Annette Kolb: Zwischen uns

Briefe der Freundschaft
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Bayern im Buch-Rezension
Auswahl aus der Brief-Korrespondenz der bayerisch-französischen Schriftstellerin.
Die Schriftstellerin Annette Kolb ist heute nur mehr wenigen bekannt. Sie stammte aus einem deutsch-französischen Elternhaus. Entsprechend weltbürgerlich sind ihre Romane und Erzählungen. Literarisch Interessierte erinnern sich wohl an den Roman „Die Schaukel“, in dem sie ihre Jugend vor dem Ersten Weltkrieg wieder aufleben lässt. Diese Schriftstellerin stand mit den literarischen Größen ihrer Zeit in Kontakt. Ihre und deren Briefe hat Cornelia Michél in ihrer Korrespondenz-Auswahl zusammengestellt, so dass ein lebendiges Bild Annette Kolbs und der Gesprächspartner sowie der Jahrzehnte von 1902 bis 1967 einschließlich ihrer Exilzeit entsteht. Diese „Briefe der Freundschaft“, wie sie der Untertitel nennt, sind in zeitlicher Abfolge zu fünf Kapiteln gruppiert. Einen gleichsam „persönlichen“ Hauch vermitteln die in Schreibschrift gesetzten Namen von Adressaten und Absendern. Annette Kolb korrespondierte u.a. mit Harry Graf Kessler, Hugo von Hofmannsthal, Hermann Kesten, Thomas und Katja Mann, Hermann Broch, Erich Kästner, Manfred Hausmann, René Schickele, ihrem Nachbarn in Badenweiler, Margot und Wilhelm Hausenstein, Werner Richter, Thea Sternheim, Theodor Heuss, Rudolf Alexander Schröder und Herzog Franz von Bayern. Themen sind das literarische Schaffen, Nöte des Lebens im Exil und häufig einfach Kontaktpflege. Der Ton dieser Briefe ist höflich, freundschaftlich, Kritik kommt als Ratschlag, Empfehlung. Fehlerhafte oder oft fehlende Satzzeichen, auch nicht korrekte Rechtschreibung hat die Herausgeberin Cornelia Michél belassen, sodass die Briefe ihre persönliche Note behielten. Fremdsprachige Wendungen und Passagen werden jeweils in einem folgenden Klammerzusatz ins Deutsche übersetzt. Fußnoten erklären uns heute nicht mehr geläufige Namen und Gegebenheiten. Schwarzweiß-Porträts und Landkarten trennen die einzelnen Kapitel des Buches gegeneinander ab. Im Anhang finden sich eine Zeittafel, ein Personenregister sowie ein Verzeichnis der abgedruckten Briefe. Man schließt dieses Buch mit Respekt vor dem nicht leichten Leben einer sympathischen Frau.
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Artikelbeschreibung

Das facettenreiche, scharf beobachtende und bewegte Leben der in München geborenen Annette Kolb (1870-1967) zeigt sich besonders in ihren privaten Briefwechseln. Sie eröffnen einen persönlichen Blick auf eine mutige, emanzipierte Frau und überzeugte Pazifistin, deren leidenschaftliches Engagement zeitlebens der deutsch-französischen Freundschaft und dem Frieden und der Verständigung beider Länder galt. Auch Paris ehrt Annette Kolb mit zwei Gedenkplaketten an ihren ehemaligen Wohnstätten.Der vorliegende Band vereint sowohl Briefe von Annette Kolb als auch Schreiben ihrer Freunde und erweitert die von Albert M. Debrunner und Cornelia Michél 2019 herausgegebene Edition 'Annette Kolb - Ich hätte Dir noch so viel zu erzählen' inhaltlich und thematisch.Die Korrespondenzen enthalten zahlreiche originelle und aufschlussreiche Briefe, unter anderem werden erstmals zwei Briefe von Thomas Mann an Annette Kolb veröffentlicht. Insgesamt umfasst die Auswahl in diesem Band rund 184 Briefe.

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