Muttermale

Roman
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Buchprofile - Rezension
Der Roman bringt "Dinge" zum Sprechen – von Krieg, Flucht, Vertreibung und der Mutter.
Was und wie erzählt man von der eigenen Mutter? Im letzten Jahrhundert in Ostpreußen geboren, Flucht vor der Roten Armee und irgendwo im Westen gestrandet. Eine neue Zeit bricht an, der Krieg wird eher tabuisiert, und sie bleibt immer eine Fremde fern der Heimat. Auch die eigene Tochter bleibt ihr fremd, ist unnahbar für sie, da Gefühle nicht gezeigt werden. Dagmar Leupold versucht anhand von Alltagsgegenständen, die ihr von ihrer Mutter geblieben sind, eine Annäherung. Ihr kommen Gewohnheiten, gern gebrauchte Wörter und Sätze in den Sinn. Sie verliert sich in der Betrachtung alter Fotos und spürt diesen Momenten nach. So nähert sie sich Geheimnissen und Unaussprechlichem und findet immer wieder Spuren eines Traumas. – „Muttermale“ ist in vielerlei Hinsicht besonders und lesenswert. Sprachlich ungewöhnlich, da keine durchgehende Handlung, nimmt die Autorin immerfort Anläufe des erklärenden Verstehens. Ein Versuch, der Gefühlskälte einer ganzen Generation von Eltern näher zu kommen, das "Unsagbare" zu begreifen, aber nicht zu entschuldigen. Eine Lektüre, die berührt, unter die Haut geht und lange nachklingt. Gerne empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Virtuos, behutsam und unerbittlich: Dagmar Leupold bringt Dinge zum Sprechen - sie erzählen von der Mutter, aber auch von Krieg, Flucht und Fremdheit.
Wie erzählt man von der eigenen Mutter? Vor über hundert Jahren in Ostpreußen geboren, vor der Roten Armee geflohen, auf Umwegen irgendwo im deutschen Westen angekommen und dort, im neuen Leben, in der neuen Zeit nach dem Krieg, von dem bald keine Rede mehr war, immer fremd geblieben. Fremd auch der eigenen Tochter, die sich weiter und weiter entfernte, bis die Geschichte der Mutter irgendwann unbegreiflich geworden war. Muttermale ist der Roman einer Annäherung. In immer neuen Anläufen versucht Dagmar Leupold, Verlo- renes wiederzugewinnen. Sie greift dazu auf das zurück, was vom Leben der Mutter geblieben ist, Alltagsgegen- stände, Gewohnheiten, Fotos, gern gebrauchte Wörter und Sätze: alles, was über die Zeit hinweg von der Mutter zu ihr spricht. Sie lauscht diesem Sprechen, um ihm Geheimnisse und Unausgesprochenes abzulauschen, und findet immer wieder Spuren eines Traumas.

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Personeninformation

geboren 1955 in Niederlahnstein, Rheinland-Pfalz, studierte Germanistik, Philosophie und Klassische Philologie in Marburg, Tübingen und New York, lebt als Autorin und Übersetzerin in München. Ihr Werk umfasst Romane, Erzählungen, Gedichte und Essays. Zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt Literaturpreis der Stadt München (2023).
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