Als die Namen verloren gingen

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Buchprofile - Rezension
Auswirkung elterlicher Konflikte auf Kinder - Jakob verliert seinen Namen.
Pfirsichblüte, Herzblatt, Knuffelchen, Engelchen - im Hause Bender ist die Welt voller Kosenamen zwischen den Eltern und gegenüber Jakob. Doch im alltäglichen "Klein-Klein" weicht das freundliche Gesäusel bald deftigen Schimpfworten, bevorzugt aus dem tierischen Bereich; selbst Jakob isst "wie ein Schwein" oder macht "Affentheater". Schlimmer jedoch ist das drückende Schweigen, welches sich im nächsten Schritt einstellt - Jakob zieht sich in eine geschlossene Fantasiewelt zurück, konsumiert stundenlang digitale Medien und kalorienreiche Süßigkeiten; er kapselt sich ab und flüchtet in eine Fantasiewelt. Die Eltern, mit sich selbst beschäftigt, merken es nicht, bis die Oma als außenstehende Beobachterin den entscheidenden Impuls gibt: alle suchen nun nach dem in gefährliche Fahrwasser geratenen Jungen, der sich völlig verloren hat (er kennt seinen Namen nicht mehr), unterwegs aber ein ähnlich betroffenes Mädchen kennengelernt hat, welches seine innere Not, anders als Jakob, in Wut auslebt. Die Sorge um Jakob verändert die Eltern, aus "Tieren" sind Freunde geworden. - In eindrucksvoller Weise zeigt das Bilderbuch auf, welche Bedeutung Sprache als Ausdruck von Beziehung einnimmt und welche Folgen, gerade für Kinder, die Sprachlosigkeit von in Beziehungskrisen geratenen Erwachsenen haben. Dabei wird das Thema im höchsten Maße kindgerecht umgesetzt: die Illustrationen übersetzen die sprachlichen Metaphern (sturer Esel, Streithahn, sich abkapseln, gefährliche Wasser, untergehen) in konkrete Anschauung, Worte und Buchstaben sind Teil der Illustration, die Farbgebung passt sich der Stimmung an. Für Kinder (ab 5 Jahren) erlebt Jakob buchstäblich eine gefährliche Reise, für die Erwachsenen wird Jakobs "Verhaltensauffälligkeit" metaphorisch ausgedeutet. Deutlich wird auch: es braucht die Intervention von außen, man sollte Betroffene nicht allein lassen. Allen Beständen eindringlich empfohlen!
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Artikelbeschreibung

Jakob mag seinen Namen und noch mehr gefallen ihm die vielen Kosenamen, die seine Eltern ihm geben. Doch dann verändert sich alles. Die Luft wird immer dicker zu Hause, die Namen weichen verletzenden Ausdrücken, bis die Worte schließlich ganz verschwinden. Der Junge geht auf Tauchstation und erkundet mit einem selbstgebauten 'Schaffel' hinter panzerglasgeschützten Scheiben seine eigene wunderliche Welt. Eine besondere Begegnung lässt ihn erkennen, wie wichtig es ist, sich zu öffnen und unangenehmen Dingen auf den Grund zu gehen, anstatt sich zu verstecken.Mit Humor und Fingerspitzengefühl beschreibt Andrea Katzenberger die wankende Gefühlswelt eines kleinen Abenteurers, während Jana Walczyks Illustrationen Jakobs grenzenlose Fantasie spürbar machen.

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