Die drei Schwestern

Das Leben der Geschwister Soong und Chinas Weg ins 21. Jahrhundert
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Buchprofile - Rezension
Eine bewegende Biografie über die drei Soong Schwestern und ihre politische Rolle im China des 20. Jh.
In Jung Changs Buch über das Leben der Geschwister Soong und Chinas Weg ins 21. Jh. werden manche Personen und Ereignisse anders dargestellt, als man sie aus herkömmlichen historischen Berichten kennt. Bevor die Autorin auf die Schicksale der drei Schwestern näher eingeht, befasst sie sich zunächst ausführlich mit Sun Yat-sen. Dabei wird dieser, der in China als Vater der Republik gilt, in einem recht schlechten Licht gezeigt. So werden ihm z.B. einige Verbrechen unterstellt, was in anderen geschichtlichen Quellen nicht der Fall ist. Eine ähnliche Abneigung hegt die Autorin für Chiang Kai-shek, der für sie ein machtgieriger und unfähiger Diktator ist. Auch bei der Beschreibung der drei Schwestern ist Jung Chang nicht ganz objektiv. Ei-ling, die älteste und intelligenteste, wird als liebenswert und sehr korrekt beschrieben, obwohl ihrer Familie während des Zweiten Weltkriegs Korruption vorgeworfen wird. Für die mittlere Schwester Ching-ling (die Rote Schwester) empfindet sie nicht viel Sympathie. Diese war zunächst mit Sun Yat-sen verheiratet. Nach dessen Tod 1925 orientierte sie sich am russischen Kommunismus und wurde zuletzt stellvertretende Vorsitzende unter Mao. Die jüngste Schwester May-ling wird dagegen sehr positiv dargestellt. Sie war lange Zeit mit Chiang Kai-shek verheiratet und genoss schon in den 30er Jahren großes Ansehen bei Freunden und Politikern und ebenso später als First Lady in Taiwan. Vor allem ihr guter Einfluss auf Chiang wird ihr hoch angerechnet. - Trotz einer gewissen Bevorzugung einiger der Protagonisten ist das Buch interessant, spannend und durchaus aufschlussreich. Jung Chang schildert sehr lebendig die fröhlichen Zeiten, die die Geschwister zusammen erlebten. Sie berichtet aber auch bewegend über die schweren Schicksalsschläge, die ihnen widerfahren sind. Für größere Bestände.
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Artikelbeschreibung

Jedes Kind in China kennt die Geschichte der drei Schwestern aus Shanghai, die die Geschicke Chinas im 20. Jahrhundert von den Zentren der Macht aus mitbestimmten. Man sagte über sie: Eine liebte das Geld, eine liebte die Macht, und eine liebte ihr Land. Alle drei genossen Privilegien, Ruhm und Reichtum, wurden aber auch angefeindet und sahen sich tödlichen Gefahren ausgesetzt. Sie zeigten Mut, erlebten stürmische Liebe, aber auch große Verzweiflung.

»Die drei Schwestern« ist ein fesselndes Epos über Liebe, Krieg, Exil, Intrigen, Glamour und Verrat. Jung Chang erzählt die Leben dreier außergewöhnlicher Frauen nach, die China im 20. Jahrhundert maßgeblich prägten.

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Personeninformation

Jung Chang, geboren 1952 in China, lebt seit 1978 in London. Für ihr autobiografisches Buch »Wilde Schwäne«, das in über zwölf Ländern auf Platz 1 der Bestsellerlisten stand und sich weltweit mehr als 13 Millionen Mal verkaufte, erhielt sie zahlreiche Preise. Auch ihre aufsehenerregende Biografie »Mao« (2005) war ein internationaler und deutscher Bestseller. Zuletzt erschien von Jung Chang die Biografie »Kaiserinwitwe Cixi« (2014) sowie »Die drei Schwestern« (2020) und zuletzt »Fliegt, Wilde Schwäne« (2026). Ihre Werke, die in fast vierzig Sprachen übersetzt wurden, sind in der Volksrepublik China bis heute verboten. Norbert Juraschitz, geboren 1963 in Bergenweiler, hat in Tübingen und Wien Osteuropäische Geschichte und Slawistik studiert. Er lebt in Tübingen und übersetzt historische und politische Sachbücher aus dem Englischen und Russischen, u. a. von Christopher Clark, Henry Kissinger, Kristina Spohr, Jung Chang und Ai Weiwei.
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