säuberungen und wurde 1942 als "Spionin" erschossen. Ruth Rewald (1906-1942) studierte Jura, schrieb Kurzgeschichten und Kinderbücher und begleitete ihren Mann in den Spanischen Bürgerkrieg. 1942 wurde sie in Frankreich verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Die Schicksale der drei Frauen zwischen politischem Widerstand und Exil erzählt Cohen packend und auf der Basis solider Recherche. Er macht die "frechen Frauen" wieder lebendig und entreißt sie so der Vergessenheit. Das Buch ist erstmals 2009 im Rotbuch-Verlag erschienen und wird jetzt in einer Neuauflage vom Unionsverlag wieder aufgelegt. Gerne empfohlen für historisch interessierte Leser/-innen.
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Artikelbeschreibung

Es beginnt im Berlin der Goldenen Zwanzigerjahre. Die junge Olga Benario befreit ihren Liebhaber aus dem Gefängnis, mit einer ungeladenen Pistole. Hingerissen von dem Schneid ihrer Altersgenossin, gründen zwei Schriftstellerinnen, Maria Osten und Ruth Rewald, einen Verein frecher Frauen.

Keine fünfzehn Jahre später sind die drei Frauen tot. Dazwischen liegen drei Leben, gelebt in Brasilien, Frankreich, Russland, gewidmet dem Widerstand gegen den Faschismus. Zahlreiche berühmte Zeitgenossen kreuzen ihren Weg: Bertolt Brecht, Anna Seghers, Tina Modotti, Claude Lévi-Strauss.

Robert Cohen verfolgt die Lebenswege der drei Frauen, die die Geschichte vergessen hat. Er schöpft aus zahllosen historischen Quellen und verarbeitet sie zu einem monumentalen Epochenroman, der die ganze Welt umspannt.

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Personeninformation

Robert Cohen, geboren 1941 in Zürich, lebt seit 1980 in den USA. Vor der Hinwendung zur Germanistik studierte er an der staatlichen Filmhochschule in Paris, bis 2012 lehrte er deutsche Literatur an der New York University. Er verfasste zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts, gab Werke von Peter Weiss und Anna Seghers sowie den Gefängnis- und KZ-Briefwechsel von Olga Benario heraus.

Pressestimmen

»Anhand der Geschichte bekannter Exilanten konnte Robert Cohen ein detailreiches Gesamtbild dieser Zeit des gewalttätigen Totalitarismus schaffen  spannend, nah an den Personen und zugleich eine Studie der Haltungen und der Psychologie aufgeklärter Menschen im Schatten des Terrors.« Rudolf von Bitter Süddeutsche Zeitung
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