Die lichten Sommer

Roman. »So zart und sinnlich und zugleich so aufgeklärt hat hierzulande noch niemand von Vertreibung erzählt.« Daniela Dröscher
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Buchprofile - Rezension
Tochter und Mutter kämpfen ein Leben lang gegen das Stigma als Vertriebene.
Liz kämpft Ende der 60er Jahre als Tochter einer Vertriebenenfamilie um Teilhabe an Ausbildung und eigener Entwicklung. Mutter Nevenka wie Vater Stanislaus, Vertriebene aus dem Naziprotektorat Mähren, unterstützen sie nicht, sondern ordnen die Interessen der Tochter dem Fortkommen der Familie unter: aus der Notunterkunft in eine Barackensiedlung, in ein zerfallenes Haus mit eigener Gaststätte. Es gelingt Liz – im Unterschied zu den drei Geschwistern – nicht, sich von den belasteten Erinnerungen der Mutter an die letzten Kriegsjahre zu distanzieren. In die Beziehung zu dem einheimischen Gastwirtssohn Robert legt sie alle ihre Zukunftshoffnungen, ohne mehr Selbständigkeit zu gewinnen. Robert stellt Haushalt und Kinder in der Wirtschaftswunderperiode über die Entwicklungswünsche seiner Frau. Dennoch übernimmt er neben dem Emanzipationskampf gegen seine Herkunftsfamilie zeituntypisch regelmäßig Familienarbeit – neben seiner beruflichen Doppelbelastung. Dieses Engagement genügt jedoch nicht, die durch Arbeitsbelastung und teils mystische Vertreibungstraumata der Mutter geschwächte Liz ausreichend zu unterstützen. - Ein hartes Stück Lebensrealität im Nachkriegseuropa. Kuchers Romanerstling (in einem ambitionierten jungen Verlag) ist aus der Recherche im tschechischen Želetice für ein WDR-Hörspiel (Klappentext) entstanden. Die literarische Fassung der Lebensverläufe von Tochter und Mutter verknüpft Kucher sprachlich wie dramaturgisch nicht immer überzeugend, sondern bleibt immer wieder im Dokumentarischen stecken. – Für zeitgeschichtliche Interessierte und größere Romanbestände.
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Artikelbeschreibung

Elisabeth - genannt Liz - wird Anfang der Fünfzigerjahre in einem kleinen Dorf in Süddeutschland geboren. Wie alle Frauen hier arbeitet auch sie schon als Jugendliche tagsüber in der Batteriefabrik. Wie niemand sonst ist sie das Kind von Geflüchteten, die nach Kriegsende als Deutsche aus der ehemaligen Tschechoslowakei vertrieben wurden. Während ihre Mutter Nevenka sich immer mehr in ihre Erinnerungen an die alte Heimat zurückzieht - an die widerspentig schöne Natur von damals, das eiskalte Wasser der Thaya und an eine schicksalhafte, zärtliche Freundschaft -, richtet Liz ihren Blick nach vorn. Aber wie schafft eine junge Frau den Aufstieg, wenn sie vollkommen auf sich allein gestellt ist. Noch dazu mit einer Last aus der Vergangenheit im Gepäck, von der ihre Mutter ihr nie gewagt hat zu erzählen.

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Hersteller: Kjona
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Personeninformation

Simone Kucher ist Theater- und Hörspielautorin.Für die Recherche zu dem WDR-Hörspiel »Von einem zum anderenTag« ist sie 2016 erstmals in das südmährische Dorf Zeletice, denKindheitsort ihrer Großmutter, gereist. Sie lebt in Berlin. »Die lichten Sommer« ist ihr erster Roman.

Pressestimmen

»So zart und sinnlich und zugleich so aufgeklärt hat hierzulande noch niemand von Vertreibung erzählt.« Daniela Dröscher

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