Das Lied der endlosen Trockenheit

Ein Roman aus den kurdischen Bergen
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Buchprofile - Rezension
Einblicke in die jesidische Kultur und Geschichte.
Die Familie des 13-jährigen Rodi - sie sind jesidische Kurden - wird von muslimischen Kurden aus ihrem Dorf in den Bergen vertrieben, als er gerade ein Jahr alt ist. Fortan lebt er mit seiner Mutter und Schwester bei Onkel und Tante auf wenig fruchtbarem Land in der Ebene. Der Vater musste fliehen, da er sich gegen die Vertreibung gewehrt hatte. Rodi sucht oft Zuflucht vor seinem tyrannischen Onkel bei der weisen jesidische Erzählerin Hazal, die ihm die Geschichte aus dem Gilgamesch-Epos anvertraut, damit er sie bewahrt und weitergibt. Das Leben ist hart, doch in diesem Jahr ist es besonders schlimm, da die Trockenheit kein Ende nehmen will. Als eine Gruppe jesidischer Flüchtlinge in dem Dorf Zuflucht sucht, wird sie von den Bewohnern vertrieben, denn für noch mehr hungrige Mäuler reicht es nicht. Eines Tages erscheint ein weiser Alter im Dorf, der den Menschen dort zeigt, wie sie mit Bewässerungskanälen das Bergwasser für ihre Felder nutzen können. - Der Autor stammt aus dem kurdischen Teil der Türkei und kam in den siebziger Jahren mit seiner Familie nach Deutschland. Als Psychiater kümmert er sich um Opfer der Terrormiliz Islamischer Staat. Sein faszinierender Roman bietet tiefe Einblicke in eine bedrohte Kultur. Allen Büchereien empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Der dreizehnjährige Rodi ist gerade ein Jahr alt, als seine yezidische Familie aus seiner Heimat in den kurdischen Bergen fliehen muss. Da Rodis Vater seither verschollen ist, finden er und seine Mutter Unterschlupf bei Rodis tyrannischem Onkel, der in einem yezidisch-kurdischen Dorf in der Türkei lebt. Dort lernt der Junge nicht nur die strikten Regeln seiner Religion in all ihrer Widersprüchlichkeit kennen, sondern erlebt auch hautnah die grausame Unterdrückung der Yeziden inmitten der islamischen Welt. Doch die Freundschaft zu der alten yezidischen Erzählerin Hazal gibt Rodi Halt und lässt ihn immer wieder gegen die strengen Regeln der Ältesten aufbegehren. Als das Dorf schließlich von einer langen Dürre bedroht wird, taucht wie aus dem Nichts ein geheimnisvoller alter Mann auf. Ist er einer der sagenhaften yezidischen Wunderheiler? Und was hat er mit der mythischen Geschichte von Gilgamesh zu tun, mit der die alte Hazal Rodi in ihren Bann gezogen hat? Jan Kizilhans Romandebüt ist eine ebenso faszinierende wie authentische Reise in die yezidische Kultur und gibt tiefe Einblicke in das Schicksal einer religiösen Gemeinschaft, die nicht erst seit dem Vormarsch des IS unter massiver Verfolgung, Diskriminierung und Ausgrenzung zu leiden hat.

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Personeninformation

Kizilhan, Prof. Dr. Dr. Jan ilhanProf. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan stammt aus Kurdistan und gilt als international anerkannter Experte der Transkulturellen Psychiatrie und Traumatologie. Er ist Orientalist und Psychologe, leitet den Studiengang Psychiatrische Erkrankungen und Sucht an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und kümmert sich seit Jahren um Opfer der Terrormiliz Islamischer Staat. Für sein außerordentliches Engagement im Bereich Menschenrechte wurde Kizilhan mit dem Women's Rights Award 2016 und dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.
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