Treppe aus Papier

»Eine echte Entdeckung.« NDR Kultur
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Buchprofile - Rezension
Ein Haus erzählt die Geschichte seiner Bewohner und lässt die Nazi-Zeit lebendig werden.
So verschachtelt wie das Titelbild in die Ferne blicken lässt, so lässt uns dieser Roman die Vergangenheit erleben. Ein 100 Jahre altes Gebäude erzählt den Leserinnen und Lesern von seinen ehemaligen und aktuellen Bewohnern. Für das Haus gilt unser chronologisches Zeitverständnis nicht, es hat ein eher räumliches Gedächtnis. Dinge, die an ein und demselben Ort stattgefunden haben, erscheinen gleichzeitig. So mäandert die Erzählung immer wieder zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit, wir erhalten Einblicke in Momentaufnahmen aus den verschiedenen Jahrzehnten. Im 4. Stock, wo heute die 15-jährige Nele mit ihren Eltern und dem Hund Balu wohnt, lebte früher die jüdische Familie Sternheim mit ihrer Tochter Ruth. Irma, die alte Dame weiter unten im Haus, bewohnt noch immer die Zimmer, in denen sie zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs mit ihrem nazitreuen Vater und der strengen Mutter aufwuchs. Nele kommt mit der mittlerweile 90-jährigen Irma in Kontakt und stellt daraufhin in ihrer eigenen Familie viele Fragen über die Vergangenheit. Es geht um Verantwortung und Mitläufertum sowie um unbequeme Wahrheiten, denen sich jede und jeder von uns auch heute noch stellen muss. – Die Idee mit dem erzählenden Gebäude ist gut gemacht und auch sprachlich sehr interessant umgesetzt.
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Artikelbeschreibung

Die Geschichte eines Hauses und der Menschen, die es bewohnen: von der NS-Zeit bis heute, von Leben, Verantwortung und Erinnerung

Das alte Haus erzählt. Denn seine Mauern, Dielen und Ritzen bewahren die Erinnerungen an alle Menschen, die es jemals bewohnt haben. Schon als Kind hat Irma Thon mit ihren nazitreuen Eltern im ersten Stock gelebt. Während die 90-Jährige zurückblickt und immer wieder an die kleine Ruth Sternheim von damals denken muss, erfreuen sie die Gespräche mit Nele Bittner aus dem Vierten. Die Schülerin lernt für eine Geschichtsklausur und beginnt zu verstehen, dass die Vergangenheit nicht vergangen ist, sondern nur wenige Stufen entfernt.

»Szántós Sprache fließt durch dieses Haus und durch die Zeiten, klug und voller Details. Unbedingt lesen!« Markus Thielemann

»Dass die Echos der Geschichte überall sind, wenn man nur hinhört, zeigt dieser originelle Roman.» Raphaela Edelbauer

Produktsicherheit

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Personeninformation

Henrik Szántó, geboren 1988, ist halb Ungar, halb Finne und lebt als Autor und Moderator in Hannover. Als Spoken Word-Künstler bespielt Szántó Bühnen im gesamten deutschsprachigen Raum. Seine bisherige Arbeit wurde mit Stipendien gewürdigt. Als Referent hält Szántó Seminare zu poetischem und kreativem Schreiben, Auftritt- und Vortragssicherheit und bereitet Bühnen für neue und arrivierte Stimmen. Die Kernthemen seiner Arbeit sind Mehrsprachigkeit, Erinnerungsarbeit und kulturelle Vielfalt.

Pressestimmen

»Unglaublich originell, vielschichtig erzählt und sprachlich temporeich. Eine echte Entdeckung.« NDR Kultur
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