Glaubenswelten
30.10.2026

Weltmissionsmonat

Der gute Hirte der Insel

Der madagassische Erzbischof Gustavo Bombin Espino war zum Monat der Weltmission Gast bei Missio München.
  

Erzbischof Gustavo Bombin Espino wirkt seit 40 Jahren auf Madagaskar. Erzbischof Gustavo Bombin Espino wirkt seit 40 Jahren auf Madagaskar. Foto: © Ertl

Sein silbernes Brustkreuz zeigt Jesus als guten Hirten: Das verlorene Schaf aus dem gleichnamigen Gleichnis trägt er auf seinen Schultern, während sich hinter ihm die große Schafherde versammelt hat. Das Bild vom Hirten und der Herde gebraucht er im Gespräch oft.

In den Augen des 66-jährigen gebürtigen Spaniers, der dem Orden der Trinitarier angehört, spiegelt es gut die Situation der Kirche auf Madagaskar wider: „Sie ist wie ein Hirte, sie steht immer schützend vor, inmitten oder dicht hinter der Herde. Die Vertreter des gerade aktuellen politischen Systems hingegen wollen immer auf der Herde stehen.“

Instabile politische Verhältnisse

Ein so engagierter Verkünder des Evangeliums wie Bombin, der seit 40 Jahren in einem der größten Inselstaaten der Welt als Missionar wirkt, 2004 zum Bischof geweiht wurde und seit drei Jahren Erzbischof von Tolaria ist, der weitläufigsten Diözese der Insel, kann hierzu natürlich nicht schweigen. Gerade bei den alle paar Jahre wechselnden instabilen politischen Verhältnissen sei es Aufgabe der Kirche, immer wieder an die (zumindest auf dem Papier) garantierten Rechte eines jeden Madagassen zu erinnern, erklärt er anlässlich seines Besuches zum Monat der Weltmission auf Einladung des internationalen Hilfswerks Missio München.
  

[inne]halten - das Magazin 22/2026

Ein neuer Blick aufs Leben

Menschen, die im Hospiz arbeiten, sind täglich mit dem Tod konfrontiert. Wie verändert das ihren Blick aufs Leben? Wir haben drei von ihnen zum gemeinsamen Gespräch gebeten.

Lesen Sie im [inne]halten-Magazin unseren Themenschwerpunkt und weitere Geschichten und Berichte aus dem kirchlichen Leben.


Dem Erzbischof geht es um Aufklärungsarbeit, vor allem die ländliche Bevölkerung liegt ihm, der selbst der Sohn eines Landwirts aus San Llorente, einem nordspanischen Dorf, ist, dabei am Herzen. Die Bauern auf Madagaskar würden bis heute immer noch in einfachsten Verhältnissen leben und arbeiten, erzählt er, Fortschritte seien nur sehr wenige erkennbar. Doch setzt er sich auch für die Bildung der Kinder ein, er ermutigt die Eltern, sie in die Schule zu schicken. Es geht ihm auch um die medizinische Versorgung der Menschen in den oft weit entlegenen Dörfern in einer generell stark unterentwickelten Region. Zudem um Umweltschutz in Zeiten des Klimawandels, von dem Madagaskar stark betroffen ist und aufgrund dessen ganze Dörfer verödeten, weil deren Bewohner sie als „Klimaflüchtlinge“ verließen.

Hoffnung schenken

Die Kirche habe nicht für alle Probleme eine Lösung parat, räumt er ein: „Aber wir sind dafür da, um die Menschen zu begleiten, zu stärken und zu ermutigen.“ Hoffnung wolle er schenken und allen zurufen: „Es gibt jemanden, der denkt an euch!“

Angst um Leib und Leben hat Erzbischof Bombin nicht: Würde einem Vertreter der Kirche Gewalt angedroht, würde sich die Herde sofort schützend vor ihn stellen, greift er wiederum das Bild vom Hirten und der Herde auf.

Florian Ertl
Artikel von Florian Ertl
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