Wie alles begann und sich jetzt wiederholt

Meine jüdische Familiengeschichte
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Buchprofile - Rezension
Wie die Erfahrungen der Judenverfolgung im Nationalsozialismus die Generation der Nachfahren prägt und wie sich antisemitische Muster wiederholen.
Ein Koffer in Auschwitz mit dem Namen ihrer Urgroßmutter wird zum Wendepunkt im Leben der 1987 in Hamburg geborenen Journalistin Sarah Fantl. Sie beginnt, intensiv zu ihrer väterlicherseits jüdischen Familiengeschichte zu recherchieren, und identifiziert sich immer stärker mit der jüdischen Identität, die ihr schon als Jugendliche Antisemitismuserfahrungen eingebracht hat. Sie konvertiert schließlich auch offiziell zum Judentum, wird israelische Staatsbürgerin und lebt seit 2017 in Israel. Obwohl jüdische Identität und Tradition eine wichtige Rolle spielen, bleiben theologische Fragen weitgehend ausgespart. Dass sich die Autorin heute in Israel, obwohl Raketenbeschuss dort zum Alltag gehört, sicherer fühlt als in Berlin, ist eine der erschütternden Botschaften ihres Buches, in dem sie einerseits die Gräuel der Shoah anhand der Berichte der einzigen drei überlebenden Verwandten ihres Vaters beschreibt und andererseits den wieder erstarkenden Antisemitismus in Deutschland und weltweit aufzeigt – nochmals befeuert durch den Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023. Dabei geht sie hart ins Gericht mit der deutschen Gesellschaft und aktuellen Politik. Die einzelnen Kapitel wechseln in Zeit und Orten zwischen den Erlebnissen ihrer aus Prag stammenden Vorfahren in den Konzentrationslagern, der Zeit danach und der Gegenwart in Berlin, Jerusalem und Tel Aviv. Dabei arbeitet sie Parallelen und Muster heraus, die sich wiederholen. – Zugleich Zeitzeugendokument, Appell zu echter Solidarität an die Mehrheitsgesellschaft und zu Stärke und Selbstbewusstsein an Juden. Ein wichtiger Aufklärungs- und Diskussionsbeitrag, dem viele Leser:innen zu wünschen sind.
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Artikelbeschreibung

Familie Fantl genießt vor dem Zweiten Weltkrieg ein privilegiertes Leben. Sie sind Prager Deutsche der Bourgeoise, mit eigener Anwaltskanzlei, einem Modesalon, Privatschulunterricht und Chauffeur. Doch die Shoa löscht fast das gesamte Leben dieser jüdischen Familie aus. Nur drei von 67 Angehörigen überleben Konzentrationslager und Todesmärsche. Jahrzehnte später führt der Fund eines Koffers in Auschwitz das Leben der Journalistin Sarah Cohen-Fantl in eine unerwartete Richtung. Der Name darauf - Zdenka Fantlova - ist der ihrer Urgroßmutter. Die Entdeckung löst eine tiefe Identitätskrise aus und führt sie dazu, die Geschichte ihrer Familie neu zu hinterfragen und aus drei Perspektiven zu erzählen. Dieses Buch ist eine generationsübergreifende Auseinandersetzung mit Trauma, Resilienz und jüdischer Identität - von Prag über die Shoa bis ins heutige Europa und in ein Israel nach dem Massaker des 7. Oktobers 2023. Es ist eine Geschichte über jüdische Identität, die Notwendigkeit des Erinnerns und den Versuch, in einer Gesellschaft, die "Nie wieder" sagt, aber oft wegschaut, einen Platz zu finden.

Produktsicherheit

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Personeninformation

1987 in Hamburg geboren, ist Enkeltochter des tschechischen Film-Regisseurs und Shoa-Überlebenden Tomas Fantl. In einer Ausstellung in Auschwitz fand sie einen Koffer mit dem Namen ihrer Urgroßmutter. Er veränderte daraufhin ihr Leben: Sie konvertierte zum Judentum, kündigte ihren Job, ließ sich scheiden und immigrierte nach Israel, wo sie sich ein neues Leben aufbaute. Sie arbeitet als Journalistin, nach ihrer Ausbildung an der Axel-Springer Akademie erhielt sie das Ernst Cramer & Teddy Kollek Journalisten Stipendium des IJP. Seit 2018 arbeitet sie aus Israel als freie Journalistin und Kriegsreporterin u. a. für Die Welt, B.Z., Jüdische Allgemeine, Deutschland.de und kämpft in den Sozialen Medien aktiv gegen Judenhass. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Israel in der Nähe von Tel Aviv. Sarah Cohen-Fantl ist die Tochter des Filmproduzenten Jan Fantl und der Schauspielerin Hildegard Krekel. "

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