Gegen mein Gewissen

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Buchprofile - Rezension
Biografie eines zwangsverpflichteten Rekruten, dessen Gewissenskonflikt im Suizid mündet.
In ihrer ersten Graphic Novel porträtiert Zeichnerin Hannah Brinkmann ihren Onkel Hermann, der für seine pazifistische Haltung in den Tod ging. Schon in den 60ern lehnte der Junge das von Vater und Onkel praktizierte Hobby der Jagd als Tötungsakt kategorisch ab. Als er in den 70ern zum Wehrdienst einberufen werden sollte, stellte der Jugendliche einen Verweigerungsantrag. Doch sowohl bei der mündlichen Verhandlung als auch in der Berufung lässt man seine Argumente nicht gelten. Eine Flucht nach Berlin kommt für Hermann nicht in Frage. Nachdem man ihn zum Wehrdienst einzog, reagierte der sensible junge Mann zunächst mit Depressionen. Schließlich entschied er sich konsequent für die Selbsttötung. Hannah Brinkmann setzt Hermanns Hobby der Insektenkonservierung ebenso als Metapher für seine zunehmende Isolation ein wie für surreale Einlagen. Für den Zeitkolorit nutzt sie Verweise auf Pop- und Protestsongs sowie Zeitungsausschnitte. In der statisch-stilisierten Grafik erkennt man die Handschrift ihrer Grafikdozentin Anke Feuchtenberger. Brinkmann gelang eine stimmige Studie zum Generationenkonflikt der Nachkriegsära und ein klarer Appell für Pazifismus.
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Artikelbeschreibung

"Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden." (Artikel 4 Absatz 3 des Deutschen Grundgesetzes)Keine 10 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg begriff sich die Bundesrepublik Deutschland wieder als militärische Kraft. Die 1956 neu gegründete Bundeswehr verpflichtete Generationen junger Männer zum Dienst an der Waffe. Das Grundgesetz sah vor, dass man aufgrund von Gewissensnöten den Wehrdienst verweigern konnte, aber noch zu Zeiten von Willy Brandts Kanzlerschaft galt die Kriegsdienstverweigerung als systemzersetzend.Unter großem Druck und vielen Demütigungen musste die Gewissensnot bewiesen werden. Vor Gutachtern, denen die Bundeswehr mehr galt, als das Wohl der Rekruten. Einer dieser jungen Männer war Hermann Brinkmann, ein überzeugter Pazifist, der 1973 eingezogen wurde. Vergeblich wehrte er sich gegen seinen Einberufungsbefehl. Während der Grundausbildung nahm er sich das Leben ...Hannah Brinkmann arbeitet in ihrem für den Leibinger-Preis nominierten Debüt "Gegen mein Gewissen" das Schicksal ihres Onkels auf, das in den 1970ern bundesweit Schlagzeilen machte und eine Debatte über die Rechtmäßigkeit der Gewissensprüfung auslöste. Unaufgeregt, einfühlsam und brillant recherchiert, erzählt die Hamburger Comickünstlerin vom Aufbegehren gegen Autoritäten und dem Kampf für das Richtige.

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