Die Verblendeten

Roman
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Buchprofile - Rezension
Der Roman begleitet Aristokratenfamilien vom Ende des Ersten Weltkrieges bis in die 1950er Jahre.
Franz Winter schreibt den Untergang der österreichisch-ungarischen Monarchie fort. In seinem Roman "Die Schwierigen" (BP/mp 18/394), der den Zeitraum von 1889 bis 1919 umfasste, ließ er Hans Karl, den Sohn des Grafen Bühl, im Jesuiteninternat auf den Prinzen Sixtus von Bourbon-Parma treffen. Sein neuer Roman "Die Verblendeten" schließt zeitlich direkt an und lässt im Prolog Hans Karl irritiert in Frack und Zylinder durch die Straßen von Wien laufen, wo er sich unter den abgemagerten Menschen, die "Heil Deutsch-Österreich" rufen, deplatziert fühlt. Hans Karl hat mittlerweile Helene geheiratet, eine geborene Altenwyl. Während Hans Karl mit seiner Schwester Crescence über die Wiedereinführung der Monarchie diskutiert, engagiert sich deren Sohn Stani im Widerstand zur Republik. Das opulente Weihnachtsfest 1937 im Palais von Leopold Altenwyl beschwört noch einmal den alten Glanz herauf, doch im Mai 1938 wird Altenwyl morgens aus dem Bett geholt und sein Haus requiriert. Helene und Hans Karl fliehen nach England. - Die vielen Dialoge spiegeln die sprachlichen Hierarchien unter Adel, Bürgerlichen und Dienerschaft. Zusammen mit den Erzählpassagen in ausschweifenden Wortgirlanden wird so der Leser sehr schön an Ort und Zeit versetzt. - Gerne allen Büchereien empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Der Roman Die Verblendeten spannt sich vom Ende des Ersten Weltkriegs über die brodelnden 1920er- und 1930er-Jahre, über die Zeit des Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit bis in die 1950er-Jahre. Es sind die Familiengeschichten ehemaliger Aristokraten, die sich in den Zeitwirren verfangen und deren Schicksale untrennbar mit den Schicksalen jener verbunden sind, die einmal deren Diener, Köchinnen, Krankenschwestern oder Soldaten waren. Besitzverlust, Enteignungen, Kriegsverwundungen, Traumatisierungen, Elend und Hungersnot weisen deren Weg fast zwanghaft in den Nationalsozialismus.Antisemitismus, Judenhass und Rassengesetze greifen tief in Familienkonstellationen und zerstören diese unbarmherzig. Flucht und Emigration sind die Folge. Nach dem Krieg kommen die Vertriebenen, die unter Lebensgefahr Geflohenen, zurück und begegnen denjenigen, vor denen sie fliehen und die sie verlassen mussten. Ich war geradezu berauscht von dem Ton, den Franz Winter für seine Figuren jeweils gefunden hat, und ich habe mich in eine seltsame Zeit versetzt gefühlt, in ein längst verlorenes Zwischenreich. Und dieses Zwischenreich, das sich sprachlich in jedem Satz gefunden hat, hat mich zum fanatischen Leser dieses Buches gemacht. Otto Schenk über Die Schwierigen

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Personeninformation

Franz Winter war als Schauspieler in Berlin, Wien, Salzburg und im deutschen und österreichischen Fernsehen tätig. Er ist Regisseur internationaler Musikproduktionen, Autor von Novellen und Drehbüchern, Mitbegründer des Musiklabels Winter & Winter und künstlerischer Leiter für Aufnahmen von Bach bis Mahler. www.franzwinter.comBei Braumüller erschienen: Operation Rheingold (2011), Orfanelle (2012), Palazzo Vendramin (2013), Bach (2014), Sommerfrische (2015) und Die Schwierigen (2017)
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