Bayerns unglücklichster König

Otto I., der Bruder Ludwigs II.
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Bayern im Buch-Rezension
Einblicke in Bio- und Pathographie einer noch immer nicht hinreichend beachteten bayerischen Herrscherpersönlichkeit.
Dies ist nicht die erste Lanze, die der Münchner Autor für „Bayerns unglücklichsten König“ bricht. Bereits 1992 veröffentlichte er ein „Lebensbild“ Ottos, des Bruders König Ludwigs II. von Bayern, unter dem Haupttitel „Schattenkönig“. Mit dieser Publikation müsste Schweiggert eigentlich bereits alle Zweifel ausgeräumt und alle Fragen beantwortet haben, die das Schattendasein des keine Stunde (nein: Sekunde) lang je regierenden, aber 27 Jahre lang rechtmäßigen Bayernkönigs betreffen. Im öffentlichen Bewusstsein ist Otto I. (1848 bis 1916) – nicht zu verwechseln mit Otto I. von Griechenland, dem Onkel – freilich nicht. Daher kommt dem neuen Buch eine gewisse Bedeutung zu, namentlich wegen der Einarbeitung neuer Erkenntnisse. Dem Verfasser ist es in seiner detailreichen Darstellung generell erneut darum zu tun, dem wegen seiner „undefinierbaren“ Geisteskrankheit ins Dunkel gesunkenen, verkannten, unbekannt gebliebenen, ins Abseits geratenen Bayernherrscher als jüngerem Bruder Ludwigs II. zu gebührlichem Ansehen zu verhelfen. Was Schweiggert aus dem Dunkel hebt, definiert er in einigen Passagen. „Vergessen“, marginal, bleibt er dennoch, der „arme Otto“, König ehrenhalber, dem Klaus Kinski in Käutners „Ludwig“-Film einprägsam Gestalt verlieh. Als „Einsiedler von Fürstenried“ lebt er in manchem bayerisch-wittelsbachisch Gesonnenen weiter. Nicht zuletzt dank der vorliegenden, im Mittelteil bebilderten, Buchpublikation. – Für Interessenten an bayerischer Landesgeschichte.
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Artikelbeschreibung

König Ludwig II. von Bayern kennt alle Welt. Über seinen Bruder Otto ist nur wenig bekannt. In der Aufzählung der bayerischen Könige wird Otto zumeist regelrecht vergessen oder gar mit seinem Onkel, König Otto I. von Griechenland (1815-1867), verwechselt. Er verkümmert zur Randnotiz in Bayerns Geschichte, siechte er doch mehr als die Hälfte seines Lebens, an einer unheimlichen Geisteskrankheit leidend, in Schloss Fürstenried dahin, ohne auch nur eine Stunde lang zu regieren. Dabei ist der Lebensweg des Prinzen und späteren Königs Otto I. ebenso aufregend wie der seines Bruders Ludwig. - Wer war Otto? Wie unterschied er sich von seinem älteren Bruder Ludwig? Welches Verhältnis hatten die Brüder zueinander und welche Bedeutung hatte Otto für Ludwig? War Otto wirklich geisteskrank? Diese und viele andere Details werden anhand belegbarer Fakten untersucht. - Otto, der dieselbe Erziehung genoss wie Ludwig, der in derselben Umgebung aufwuchs und der zu seinem Bruder zeitlebens Kontakt hielt, eröffnet durch Einblicke in sein tragisches Schicksal neue, überraschende Erkenntnisse über Verhaltensweisen und Aktivitäten seines berühmten Bruders. - Der bekannte Ludwig II.-Biograph Alfons Schweiggert setzt dem Schattenkönig Otto I. mit diesem spannenden Lebensbild ein ergreifendes Denkmal.

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Personeninformation

Alfons Schweiggert, geb. 1947, veröffentlichte zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, außerdem Sachbücher und Lyrik. 1976 und 1984 standen Bücher von ihm auf der Bestenliste zum Deutschen Jugendpreis. 1990 wurde er für sein Gesamtwerk mit dem Kultur- und Literaturpreis München-West, 1995 mit dem Poetentaler ausgezeichnet. Der Autor gehört zur Literatenvereinigung 'Turmschreiber' und ist Präsidiums-Mitglied dieser Gruppe.
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