Restlöcher

Roman
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Buchprofile - Rezension
Der Aufbruch aus festgefahrenen Beziehungen hinterlässt Löcher.
Die zwei Geschwister Sando und Mili treffen sich in Milis Haus, weil ihre Mutter Clara verschwunden ist. Eingebettet in Rückblenden erzählt Lena Müller die Geschichte der Beziehungen oder Nichtbeziehungen einer Familie. Dieter und Clara, Sando und Mili, Clara und Pablo, Sando und der Fuchs. Clara verlässt Dieter mit den beiden kleinen Kindern, um nach Berlin zu gehen, in einer WG zu wohnen und zu studieren. Dort trifft sie Pablo und fühlt sich seltsam wohl ohne Dieter. Sando führt eine seltsame Beziehung mit dem geheimnisvollen Fuchs, von dem so gut wie nichts bekannt ist. Auch mit Vater Dieter leben die Geschwister eine Zeit lang allein, wenn die Mutter wieder einmal unterwegs ist. Lena Müller fügt in ihrem kleinen Roman eine Reihe von Mosaiksteinchen aneinander, bis das Bild festgefahrener Beziehungen, Traditionen und Lebensweisen entsteht. Doch die beteiligten Personen sind letztlich zu keiner endgültigen konsequenten Entscheidung fähig. Kurze abgehackte Sätze, endlos strömend, Poetry Slam ähnlich. Eine Sprache, die die Beziehungen und deren Löcher widerspiegelt. Bei Bedarf an moderner zeitgenössischer deutscher Literatur empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Sando liebt den Fuchs, ausgerechnet den Fuchs. Diesen jungen Mann mit dem beunruhigenden Lächeln, dem er bei einer Demo begegnet ist und den er nicht recht zu fassen bekommt. Aber wenn Sando eines gelernt hat, dann das: Eine Liebe kann man nicht festhalten, nur warten, bis sie wiederkommt. Gelernt hat er das von seiner Mutter, die schon vor zwanzig Jahren entschieden hat, sich von ihrer sozialen Herkunft zu lösen, ihre eigenen Ziele zu verfolgen und nicht immer da sein zu müssen für andere: »Die Möglichkeit zum Verschwinden ist immer enthalten. Weil wir nicht nur die sind, die sich die anderen wünschen«, hatte sie gesagt. Und nun ruft seine Schwester Mili an, weil die Mutter wie damals nicht zu erreichen ist. Sando begibt sich mit Mili auf die Suche nach ihr und nach dem, was von Liebe, Freiheit und den zwei Zimmern des Studentenwohnheims übrig geblieben ist. »Ein fiktionaler, rhythmisiert ruheloser Sprechakt voller brillanter sprachlicher Miniaturen.« Anne Amend-Söchting, Literaturkritik.de

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Personeninformation

Lena Müller, geboren 1982 in Berlin, studierte Literarisches Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim und Erwachsenenbildung in Paris. Sie war Mitherausgeberin der französischsprachigen feministischen Zeitschrift timult und arbeitet als freie Übersetzerin und Autorin. Lena Müller wurde zweimal in Folge mit dem Internationalen Literaturpreis für ihre Übersetzungen ausgezeichnet, 2016 für "Erschlagt die Armen!" von Shumona Sinha und 2017 für "Tram 83" von Fiston Mwanza Mujila. "Restlöcher" ist ihr erster Roman.
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