Autoritäre Rebellion

Wie antimoderne Reflexe breite Schichten der Gesellschaft erfassen und sie immer weiter nach rechts rücken
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Buchprofile - Rezension
Antimoderne Vorstellungen dominieren zunehmend breite Schichten der Gesellschaft und tragen zu ihrer Radikalisierung bei.
Der Publizist und Journalist Andreas Speit gilt als ein Kenner der rechtsextremen Szene in Deutschland. In seiner jüngsten essayhaften Veröffentlichung versucht er zu ergründen, warum immer mehr Menschen in unserem Lande mit den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen unzufrieden sind und sich diese von den Veränderungen und der individuellen Freiheit Überforderten nach einer Vergangenheit sehnen, in der alles vermeintlich heil und besser war. Seine eigenen Ausführungen untermauert er dabei mit zahlreichen Zitaten aus den Schriften wichtiger zeitgenössischer Politologen, Soziologen und Philosophen. Speit verweist z.B. auf die zahlreichen Wechselbeziehungen zwischen der Querdenker-, der Reichsbürgerszene und den als rechtsextrem geltenden Gruppierungen. Angst, Enttäuschung und Ohnmacht, wie sie etwa in der Corona-Krise vielfach erfahren wurden, verstärken den Wunsch nach einer autoritären Führung und nach Ruhe und Sicherheit. Die Gegner unserer ohne Zweifel manchmal anstrengenden Demokratie setzen der komplexen Wirklichkeit und einem notwendigen Wandel das Versprechen einer vormodernen, homogenen Gesellschaft entgegen, die dann allerdings die Freiheit des Andersdenkenden unterdrückt. In einem geschichtlichen Exkurs verweist Speit darauf, dass bereits in der Romantik zu Beginn des 19. Jh. eine derartige Regression bestimmend war. – Speits durchaus anspruchsvolle Ausführungen erfordern eine aufmerksame und wache Leserschaft, die nach der Lektüre aber besser verstehen kann, welche demokratiegefährdenden Entwicklungen in unserer Gesellschaft und anderen Ortes, man denke nur an die USA unter der zweiten Amtszeit von Donald Trump, derzeit ablaufen. – Für größere Sachbuchbestände.
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Artikelbeschreibung

Wie antimoderne Reflexe breite Schichten der Gesellschaft erfassen und sie immer weiter nach rechts rücken.

»Sie sind Familienangehörige, Freunde, Bekannte, Vereinsmitglieder, Doppelkopfspielende, Tennispartnerinnen oder Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr. Sie haben sich entschieden: Diese Bundesrepublik ist nicht mehr ihre Republik. Wir kennen sie, sie sitzen nicht nur in den Parlamenten oder Talkshows, sie sitzen auch an Küchen- oder Stammtischen. Sie sind wie wir, sie kommen aus der Mitte der Gesellschaft. Ihre Revolte strebt ins Autoritäre.«

In seiner kenntnisreichen Analyse beschreibt Andreas Speit, warum in breiten Schichten der Gesellschaft antimoderne Vorstellungen dominieren und welche Folgen ihre damit einhergehende Radikalisierung hat: Anzweiflung der Realität, Ablehnung des Rechtsstaats, Delegitimierung der Demokratie. Ein ebenso erschütterndes wie erhellendes Buch.

Das neue Buch des Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit.

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Pressestimmen

»Gewohnt kenntnisreich« taz. Die Tageszeitung 20250909
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