Radikal gerecht

Wie das bedingungslose Grundeinkommen den Sozialstaat revolutioniert
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Buchprofile - Rezension
Sehr fundierter Diskussionsbeitrag des Hamburger Volkswirtschaftlers zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen.
Ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Höhe des jeweils von der Politik zu bestimmenden Existenzminimums für jeden deutschen Bürger fordert der bekannte Hamburger Professor für Volkswirtschaft. Noch wird er - trotz zunehmender Akzeptanz auch bei Managern großer Unternehmen - mit dieser Forderung auf große Vorbehalte stoßen. Insbesondere die Finanzierbarkeit und die Bereitschaft, trotz Grundeinkommen eine Arbeit aufzunehmen, werden bezweifelt. Andererseits gibt es schwerwiegende Argumente für dieses Konzept, die der Autor auf überzeugende Weise und in aller Ausführlichkeit (auch unter Einbeziehung konkreter Modellrechnungen und zahlreicher Fallbeispiele) darstellt. Seine "Vision" wird nach seiner Ansicht zur gesellschaftlichen Notwendigkeit durch die signifikante Veränderung unserer Arbeitsgesellschaft, genauer durch Digitalisierung, die den Menschen immer mehr Arbeit abnimmt, und durch die demografische Entwicklung, die den Sozialstaat vor unlösbare Finanzierungsprobleme stellt, sofern er sich nur aus Arbeitseinkommen finanziert. Das von Straubhaar vorgeschlagene Modell ist im Kern nichts anderes als eine "fundamentale Steuerreform" (S. 14), die alle Einkommensarten heranzieht, die jeden nach seinem Vermögen (also auch die Besitzer der Roboter etc.) belastet, die deshalb einer drohenden Spaltung der Gesellschaft entgegenwirkt und die nicht wesentlich teurer ist als unser bisheriges Sozialstaatsmodell, weil alle heute bestehenden sozialpolitischen Transfers wegfallen. - Mit Sicherheit ein sehr ernst zu nehmender Diskussionsbeitrag zu einem hochaktuellen Thema.
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Artikelbeschreibung

Unser Sozialsystem ist am Ende. Reformieren lässt es sich nicht, sagt der Hamburger Ökonomieprofessor Thomas Straubhaar. Aber revolutionieren: durch das bedingungslose Grundeinkommen.Wenn alle Menschen, vom Säugling bis zum Greis, ein Grundeinkommen erhalten, so entmündigt sie das nicht, sondern befreit sie zu Selbstständigkeit und eigenen Entscheidungen. Und der Staat investiert nicht länger in die Verwaltung des Mangels, sondern in eine gerechte Gleichbehandlung aller.Das klingt zu gut, um finanzierbar zu sein? -Im Gegenteil, es ist möglich, wie Straubhaar vorrechnet. Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein liberaler, effektiver und sozialer Weg, Gerechtigkeit und Effizienz in ein aus dem Gleichgewicht geratenes Sozialsystem zu bringen - und so Wesentliches zum inneren Frieden beizutragen. Deutschland sollte als eine der größten und stabilsten Volkswirtschaften weltweit dieses Experiment wagen!

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Personeninformation

Thomas Straubhaar ist Professor für Volkswirtschaftslehre der Universität Hamburg und Direktor des Europa-Kollegs Hamburg. Nach Studium und akademischen Stationen u. a. in Bern, Berkeley, Konstanz, Basel, Freiburg i. Br. und an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg war Straubhaar von 1999 bis 2014 zunächst Präsident des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs (HWWA) und danach Leiter des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI).
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