George Orwell in Stuttgart

Band 8
Kriegsreporter im Zeichen von 1984
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Buchprofile - Rezension
George Orwell als Kriegsberichterstatter in Deutschland.
Der Australier Geoff Rodoreda lebt seit Jahren in Stuttgart und vermittelt dort an der Universität als Dozent Englische Literatur. In Australien hatte er als Rundfunkredakteur und freier Journalist gearbeitet, wodurch sich schon eine Parallele zum Leben von Eric Arthur Blair ergibt, der unter dem Namen George Orwell mit seinen Hauptwerken "Farm der Tiere" und "1984" weltberühmt wurde. George Orwell war als Kriegskorrespondent in den Schlussmonaten des Zweiten Weltkrieges und kurz danach in Aachen, Köln, Nürnberg und Stuttgart. Was er dort und in Österreich gesehen und erlebt hat, war Gegenstand seiner Berichte für die britischen Zeitungen "The Observer" und "Manchester Evening News". Daraus und aus anderen Quellen wie Briefen und Mitteilungen von Zeitgenossen erstellt Rodoreda ein Bild der zerstörten Städte und der Not ihrer Bewohner. Orwell, erschüttert vom Ausmaß der Zerstörung und einem "Ende der Zivilisation", mahnte seine Landsleute und die siegreichen Alliierten, nicht an Rache zu denken, sondern dem zerstörten Deutschland aufzuhelfen mit dem Ziel eines vereinten Europas; denn er sah bereits die wachsende Kluft zwischen den Westmächten und der Sowjetunion und warnte vor totalitären Systemen wie dem Stalins. Als Teilnehmer am spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der republikanischen Regierung hatte der Sozialist Orwell bereits Stalins "Verrat am wahren Sozialismus" kennengelernt. Orwell kannte Not aus eigenem Erleben. In frühen Jahren hatte er als Mitarbeiter der Kolonialpolizei in Burma schon die negativen Praktiken der britischen Kolonialverwaltung beobachtet und kritisiert. Diese Erfahrungen prägen die Werke des Schriftstellers und auch diese Kriegsberichte. Angesichts der schrecklichen Folgen totalitärer Regime begann er unmittelbar nach seiner Rückkehr in England die ersten Seiten des Romans "1984" zu schreiben. Wie ihn dazu die Erfahrungen in Deutschland beeinflusst haben, kann Geoff Rodoreda im Schlusskapitel aufzeigen.
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Artikelbeschreibung

April 1945. Der britische Autor George Orwell kommt als Kriegsreporter in die württembergische Hauptstadt, direkt nachdem Stuttgart von den alliierten Truppen eingenommen wurde. Er dokumentiert das Chaos der ersten Stunden nach dem Ende der Naziherrschaft. Köln und Nürnberg sind ebenfalls Stationen dieser Reise, die bislang weitgehend unbekannt war. Dabei schrieb der Autor direkt nach seiner Rückkehr nach England die ersten Seiten seines Meisterwerks 1984. Aus Originaltexten und Quellen hat Geoffrey Rodoreda als Orwell-Kenner Details zusammengetragen, die erstmals Licht auf die Stuttgarter Episode werfen. Und er erzählt davon, wie die Eindrücke aus dem kriegszerstörten Deutschland in Orwells Werk weiterwirkten. Eine Entdeckung.

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Personeninformation

Dr. Geoffrey Rodoreda, Jahrgang 1965, ist Australier und lebt seit 1996 in Stuttgart. Er studierte Politik und Journalismus in Australien, arbeitete dort beim öffentlichen Rundfunk als Redakteur und später als freier Journalist in Deutschland. Heute unterrichtet er englische Literatur an der Universität Stuttgart, an der er 2018 zum Thema zeitgenössische australische Literatur promovierte.

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