Der Junker von Ballantrae

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Buchprofile - Rezension
Der große Abenteuerroman Stevensons wird als Graphic Novel breit ausgemalt.
Über Jahrzehnte hinweg entzweien Verrat und Intrigen die schottische Familie Durrisdeer. Der Konflikt geht auf eine politische Entscheidung des Vaters zurück, seinen ältesten Sohn James in den Kampf gegen die Engländer zu schicken, während der jüngere Henri das Familienerbe verwalten soll. Stevensons Roman entwickelt ein hochkomplexes Psychogramm der Familie und spielt auch mit Elementen der Schauerromantik und des Abenteuerromans. Es ist eine unheilvolle Familiensaga, die in dieser Graphic Novel breiteste Darstellung erfährt. Dem Zeichner gelingt es in den Aquarellen, eine düstere atmosphärische Dichte auszumalen und auch die Figuren mit glaubhafter Psychologisierung auszustatten. Eine dramaturgische Straffung hätte der Arbeit gutgetan. Doch überwiegt bei aller Länge der ästhetische Genuss, da die unzähligen kleinen Panels durchweg überzeugend komponiert sind und insbesondere die Porträts das Changieren zwischen Gut und Böse beleuchten. Das 19. Jahrhundert hat die Gattung des Abenteuerromans zur Blüte gebracht, die mit dieser Arbeit eine moderne Verlebendigung erfährt.
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Artikelbeschreibung

Hippolyte, eigentlich Frank Meynet, ist 1976 als Kind der Alpen geboren. Künstlerisch beeinflusst haben ihn Yves Got, Lax und Nicollet. Für seine Comic-Adaptation von Bram Stokers Dracula (Glénat) erhält er den Preis für das beste Album 2004 in Brüssel. Stevensons Junker von Ballantrae dagegen galt als "unbearbeitbar", doch Hippolyte wagt - und gewinnt. Eine andere Leidenschaft des Künstlers gilt dem Reisen. Sein letztes Album spielt daher in Afrika. Hippolyte lebt und arbeitet den größten Teil des Jahres auf La Reunion

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Personeninformation

Jaouen Salaün, geboren am 7. Mai 1979 in der Kleinstadt Ganges nahe Montpellier (Südfrankreich). Ursprünglich wollte er Profi-Sportler werden. Mit 16 begann er zu zeichnen und entdeckte auf einem Dachboden eine Kiste mit Comics - da war es um ihn geschehen. Von 1999 bis 2003 studierte er an einer privaten Kunstschule in Lyon. In der Folge war er vor allem als Kinderbuchillustrator gefragt, erst 2007 gelang ihm der Einstieg in die Comic-Karriere. Bisher blieb es vor allem bei Kollaborationen und Auftragsarbeiten, aber 2021 beschließt er, mit gleich zwei eigenen Projekten aus dem Schatten und auf die internationale Comic-Bühne zu treten... mit der atemberaubenden SciFi-Serie "Elecboy" und der ebenso faszinierenden, gewohnte Genres durchkreuzenden Graphic Novel "Asphalt Blues".

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