Der Vorleser

Ausgezeichnet mit dem Evangelischen Buchpreis, Kategorie Roman, 2000 und dem WELT-Literaturpreis 1999. Roman
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Buchprofile - Rezension
In einem Prozeß gegen Nazi-Verbrecher sieht ein Student seine erste Geliebte wieder und hört von ihrer schrecklichen Vergangenheit.
Wenige Jahre nach dem Krieg lernt der 15-jährige Michael die zwanzig Jahre ältere Straßenbahnschaffnerin Hanna kennen. Zwischen ihnen entwickelt sich eine monatelange heftige Leidenschaft. Zu den Ritualen ihrer Beziehung gehört, das Michael Hanna aus Klassikern vorliest. Eines Tages ist Hanna verschwunden. Erst Mitte der 60er Jahre trifft Michael sie wieder. Als Jura-Student verfolgt er einen Prozess gegen KZ-Aufseherinnen, dessen Hauptangeklagte Hanna ist. Sie wird zu langer Haft verurteilt, während der Michael sie mit selbst besprochenen Literaturkassetten versorgt. Später findet die Beziehung beider eine ungeahnte Wiederbelebung, die zu einem genauso überraschenden, aber tragischen Ende führt. - In diesem Roman verquickt der Autor geschickt unterschiedliche Elemente von Zeitgeschichte und individueller Beziehungsproblematik. Es geht letztlich um die Darstellung einer in zwei Richtungen misslingenden Geschichtsbewältigung. - Der Autor schreibt einen klaren, auch in der Schilderung der Liebesbegegnungen fast sachlichen Stil, der durch Genauigkeit und Treffsicherheit fesselt. Ein beeindruckendes Buch, das gerade durch die komplexe Psychologie der geschilderten Frauengestalt manche Fragen provoziert.
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Artikelbeschreibung

Sie ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er - und sie wird seine erste Leidenschaft. Sie hütet verzweifelt ein Geheimnis. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Erst Jahre später sieht er sie wieder. Die fast kriminalistische Erforschung einer sonderbaren Liebe und bedrängenden Vergangenheit.

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Personeninformation

Bernhard Schlink, 1944, Jurist, lebt in Berlin und New York. Sein erster Roman 'Selbs Justiz' erschien 1987; sein 1995 veröffentlichter Roman 'Der Vorleser', in über 50 Sprachen übersetzt, mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet und 2009 von Stephen Daldry mit Kate Winslet unter dem Titel 'The Reader' verfilmt, machte ihn weltweit bekannt. Zuletzt erschien von ihm der Roman 'Das späte Leben' (2023).

Pressestimmen

»Bernhard Schlink gehört zu den größten Begabungen der deutschen Gegenwartsliteratur. Er ist ein einfühlsamer, scharf beobachtender und überaus intelligenter Erzähler. Seine Prosa ist klar, präzise und von schöner Eleganz.« Michael Kluger / Frankfurter Neue Presse Frankfurter Neue Presse
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