Trügerische Idylle

Schriftsteller und Künstler am Tegernsee 1900-1945
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Bayern im Buch-Rezension
Das Tegernseer Tal als Refugium und Inspirationsquelle für Künstler – bis zur Machtergreifung der Nazis.
Spätestens seit dem 19. Jh. besaß das Tegernseer Tal vor allem für Schriftsteller, Maler und andere Bildungsbürger eine große Anziehungskraft: Kunst und Kultur, wohin das Auge blickt, idyllische Landschaften rund um den See, Berge ringsum, stattliche Bauernhöfe, unbeschwertes Landleben ohne aufgesetzte Folklore und urige Wirtshäuser: ein Eldorado für Sommerfrischler, Erholungssuchende und Kulturschaffende, die sich hier auch niederließen. Thomas Mann verbrachte zunächst als Kind, später mit der gesamten Familie hier einige Sommer. Der Opernsänger Leo Slezak, Autoren wie Ludwig Thoma und die „Simplicissimus“-Zeichner Olaf Gulbransson und Thomas Theodor Heine erwarben sich hier herrliche Anwesen und der frisch verheiratete Maler August Macke schwärmte im Jahre 1910: „Es gehen einem Welten auf in dieser Stille.“ Das klare Licht bei Föhn weckte in ihm die künstlerische Schaffenskraft, weshalb er rund um den Tegernsee über 150 (!) Werke schuf, von denen einige der schönsten Gemälde in diesem Buch ebenso abgebildet sind wie Fotos, Manuskripte, Briefe und andere Dokumente über das Leben und Wirken der Schriftsteller und Künstler in den jeweiligen Einzelkapiteln eingestreut wurden. Doch der Schlussteil ist dem Ende dieser Idylle gewidmet: Spätestens nach 1933 reklamierten hochrangige Nationalsozialisten die Gegend für sich und brüsteten sich bereits 1935 damit, dass das Tegernseer Tal „judenfrei“ geworden ist. Jüdische Mitbürger, die bis dahin als freundliche, nette Nachbarn galten, mussten (wie beispielsweise Thomas Theodor Heine, der Autor Max Mohr und die Schriftstellerin Grete Weil) fliehen. – Ein äußerst informativer und im ansprechenden Layout gestalteter Band, der als Dokumentation für literarisch, historisch und kulturgeschichtlich interessierte Leserinnen und Leser bereitgehalten werden sollte.
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Artikelbeschreibung

Das Tegernseer Tal ist seit Jahrhunderten ein Anziehungspunkt für Kunst und Literatur in Bayern. Zunächst kommt der Adel, dann folgen die Künstler und schließlich zieht es wohlhabende Städter zur Sommerfrische hinaus ins Gebirge. Inmitten der freien Natur suchen sie Erholung und Inspiration. Sie sehnen sich nach dem einfachen, ursprünglichen Leben auf dem Land, nach einer unverfälschten »heilen Welt«.August Macke, Ludwig Thoma, Olaf Gulbransson, Ludwig Ganghofer, Thomas Mann, Max Mohr, Grete Weil ¿ sie alle prägen das kulturelle Leben im Tegernseer Tal in den Jahren von 1900 bis 1945. Das Buch beleuchtet die vielfältigen literarischen und künstlerischen Freundschaften und Netzwerke und zeigt, wie sich das anfängliche Idyll mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten als Täuschung erwies und das Miteinander von Künstlern jüdischer und nichtjüdischer Herkunft ein jähes Ende fand.

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