Die Stunde der Nelken

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Buchprofile - Rezension
Ein Roman zur portugiesischen Nelkenrevolution auf der Suche nach historischen und persönlichen Wahrheiten.
Ein ehemaliger US-Diplomat, in Portugal tätig nach dem Umsturz von 1974, der die fast 50-jährige portugiesische Diktatur beendete und die Demokratie einläutete, bittet 2004 eine junge Journalistin, in ihre Heimatstadt Lissabon zu reisen, um mit Zeitzeugen der Nelkenrevolution zu sprechen. Dieses Material soll in eine Dokumentation eines US-Senders zu solch strahlenden und höchst seltenen Augenblicken der Geschichte eingehen. Doch Ana Maria, die Ich-Erzählerin, erfahrene Reporterin in Krisen- und Kriegsgebieten, zögert. Geboren nach der Nelkenrevolution, wuchs die Tochter eines ehemals sehr bekannten Journalisten in einem linken Milieu auf. Jetzt, nach fünfjähriger Abwesenheit, müsste sie sich nicht nur mit der Geschichte des eigenen Landes, sondern auch mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Sie reist dann doch nach Hause und anhand eines Gruppenfotos damaliger Revolutionäre, das sie aus dem Appartement ihres Vaters entwendet, organisiert sie die Recherche. Parallel zur Recherche läuft Ana Marias persönliche leidvolle Geschichte mit dem Vater, letztlich mit der eigenen Kindheit und Jugendzeit, auch hier bedarf es einer vorsichtigen, liebevollen Aufklärung. – Der Roman lässt die Erinnerung an bedeutende Episoden aufleben und eine Vielzahl von entscheidenden Figuren mit je eigener Perspektive zu Wort kommen, ohne in Nostalgie zu verfallen, eher in der Absicht, die inzwischen von vielen vergessene Zeitgeschichte zu vergegenwärtigen. Dabei wird auch die junge Generation einbezogen: sie staunen über die Wunder jenes besonderen Tages, wo alles hätte schieflaufen können. Sie sind berührt von den Erinnerungen, der Aufrichtigkeit und der Demut der damaligen Helden, die gerade nicht als solche erinnert werden wollen, sondern einzig als Teil eines Kollektivs, das zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort mutig handelte. Der Roman ist sehr lesenswert, zumal das Glossar wertvolle Informationen bietet, der umsichtigen Übersetzerin Marianne Gareis sei es gedankt.
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Artikelbeschreibung

Drei Jahrzehnte nach dem 25. April 1974, dem Tag der portugiesischen Revolution, soll die in den USA lebende Ich-Erzählerin Ana Maria Machado, Tochter eines linken portugiesischen Journalisten, für die CNN eine Fernsehreportage über die sogenannte 'Nelkenrevolution' machen. Die junge Generation Portugals will eigentlich nichts mehr wissen von dieser Vergangenheit und sieht die 'Helden' der Revolution eher als Verräter an ihren eigenen Idealen. Doch dies ändert sich für Ana Maria und zwei ihrer ehemaligen Kommilitonen, als sie sich gemeinsam an die Reportage für die CNN begeben. Ausgehend von einer Photographie mit den Protagonisten des Umsturzes porträtieren sie einige der damaligen Akteure.Lídia Jorge setzt mit diesem Roman all jenen Menschen ein Denkmal, die im April 1974 heldenhaft für ihr Land kämpften und nun größtenteils desillusioniert sind, und sie zeigt den Widerspruch zwischen den großen, heroischen Augenblicken der Geschichte und dem späteren Realitäts-Clash auf. Selbst der Revolutionsgeneration angehörend, beschreibt sie diese erinnernswerten Figuren mit liebevoller Einfühlung.Ein zugleich sehr lehrreicher wie sehr berührender Roman.

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