Die bärtige Frau

Roman
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Buchprofile - Rezension
Eine junge Mutter denkt über Schwangerschaft, Geburt und den weiblichen Körper nach.
Alex, eine 32-jährige Lehrerin aus Leipzig, fährt in ihr bayerisches Heimatdorf, um ihre Mutter Margit zu unterstützen. Nach einem Sturz, bei dem sie sich einen Beinbruch zugezogen hat, ist sie auf Hilfe angewiesen. Alex und ihre Schwester Lena wollen eine ebenerdige Kammer zum Schlafzimmer machen, um der Mutter das Treppensteigen zu ersparen. Alex hat eine einjährige Tochter, die sie zum ersten Mal für ein Wochenende beim Vater gelassen hat. Oliver und Alex arbeiten beide Teilzeit und kümmern sich gemeinsam um die Tochter Paula. Während Alex alte Fotos betrachtet, denkt sie über ihre Kindheit und Jugend nach. Sie hat sich stets dem vorherrschenden Schönheitsideal verweigert, wollte weder hohe Schuhe, kurze Kleider noch lange Haare tragen. Androgyn und bisexuell sind Attribute, mit denen sie sich identifizieren kann. – Die junge Autorin Wilpert (Jg. 1989) schreibt in ihrem dritten Roman über den weiblichen Körper. Sie erzählt sehr bildlich von Menstruation, Schwangerschaft und Geburt. Gleichzeitig hinterfragt sie die weibliche Rollenzuschreibung. Das Gemälde des Künstlers José de Ribera, auf das sich der Titel bezieht, symbolisiert den Bruch mit dem patriarchalischen Blick auf Maternität. Ein kluges und nachdenkliches Buch über Muttersein in der heutigen Zeit.
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Artikelbeschreibung

Die Leipziger Lehrerin Alex reist übers Wochenende zu ihrer Mutter ins bayerische Heimatdorf. Ihre Mutter hat sich das Bein gebrochen. Gemeinsam mit ihrer großen Schwester will sie das Schlafzimmer ins Erdgeschoss verlegen. Es ist das erste Mal seit der Geburt, dass Alex von ihrem einjährigen Kind getrennt ist. Sie vermisst ihre Tochter und merkt, wie sehr der kleine Körper ihres Kindes ihrem eigenen eingeschrieben ist. Dieses Gefühl bringt sie dazu, sich selbst näher zu betrachten, über ihre Lebensentscheidungen nachzudenken und das Begehren, den Körper, das Geschlecht sowie ihre Sozialisierung zu hinter fragen.»Die bärtige Frau« ist ein Roman über den weiblichen Körper, dessen Veränderung, über Schwangerschaft und Mutterschaft, darüber, wie es ist, Kinder zu kriegen und in eine neue Rolle hineinzuwachsen. Es geht um christliche Prägung, darum, dass wir unsere Familie nicht loswerden, selbst wenn wir wollen. Über Lebensrollen sowie Entscheidungen, über Wertvorstellungen, Coolness und Realität. Ist der Wunsch nach Sicherheit verwerflich? Wie haben wir zu sein? Wer bestimmt es außer uns selbst? Bettina Wilpert schafft mit ihrem neuen Roman eine radikale Körperliteratur. Sie zeigt den Leser*innen die verschiedenen Facetten von Coming-of-Age, Schwangerschaft und Muttersein, und wie diese sich am Körper abzeichnen.

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