Ein Mann der Kunst

Roman
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Buchprofile - Rezension
Künstlerroman mit satirischem Einschlag.
Kristof Magnusson erzählt und führt vor. Seine Künstlergeschichte, aufgrund der Fokussierung auf das Zusammentreffen eines Museums-Förderkreises mit dem favorisierten Künstler eher eine Erzählung als ein Roman, zeigt sowohl die windigen Schachzüge und Verkehrsformen in den Kreisen von Kunstfreunden und Kunstmuseen wie auch die eigenbrötlerische, selbst-stilisierende Art eines Künstlers, dessen Erfolg und Verletzlichkeit zum Rückzug in eine Burg des Rheingaus führten. Überhaupt frönt dieser Prototyp des Malerfürsten dem Alten, dem Handwerk und leidet vermutlich an dem Verflossenen seiner Liebe. Das Kuscheln im Bett mit dem Erzähler, einem arrivierten schwulen Architekten, macht diesen Liebesverlust nicht wett. Und der Förderverein, der dem Maler ein ganzes Museum widmen möchte, wird mal an, mal abgestoßen von den Marotten des Künstlers. Daneben spielt die Mutterbeziehung des Erzählers eine wichtige Rolle, da dieser seinen Kunstsinn jener als Kassenwart des Fördervereins fungierenden Dame verdankt. So flüssig bis amüsant sich die Erzählung liest, bleibt der ausgespannte Bogen zwischen psychologischem Menschenportrait (auch des Erzählers), Satire auf die Kunstwelt und verständnisvolle Ironisierung einer Malergestalt recht klein, sodass dem einen an Tiefe mangelt, was dem anderen an Biss zu wünschen wäre. Eine Künstlersatire mit wenig Biss für am Kunstbetrieb interessierte Leser/-innen.
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

Kristof Magnusson gelingt mit der Vorstellung des Ich-Erzählers Constantin Marx. ein perfekter Einstieg in seinen neuen Roman. Der junge Architekt erhält während eines wichtigen Termins einen Anruf seiner Mutter Ingeborg, die ihn auffordert, alles stehen und liegen zu lassen und sich unverzüglich zu einer Sitzung des Museumsfördervereins aufzumachen, in der er sie vertreten soll. Constantin ist klug und selbstbewusst, aber gegen die befehlenden Wünsche seiner Mutter ist er machtlos. Die Psychologin ist Vorsitzende eines ehrenamtlichen Fördervereins und will unbedingt durchsetzen, dass dem von ihr hochverehrten Maler KD Pratz ein neuer Flügel des Museeums Wendevogel gewidmet wird. Momentan fehlt ihr für diesen Plan noch die mehrheitliche Zustimmung, denn KD Pratz hat sich nicht nur seit Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, sondern ist auch als menschenscheu und unzugänglich bekannt. Dennoch macht sich die Gruppe auf, ihn auf seiner Burg am Rhein zu besuchen. Und es sind, oh Wunder, sogar ein Meet & Greet mit Pratz und ein Besuch seines Ateliers geplant. Durch die akribisch beobachtenden Augen von Constantin erhält man Einblick in die Dynamik der illustren Reisegruppe und erlebt mit stetig wachsendem Staunen, wie sich das Zusammentreffen von Künstler und Kunstfreunden zum Spektakel entwickelt. Ob’s am Ende ein Desaster oder doch ein Erfolg werden wird, werde ich natürlich nicht verraten.

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Ein berühmter Maler, der zurückgezogen auf einer Burg am Rhein lebt, Kunstfreunde, die ihn verehren und ihm ein Museum bauen wollen: eine Begegnung, die die Höhen und Tiefen des Kulturbetriebs ausleuchtet, so heiter, komisch und wahr, wie es selten zu lesen ist. KD Pratz ist ein Künstler der alten Schule, der sich jeglicher Vereinnahmung durch den Kunstbetrieb verweigert hat. Seine Bilder werden hoch gehandelt, er ist weltberühmt, hat sich aber aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Mit der Welt, verlogen wie sie ist, will er nichts zu tun haben, der eigene Nachruhm aber liegt ihm am Herzen, und so sagt er zu, den Förderverein eines Museums zu empfangen, der den geplanten Neubau ausschließlich seinen Werken widmen will. Die Mitglieder des Museums-Fördervereins sind nicht alle einer Meinung über die Bedeutung von KD Pratz, fühlen sich aber hoch geehrt, als ihnen ein exklusives Treffen mit dem Maler und ein Besuch auf seiner fast schon legendären Burg am Rhein in Aussicht gestellt wird - und tatsächlich stattfindet. Wie die Kunstfreunde bei dieser Begegnung mit ihrem Idol nach und nach die Contenance verlieren, als der Meister ihnen die Unvollkommenheit der Welt und ihre eigene um die Ohren haut, dabei subtil die eigene Größe inszeniert, den Kunstbetrieb niedermacht und gleichzeitig behauptet - davon erzählt Kristof Magnusson mit großer Meisterschaft und leuchtet die Untiefen unseres Kulturbetriebs aus.

Produktsicherheit

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Anschrift: Zweigstr. 10Rgb
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Kontakt: info@kunstmann.de

Personeninformation

Kristof Magnusson, geboren 1976 in Hamburg, machte eine Ausbildung zum Kirchenmusiker, arbeitete in der Obdachlosenhilfe in New York, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er schreibt Romane, Theaterstücke und übersetzt aus dem Isländischen. Er lebt in Berlin. Bei Kunstmann sind von Kristof Magnusson erschienen "Das war ich nicht" und "Arztroman".
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